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	<title>Iconic Turn &#187; Kunstgeschichte</title>
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	<description>Neues aus den Bildwissenschaften</description>
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		<title>Zehn Kapitel zum Iconic Turn</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Dec 2010 15:08:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Hoelzner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Bildwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[hubert burda]]></category>
		<category><![CDATA[iconic turn]]></category>
		<category><![CDATA[in medias res]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Hubert Burda hat in Zusammenarbeit mit namhaften Experten wie dem Philosophen Peter Sloterdijk und dem Ästhetikprofessor Bazon Brock ein weiteres Buch zum &#8220;Iconic Turn&#8221; herausgebracht. Am 9. November präsentierte der Verleger In Medias res &#8211; Zehn Kapitel zum Iconic Turn an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.

„Herr Burda, Sie sind ein ‚embeded arthistorian&#8217; der sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hubertburda.de/">Hubert Burda</a> hat in Zusammenarbeit mit namhaften Experten wie dem Philosophen <a href="http://lectures.iconic-turn.de/iconicturn/autoren/?tx_aicommhbslectures_pi1%5BshowUid%5D=5&amp;cHash=7849282778">Peter Sloterdijk</a> und dem Ästhetikprofessor <a href="http://lectures.iconic-turn.de/iconicturn/autoren/?tx_aicommhbslectures_pi1%5BshowUid%5D=20&amp;cHash=d5119c9331">Bazon Brock</a> ein weiteres Buch zum &#8220;Iconic Turn&#8221; herausgebracht. Am 9. November präsentierte der Verleger <a href="http://www.fink.de/katalog/titel/978-3-7705-5125-5.html">In Medias res &#8211; Zehn Kapitel zum Iconic Turn</a> an der <a href="http://www.hfg-karlsruhe.de/">Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe</a>.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="470" height="289" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/cJzndckJ42I?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="470" height="289" src="http://www.youtube.com/v/cJzndckJ42I?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>„Herr Burda, Sie sind ein ‚embeded arthistorian&#8217; der sich in unternehmerischen Kreisen bewegt&#8221;, führte Professor <a href="http://lectures.iconic-turn.de/iconicturn/autoren/?tx_aicommhbslectures_pi1%5BshowUid%5D=29&amp;cHash=f799bde2fa">Wolfgang Ullrich</a> in die Diskussion ein. „Ihr Buch ist die kondensierte Darstellung einer lebenslangen Beschäftigung&#8221;, ergänzte Kunsthistoriker <a href="http://lectures.iconic-turn.de/iconicturn/autoren/?tx_aicommhbslectures_pi1%5BshowUid%5D=11&amp;cHash=8e4c932d3f">Horst Bredekamp</a>. Seit Jahren geht Burda der Frage nach, wie die Digitalisierung die Bedeutung von Bildern für die Gesellschaft verändert hat. „Iconic Turn&#8221; bedeutet in diesem Zusammenhang soviel wie eine Wende bei der Wahrnehmung von Bildern.</p>
<p>„Wo immer sich Kommunikation verändert, verändern sich die Fundamente der Gesellschaft&#8221;, schreibt Burda auch in seinem Buch. Durch Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks hatte eine Wende in der Kommunikation der Menschen stattgefunden, Bücher waren kein Statussymbol mehr, sondern der breiten Masse zugänglich.</p>
<p>Auch die Erfindung des Kupferstichs durch Martin Schongauer ließ einen Ruck durch die Welt gehen, so waren Gemälde nicht mehr nur an einen Platz gebunden, durch Replikationen konnte die ganze Welt daran Teil haben. Auch Innovationen wie die Fotographie und der Film veränderten die Kommunikation in der Welt maßgeblich. Das volle Ausmaß der Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, wird sich erst zeigen.</p>
