Artikel-Schlagworte: „Medien“

Neu: Die Vortrags-Videos auf YouTube

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Der gewachsenen Bedeutung der Bilder widmete sich die öffentliche Vorlesungsreihe „Iconic Turn — Das neue Bild der Welt”, die 2002 und 2003 an der Ludwig-Maximilians-Universität München stattfand.

Nun stehen alle 21 Vorträge der namhaften Referenten dieser Veranstaltungen auf YouTube online.

http://www.youtube.com/HubertBurdaStiftung

Orte der Bilder

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topologien_der_bilder_01Dass Bilder einen Ort haben, ist die Grundannahme des Sammelbandes mit dem Titel Topologien der Bilder. Bild.Körper.Medium heißt das Graduiertenkolleg, aus dessen Umfeld das Buch stammt. Dessen Sprecher Beat Wyss hat versucht, ein wenig Ordnung in den hier vorliegenden Sammelband zu Bildern und Orten zu bringen. Aber die Wege der Bilder sind verworren. Den Sammelband zu lesen ist oft wie in einem Lexikon zu schmökern. Artikel folgt auf Artikel, mal springt man 500 Jahre vor, mal 200 zurück, mal ähneln sich die Themen, mal haben sie nicht das Geringste miteinander zu tun. Nach der Lesart von Wyss entsprechen die Begriffe Bild, Körper und Medium einem ästhetischen, einem bildpraktischen und einem epistemischen Zugriff auf Bilder. In einem weiteren Schritt verbindet er diese Begriffe wiederum mit den drei Peirce’schen Termini Ikon, Index und Symbol. Die Herausgeber ergänzen Wyss’ Ausführungen um einige ebenso generelle wie teils selbstverständliche Bemerkungen zum Verhältnis von Bild und Ort. Diesen Beitrag weiterlesen »

Medien und/oder Kunst

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mediaarthistoriesDer Sammelband MediaArtHistories unternimmt, den Versuch, das Genre der Medienkunst mit ihren verschiedenen Geschichten ein Stück weiter in den Kanon der Kunst einzufügen. Denn noch immer – oder vielleicht auch mehr denn je – ist sie in Galerien, Großausstellungen und Museen kaum vertreten.

Statt dessen ist Medienkunst ein Genre geblieben, das in mehr oder weniger geschlossen Kreisen, an wenigen zentralen Orten und in akademischen Zirkeln zirkuliert. Bei dem Versuch, ihre Geschichte zu konstruieren, legt das Buch unfreiwillig einige der Gründe offen, warum Medienkunst eine Nischenkultur geblieben ist, die weder auf Kunst noch auf den Rest der digitale Kultur merklich ausstrahlt. Denn Kunst im allgemeinen kommt gut mit Medien, aber auch ohne ein explizites Genre namens Medienkunst zurecht. Und Medien werden längst nicht mehr von Künstlern und ihren Werken vorangebracht, sondern von Unternehmensgründern und Programmierern. Diesen Beitrag weiterlesen »

Ein Versuch in automatischer Malerei

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Andreas_Schelske_nagWenn Kunsthistoriker über Bilder sprechen, die nicht Kunst sind, kommen oft bizarre Thesen zu Stande. Wenn aber Bildwissenschaftler, denen Kunst fremd ist, sich zur Malerei äußern, kann die Sache sehr amüsant werden.

Wie müsste ein Bildmaschine für automatische Malerei konstruiert sein, damit sie in westlichen Gesellschaften so erfolgreich wird wie die digitale Fotokamera oder wie eine Game-Engine für dreidimensionale, fotorealistische Computerspiele? Diesen Beitrag weiterlesen »

Mediale Tangenten

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Ein Festvortrag für Peter Sloterdijk

von Hubert Burda

globus_behaimWenn für manche die Wirklichkeit durch die Medien erzeugt wird, kann man sich vorstellen, dass es zu der Arbeit eines Philosophen gehört, über diesen Zusammenhang nachzudenken. So ist es auch bei Peter Sloterdijk. Sein Werk erlaubt wie wenige, Vergleiche zwischen der großen Zeit der nautischen Entdeckungen und der heutigen digitalen Revolution zu ziehen. Beide haben unsere Weltsicht und die politische und wirtschaftliche Machtverteilung grundlegend verändert.
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Das Netz zerfällt in viele Welten

