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	<title>Iconic Turn &#187; Öffentlichkeit</title>
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	<description>Neues aus den Bildwissenschaften</description>
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		<title>Das Netz, die Zeit und die neue Öffentlichkeit</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Feb 2008 06:51:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Habermas]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal braucht Denken Zeit. Vor zwei Jahren hielt der Philosoph Jürgen Habermas eine Rede in Wien (pdf der Rede). Und nun fand in Oldenburg ein Symposium statt, das die FAZ im Licht von Habermas&#8217; damaligen Aussagen genauer betrachtet.Und das dringend scheint nötig zu sein. Denn immerhin machte Habermas deutlich, dass das Internet die Struktur der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-148" title="habermas" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/habermas.jpg" alt="habermas" width="239" height="359" />Manchmal braucht Denken Zeit. Vor zwei Jahren hielt der Philosoph Jürgen Habermas eine Rede in Wien (<a href="http://www.renner-institut.at/download/texte/habermas2006-03-09.pdf" target="_blank">pdf der Rede</a>). Und nun fand in Oldenburg ein <a href="http://www.uni-oldenburg.de/Forschungsstelle-Intellektuellensoziologie/28907.html" target="_blank">Symposium</a> statt, das die <a href="http://www.faz.net/s/Rub5C2BFD49230B472BA96E0B2CF9FAB88C/Doc%7EEA4DBAEC641AE4B73AFAF97154F09A778%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">FAZ</a> im Licht von Habermas&#8217; damaligen Aussagen genauer betrachtet.Und das dringend scheint nötig zu sein. Denn immerhin machte Habermas deutlich, dass das Internet die Struktur der neuen Öffentlichkeit prägt. Seine Warnung, warum das Netz dem Denken gefährlich wird, führt um zwei Ecken.Seine Warnung, warum das Netz dem Denken gefährlich wird, führt um zwei Ecken.<br />
Denn zu begrüßen ist, so Habermas, dass die Umstellung der Kommunikation von Buchdruck und Presse auf Fernsehen und Internet zu einer ungeahnten Ausweitung der Medienöffentlichkeit und zu einer beispiellosen Verdichtung der Kommunikationsnetze geführt hat. Aber gerade die Breite, das Nicht-Exklusive und der Überfluss von Information droht zu Mängeln beim Inhalt zu führen.<span id="more-147"></span></p>
<p>In diesem Medium (Internet) verlieren die Beiträge von Intellektuellen die Kraft, einen Fokus zu bilden. Damit bleibt Habermas seinen Anfängen treu. Schon in seinem frühen Buch Strukturwandel der Öffentlichkeit behauptet er, dass die Medien im Laufe eines guten Jahrhunderts den nicht gerade vorteilhaften Weg vom Journalismus schriftstellernder Privatleute zu den öffentlichen Dienstleistungen der Massenmedien gegangen sind.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">In Oldenburg macht man nicht das Internet für das Ende des Intellektuellen verantwortlich, sondern die Zeit. Genauer gesagt: den notorischen Mangel an Zeit. Die Ursache dafür sucht man mit Vorliebe in soziologischen Begriffen, sei es eine fehlerhafte Organisation von Prozessen, die Ökonomisierung noch des kleinsten Moments oder einfach eine allgemeine Tendenz zur Beschleunigung. Jeder Hinweis auf die Technologien der veränderten Zeit fehlt.</p>
<p>Dennoch gilt im Ergebnis dasselbe:<br />