<p><a href="http://www.fink.de/katalog/titel/978-3-7705-5125-5.html" target="_blank"><img class="alignleft" title="Hubert Burda: In medias res" src="http://www.fink.de/typo3temp/pics/cd3853b6da.jpg" alt="" width="196" height="260" /></a>„Wir leben in einer Zeit des Umbruchs&#8221;, erklärte Hubert Burda bei der Buchpräsentation: „Man muss sich damit beschäftigen, wie neue Bilder entstehen.&#8221; Denn durch die Digitalisierung habe sich die Welt rasant verändert: Bilder werden schnell, gezielt und großräumig verbreitet. Die Geltung der visuellen Kommunikation nimmt merklich zu. Doch was sind Bilder eigentlich? Welche Funktion erfüllen sie in ihren jeweiligen Kontexten? Und wie hat sich die Wahrnehmung durch den „Iconic Turn&#8221; verändert?</p>
<p>Mit diesen und vielen weiteren Fragen befasst sich das jüngste Buch des Verlegers. Und diese Fragen wurden auch in Karlsruhe mit den Gastautoren <a href="http://lectures.iconic-turn.de/iconicturn/autoren/?tx_aicommhbslectures_pi1%5BshowUid%5D=2&amp;cHash=235bae6e93">Hans Belting</a>, <a href="http://lectures.iconic-turn.de/iconicturn/autoren/?tx_aicommhbslectures_pi1%5BshowUid%5D=11&amp;cHash=8e4c932d3f">Horst Bredekamp</a>, <a href="http://lectures.iconic-turn.de/iconicturn/autoren/?tx_aicommhbslectures_pi1%5BshowUid%5D=20&amp;cHash=d5119c9331">Bazon Brock</a>, <a href="http://lectures.iconic-turn.de/iconicturn/autoren/?tx_aicommhbslectures_pi1%5BshowUid%5D=19&amp;cHash=b7f6799071">Friedrich Kittler</a> und <a href="http://lectures.iconic-turn.de/iconicturn/autoren/?tx_aicommhbslectures_pi1%5BshowUid%5D=5&amp;cHash=7849282778">Peter Sloterdijk</a> diskutiert. Hubert Burda hat das Buch seinem Sohn Felix gewidmet. „Er hat mich als Erster im Herbst 1990 auf die Bedeutung der digitalen Kommunikation und der elektronischen Wissenbibliotheken hingewiesen&#8221;, schreibt er in seiner Widmung. „Mit ihm habe ich, sei es in München, New York oder Seattle, in den 90er-Jahren begonnen, Gespräche über den Iconic Turn zu führen.&#8221; Felix Burda war nach seinem Tod 2001 auch die Vortragsreihe zum „Iconic Turn&#8221; von 2002 bis 2003 an <a href="http://www.uni-muenchen.de/index.html">Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)</a> in München gewidmet.</p>
<p>_______</p>
<p><strong>Weitere Links zur Medienberichterstattung:</strong></p>
<p><a href="http://www.faz.net/s/RubCC21B04EE95145B3AC877C874FB1B611/Doc~E003DAE8BC9784877AD711BE39B3F8884~ATpl~Ecommon~Scontent.html">&#8220;Die kleinen Dinge lösen große Medienrevolutionen aus&#8221; &#8211; Ein Gespräch zwischen Hubert Burda und Peter Sloterdijk</a> (FAZ, 8. Nov. 2010)</p>
<p><a href="http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article10863152/Bilder-rascheln-nicht.html">&#8220;Bilder rascheln nicht&#8221; &#8211; Hubert Burda diskutiert mit Peter Sloterdijk und Bazon Brock über den &#8220;Iconic turn&#8221;</a> (Die Welt,  11. Nov. 2010)</p>
<p>_______</p>
<p><a href="http://www.fink.de/katalog/titel/978-3-7705-5125-5.html">Hubert Burda: In medias res. Zehn Kapitel zum Iconic Turn.</a> Mit Beiträgen von Friedrich Kittler, Peter Sloterdijk, Bazon Brock, Horst Bredekamp und Hans Belting. EUR 29,80</p>
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		<title>Kunstgeschichte und Bildwissenschaft</title>
		<link>http://www.iconicturn.de/2008/03/kunstgeschichte-und-bildwissenschaft/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Mar 2008 06:41:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Bildwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Süddeutschen Zeitung (leider nicht online) macht sich heute Jutta Göricke Gedanken zum Verhältnis von Kunst- und Bildwissenschaften.
