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Bilderkriege

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mirzoeff_bilderkriegeGlobalisierung führe, so Mirzoeff, zu einer Hypervirtualität des Visuellen, einer unkontrollierten und unbegrenzten Produktion von Bildern. Sie trifft auf zwei widerstreitende Kräfte. Auf der einen Seite stehen Staaten, die versuchen, den freien Fluss der Bilder zu kontrollieren. Auf der anderen Seite herrscht die visuelle Anarchie der vielen einzelnen Individuen. Dem Antagonismus der beiden Positionen entsprechen jeweils unterschiedliche Modelle bildhafter Geschichtsschreibung.

Der schottische Philosoph Thomas Carlyle hatte im 19. Jahrhundert die These vertreten, dass nur durch die Figur eines Helden Geschichte bildhaft werden kann. Mit der neuen Vielheit der Bilder stehen der auf Helden fixierten Abbildung andere Zeugnisse der Ereignisse gegenüber. Mirzoeff ordnet diese anti-heroische Bildproduktion dem schillernden Begriff der „Multitude“ zu. Diesen Beitrag weiterlesen »