Das Hechelnde ist jedenfalls keine Zeitform, die dem Denken gut bekommt. Dort, wo das Hecheln im Medien- und Bildungsbetrieb die Leitgeschwindigkeit geworden ist, hat nicht nur der öffentliche Intellektuelle ein Fokus-Problem.</p>
<p>Die visuelle Metapher des Fokus gibt einen Hinweis auf die Wichtigkeit der Bilder in diesem Prozess der Beschleunigung. Ein Bild ist in einem Augenblick gesehen, Lektüre dauert. So richtet sich der eilige Blick des gehetzten, ehemals Leser genannten Rezipienten nur auf die Überschriften und die Bilder und lässt den Text beiseite. Bei all dem stellt sich die Frage, ob die neuen Techniken im Netz diese Neigung eher verschärfen oder nicht eher abschwächen.</p>
<p>Auf dem Habermas&#8217;schen Gleis hätte man hier noch um eine Kurve weiter denken können.<br />
Welche Art von neue Öffentlichkeit entsteht? Wo tritt dem Vergehenden eine neue Struktur gegenüber? Wer spricht an dieser Stelle, wenn es nicht unbedingt der Intellektuelle klassischen Zuschnitts ist? Und in welcher Form kommen die Aussagen daher?</p>
<p>Es gibt im Netz nicht nur Beispiele, wie tatsächlich vernetzt gedacht werden kann, sondern auch Theorien dazu. Um nur zwei Beispiele zu geben: James Surowiecki beschreibt in<br />
<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: x-small;"> <a href="http://www.randomhouse.com/features/wisdomofcrowds/index.html" target="_blank">The Wisdom of the Crowds</a>, wie aus den Urteilen und Aussagen Einzelner ein gemeinsames Wissen entstehen kann. Mit explizitem Hinweis auf Habermas untersucht <a href="http://www.benkler.org/" target="_blank">Yochai Benkler</a> in <a href="http://www.benkler.org/wealth_of_networks/index.php/Main_Page" target="_blank">The Wealth of Networks</a> die Emergenz einer vernetzten Öffentlichkeit. Sein Fazit ist optimistisch: The networked public sphere is not only more resistant to control by money, but it is also less susceptible to the lowest-common denominator orientation that the pursuit of money often leads mass media to adopt. (S.259)</span></span></p>
<p>Breitere Streung und geringe Beeinflussbarkeit zeichnen nach Benkler die neue Öffentlichkeit im Netz aus. Von Mangel an Zeit ist bei ihm keine Rede. Als hätte das Zeitproblem und das Gefühl der unkontrollierten Beschleunigung viel eher damit zu tun, dem neuen Wissen mit überholten technischen MItteln gegenüberzutreten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Bleibt noch eine letzte Bemerkung. Zieht man die Bilder als beschleunigendes Element hinzu, so wäre es an der Zeit, einen anderen, viel älteren Text wieder zu lesen, nämlich Heideggers Zeitalter des Weltbildes, um mehr über den Zusammenhang von Bild und Denken zu erfahren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
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		<title>Public Viewing Areas, Pecha Kucha, Powerpoint Karaoke</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Jul 2006 09:51:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Fussball- Weltmeisterschaft war ein Fest der Großbild- Projektionen. Million von Menschen haben sich in den Public Viewing Areas versammelt, um die Spiele gemeinsam zu verfolgen. Das technische Setup stellt keine großen Anforderungen: eine Großbildleindwand, Bänke, Stühle, und der öffentliche Raum verwandelt sich in einen sozialen Ort der Bilder.