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dld_HBM_Marcom_dld07aDas WorldWideWeb zerfällt in Teile. Das war beim diesjährigen Digital Lifestyle Day in München von vielen Seiten zu hören. Die einzelne Website wird nicht länger der einzige Orientierungspunkt sein. An ihre Stelle treten verteilte Informationen, auf unterschiedlichen Gebrauch und verschiedene Geräte abgestimmte Daten, fragmentiert und frei verknüpfbar.
Web2.0, so legt diese Einsicht nahe, mag zwar 2.0 sein, aber nicht länger ein Web. Visuelle Information ist von diesem Prozess der Zersplitterung ebenso betroffen wie alle anderen Informationen. Denn die Rolle der Bilder wandelt sich je nach Kontext, Technologie und Gebrauch. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Lonelygirl-Affäre

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lonyleygirlIn den ersten Jahren nach der Erfindung des Kinos hatten 90% aller Filme einen dokumentarischen Inhalt. Nach 15 Jahren hatte sich dieses Verhältnis umgekehrt. Fiktionale Stoffe waren bei weitem in Überzahl. Die Erklärung für den Wandel ist einfach: Alltag und Wirklichkeit lieferten nicht genügend dramatische Ereignisse, um die steigende Nachfrage der Kinogänger zu befriedigen. So gingen die Kinoproduzenten dazu über, Filme zu erfinden anstatt Stoffe auf der Straße zu suchen.
Ein kleiner Skandal, der Mitte September einen Videosender erschütterte, zeigt, dass sich ein ähnlicher Wandel erneut vollziehen könnte. Bei dem Kanal handelt es sich nicht um einen herkömmlichen Fernsehsender, sondern um den Youtube-Channel „lonelygirl15“. Diesen Beitrag weiterlesen »

Public Viewing Areas, Pecha Kucha, Powerpoint Karaoke

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public_fanmeile2Die Fussball- Weltmeisterschaft war ein Fest der Großbild- Projektionen. Million von Menschen haben sich in den Public Viewing Areas versammelt, um die Spiele gemeinsam zu verfolgen. Das technische Setup stellt keine großen Anforderungen: eine Großbildleindwand, Bänke, Stühle, und der öffentliche Raum verwandelt sich in einen sozialen Ort der Bilder.

Die gleiche mediale Konfiguration bringt mittlerweile zusehends auch andere, eigenständige Formate hervor, die das gemeinsame Betrachten von Bildern zum kulturellen Ereignis machen. Um nur zwei Beispiele zu nennen: PechaKucha und Powerpoint-Karaoke. Diesen Beitrag weiterlesen »

Mediale Emotionen

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mediale_emotionenEs war eine kluge Entscheidungen der Herausgeber, ihrer Sammlung einen klassischen Text von Henry James voranzustellen: „Was ist eine Emotion?“ Berühmt wurde er durch die Thesen „dass wir uns traurig fühlen, weil wir weinen, wütend sind, weil wir zuschlagen, ängstlich sind, weil wir zittern.“ Die Umkehrung der gewöhnlich angenommenen Kausalität im Gefühlshaushalt beherrscht allerdings nicht das gesamte Buch. Die meisten Autoren stützen sich auf den Ansatz von Peter Lang vor, demzufolge es sich bei Emotionen um „in Netzwerke eingebettete Handlungsdispositionen“ handelt. Deren Verhältnis zu den Bildern wird teils in einer Funktion der Mimikry, teils in einer der Auslösung gesucht. Methoden der empirischen Psychologie kommen zum Einsatz, um die emotionale Wirkung der Bilder in Versuchsreihen zu überprüfen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Bilder teilen, Medien kreuzen

crossmediaCrossmedia und Product Placement: ein Aufsatz im New Yorker berichtet über neue und erneuerte Bildstrategien der Werbung und ein anderer widmet sich der Verteilung der Bilder quer zu den Mediengrenzen. Beide gehören zusammen, denn sie sprechen von Bildern, die nicht mehr “ganz” sein können.

In der Industrie der Bilder verwandelt sich das einzelne Bild in eine transitorische Einheit. Es gilt nicht mehr als etwas “Ganzes”, das für sich allein besteht. Man begreift Bilder zusehends als Stückwerk und streut sie über verschiedene Medien. Ganz neu ist diese Entwicklung nicht, doch sie erfährt einen neuerlichen Schub. Drei Faktoren sind dafür verantwortlich:
1) Es gibt keinen einheitlichen Ort medialer Aufmerksamkeit mehr.
2) Die Zuschauer werden von statistischen Durchschnittsmenschen zu eine Vielheit einzelner Nutzer, deren Profil digital verfolgt wird.
3) Bilder konvergieren in digitalen Medien. Diesen Beitrag weiterlesen »