Die Veränderungen der Kunstgeschichte illustriert sie mit einem gelungenen Bild. Lang ist es her, dass man Stilleben nur als Zeichen der Vanitas gelesen hat, der Eitelkeit und Vergänglichkeit. Heute zählt auch dort eher Curiositas, die Neugier, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-136" title="zitrone_heda.jpg" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/zitrone_heda.jpg.jpg" alt="zitrone_heda.jpg" width="226" height="425" />In der Süddeutschen Zeitung (leider nicht online) macht sich heute Jutta Göricke Gedanken zum Verhältnis von Kunst- und Bildwissenschaften.</p>
<p>Die Veränderungen der Kunstgeschichte illustriert sie mit einem gelungenen Bild. Lang ist es her, dass man Stilleben nur als Zeichen der Vanitas gelesen hat, der Eitelkeit und Vergänglichkeit. Heute zählt auch dort eher Curiositas, die Neugier, und <span style="font-style: italic;">die abgeschälte </span><span style="font-style: italic;">Zitronenschale zieht gedanklich in die Anatomischen Theater ein</span>.<br />
Vielleicht ginge es auch noch etwas gegenwärtiger, war doch die Zitrone Handelsgut in Amsterdam, dem Zentrum nicht nur der Stillebenmalerei, sondern auch des globalen Handels , wo die ersten Börsen ihre Höhenflüge und Kursstürzen erlebten.</p>
<p>Die Kunstgeschichte, so Göricke, droht<br />
<span style="font-style: italic;">in drei Lager zu zerbrechen: das der Traditionalisten, die sich um Stil und Provenienzen kümmern, das der historischen Avantgardisten, die den Interpretationsrahmen von Kunstwerken um Naturwissenschaften in die Technikgeschichte erweitern, und das der ahistorischen Bildwissenchaften, die keinen Unterschied mehr machen zwischen der Venus von </span><span style="font-style: italic;">Botticelli und der Ultraschallaufnahme eines Oberbauchs.<span id="more-135"></span></span></p>
<p>Bildwissenschaften dagegen<br />
<span style="font-style: italic;">stellen sich der Flutwelle der technischen Bilder, die sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts aufgebaut hat und seither den Globus überschwemmt. Iconic Turn.</span></p>
<p>Ob das Bild einer Flut und die damit herauf beschworenen Ängste tatächlich der Wende zum<br />
Ikonischen entsprechen, kann man bezweifeln. Hier spricht sorgenvoll die Kunsthistorikerin, die einen Umbruch auf sich zukommen sieht. Nicht zuletzt weil Kunst und Bild zwei verschiedene Gegenstände geworden sind.</p>
<p><span style="font-style: italic;">Kunstwerke sind nichts Besonderes mehr und drohen unter die Räder zu kommen &#8211; wie es </span><br />
<span style="font-style: italic;">etwas bei den &#8216;Visual Studies&#8217; in den USA schon der Fall ist. Und die historische Anbindung geht ganz flöten.</span></p>
<p>Tatsächlich steht das historische Paradigma, das die deutschen Geisteswissenschaften seit dem 19. Jahrhundert prägt, in Frage. Das heißt nicht, dass man auf Geschichte verzichten<br />
könnte. Doch den Gewinn der Visual Studies bilanziert Göricke nicht. Dass dort nämlich tatsächlich eine Auseinandersetzung mit den Bildern der Gegenwart stattfindet. Und damit  eine Wissenschaft entsteht,  die auch einen Blick voraus riskiert, auf jene Bildwelten, mit denen wir uns in der näheren Zukunft auseinander setzen müssen.</p>
<p>Das Fazit ihres Artikels schneidet denn auch einige Diskussionen ab, die noch zu führen wären. <span style="font-style: italic;">Bildwissenschaft braucht eine historische Perspektive, und daher braucht sie die </span><span style="font-style: italic;">Kunstgeschichte.</span><br />
Damit hat sie sicher Recht. Die Opposition zwischen beiden Fächern nutzt niemandem. Aber der Nutzen der Geschichte für unsere Gegenwart will noch einmal bedacht und begründet werden. Sonst vergammelt die Zitrone am Ende doch.</p>
<p>Bild: Ausschnitt aus Willem Claesz Heda: Stilleben mit Nautilusbecher (1642)<br />
<a href="http://kunst.gymszbad.de/zab2006/ts-3/heda/heda-stilleben-1642-1-xl.jpg" target="_blank">kunst.gymszbad.de/zab2006/ts-3/heda/heda-stilleben-1642-1-xl.jpg</a></p>
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		<title>Der Anteil der Öffentlichkeit an dem neuzeitlichen Herrscherbild</title>