Die gleiche mediale Konfiguration bringt mittlerweile zusehends [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-238" title="public_fanmeile2" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/public_fanmeile2.jpg" alt="public_fanmeile2" width="208" height="297" />Die Fussball- Weltmeisterschaft war ein Fest der Großbild- Projektionen. Million von Menschen haben sich in den Public Viewing Areas versammelt, um die Spiele gemeinsam zu verfolgen. Das technische Setup stellt keine großen Anforderungen: eine Großbildleindwand, Bänke, Stühle, und der öffentliche Raum verwandelt sich in einen sozialen Ort der Bilder.</p>
<p>Die gleiche mediale Konfiguration bringt mittlerweile zusehends auch andere, eigenständige Formate hervor, die das gemeinsame Betrachten von Bildern zum kulturellen Ereignis machen. Um nur zwei Beispiele zu nennen: <a href="http://www.pecha-kucha.org/" target="_blank">PechaKucha</a> und <a href="http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20060124160344" target="_blank">Powerpoint-Karaoke</a>.<span id="more-237"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„PechaKucha“ heißt auf japanisch soviel wie „wirres Geplapper“. Die Regeln der Veranstaltung sind einfach erklärt. Zu 20 Bildern, die je 20 Sekunden lang gezeigt werden, berichtet einer Vortragender, was ihm in den Sinn kommt. Langatmig kann der Beitrag nicht werden, denn nach gut 6 Minuten ist die Zeit unweigerlich abgelaufen. Das Architekturbüro  <a href="http://www.klein-dytham.com/" target="_blank">Klein-Dytham</a> hat sich das Event-Format einfallen lassen, um ihre Lounge in Tokio zu beleben.</p>
<p><img style="border-style: solid; border-width: 0px; width: 237px; height: 230px; float: right; margin-left: 10px; margin-bottom: 5px;" src="http://www.iconicturn.de/uploads/RTEmagicC_pecha_kucha2.jpg.jpg" alt="" />Am 10. Juli wurde in der Public Viewing Area des Vereins Platoon, die eine Nacht zuvor nach das WM-Finale gesehen hatte, die <a href="http://blog.platoon.org/home/2/viewentry/391/FREITAG%3A%20PLATOON%20spielfrei%3A%20PECHA%20KUCHA.html" target="_blank">zweite PechaKucha</a> &#8211; Nacht in Berlin veranstaltet. (Die <a href="http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20060412111037" target="_blank">erste</a> fand im April statt) Offenbar hatten einige der Vortragenden das Format nicht wirklich verstanden. Statt freier Assoziationen zu visuellen Eindrücken gaben sie verstümmelte Kurzversion längerer Vorträge zum Besten. Wie jede andere neu entstehende Kulturform durchläuft auch diese eine Phase der Einübung, in der sowohl beim Publikum als auch bei den Akteuren kulturelle Muster und Standards sich erst langsam herausbilden.</p>
<p>Dem PechaKucha ähnlich wirkt das <a href="http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20060124160344" target="_blank">PowerPoint-Karaoke</a>. Zu zufällig vom Netz heruntergeladenen und daher völlig fremden Vorlagen ist ein Kurzvortrag zu improvisieren. Die Themen reichen von der &#8220;Kleinen Geschichte des Kiefernholzmöbels&#8221; bis zur &#8220;ATR-Systemik inverser Pliasmen&#8221;. Erfunden und im Januar erstmals erprobt wurde das Format im Umfeld der Berliner <a href="http://zentrale-intelligenz-agentur.de/" target="_blank">Zentralen-Intelligenz Agentur</a>.</p>
<p>Das verbindende Element dieser visuellen Events besteht in der Weise, wie eine technische und mediale Konfiguration für soziale Ereignisse genutzt wird. Die Mittel, um Bilder selbst am helllichten Tag zu projizieren, werden stetig verbessert und sind mittlerweile leicht zugänglich. Zugleich dehnt sich die Zahl der Menschen, die aktiv mit Bildern umgehen – sie also nicht nur sehen und verstehen, sondern auch zeigen und herstellen &#8211; immer weiter aus.</p>
<p>Pecha Kucha, Public Viewing oder Powerpoint-Karaoke stellen die Anfänge neuer Kultformen des Visuellen dar. Wenn Bilder zu einer Projektionsfläche sozialer Identität werden, übernehmen sie eine Funktion, die bislang vorrangig der Musik vorbehalten ist. „Zeig mir deine Bilder und ich sage dir, wer du bist.“</p>
<p>Abbildung 1: © René Berlin, gefunden auf <a href="http://www.flickr.com/photos/rene_berlin/187186091/" target="_blank">Flickr</a></p>
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