		<link>http://www.iconicturn.de/2005/02/der-anteil-der-offentlichkeit-an-dem-neuzeitlichen-herrscherbild/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2005 12:54:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lecture]]></category>
		<category><![CDATA[Warnke, Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentation]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Anteil der Öffentlichkeit an dem neuzeitlichen Herrscherbild
Der Anteil der Öffentlichkeit an dem neuzeitlichen Herrscherbild
Iconic Turn Lecture, 03.02.2005
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-360" title="warnke_martin" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/warnke_martin.jpg" alt="warnke_martin" width="109" height="100" /><a href="http://lectures.iconicturn.de/iconicturn/programm/video/?tx_aicommhbslectures_pi1%5BshowUid%5D=9&amp;cHash=ef68e972c6" target="_self">Der Anteil der Öffentlichkeit an dem neuzeitlichen Herrscherbild</a></p>
<p>Der Anteil der Öffentlichkeit an dem neuzeitlichen Herrscherbild</p>
<p>Iconic Turn Lecture, 03.02.2005</p>
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		<title>Kunstgeschichte, Bildwissenschaft</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Feb 2005 14:01:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Bildwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Interview mit Hubertus Kohle
Ist eine eigene Disziplin, die sich allgemein dem Forschungsgegenstand &#8220;Bild&#8221; widmet, sinnvoll? Wie sollte sich Kunstgeschichte dazu verhalten? 
Das Bild ist ja ein Querschnittphänomen, das praktisch in allen Wissenschaften eine Rolle spielt, insbesondere auch in den Naturwissenschaften.
Das ist im Hinblick auf die Frage, ob hier eine eigene Disziplin tätig werden sollte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-370" title="kohle_il" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/kohle_il.gif" alt="kohle_il" width="95" height="100" />Ein Interview mit Hubertus Kohle</p>
<p><em>Ist eine eigene Disziplin, die sich allgemein dem Forschungsgegenstand &#8220;Bild&#8221; widmet, sinnvoll? Wie sollte sich Kunstgeschichte dazu verhalten? </em></p>
<p>Das Bild ist ja ein Querschnittphänomen, das praktisch in allen Wissenschaften eine Rolle spielt, insbesondere auch in den Naturwissenschaften.<span id="more-369"></span></p>
<p>Das ist im Hinblick auf die Frage, ob hier eine eigene Disziplin tätig werden sollte, allerdings auch das Problem, denn sie würde zwangsläufig interdisziplinär angelegt sein müssen &#8211; was ein Vorteil ist &#8211; andererseits so pluralistisch sein, dass die Gefahr einer Ausfransung gegeben ist, auch die eines &#8220;deskilling&#8221;. Ich bin da ganz d&#8217;accord mit den skeptischen Einwänden von Thomas Crow und Rosalind Krauss, hoffe aber, dass sie zu neutralisieren sind, wenn man sich des Problems bewußt ist. Eben deswegen müsste man sich sehr genau überlegen, was Bestandteil einer solchen Disziplin sein kann und was nicht. Am sinnvollsten schiene es mir, die Bildwissenschaft als einen Aufbaustudiengang anzulegen, also etwa als einen M.A. oder als ein Promotionsstudium im Sinne der (nicht mehr vermeidbaren) neuen Studiengänge, in dem Studierende vertreten sein müssten, die aus unterschiedlichen Disziplinen kommen und sich systematischen Fragen widmen, die das Bild betreffen. Das hätte den Vorteil, dass erst einmal eine solide Basis da ist, also erst Disziplinarität und dann Interdisziplinarität. Die Kunstgeschichte könnte bei den anderen (Kultur)Wissenschaften einbringen, dass das Bild ein Konstrukt ist, das keine Transparenz auf den Gegenstand hat (gibt es den überhaupt?), sondern von vielfältigen historischen Faktoren und Kontexten bestimmt ist, (Macht)Interessen visualisiert und als Medium Bedingungen unterworfen ist, die sich an keiner einfach zu bestimmenden Objektivität messen lassen. Aber vor allem könnte sie, geschult durch künstlerisch wertvolle Gegenstände, auf die Notwendigkeit und den Wert eines genauen Hinsehens aufmerksam machen.</p>
<p><em>Welche Kenntnisse der Kunstgeschichte sollten in eine Bildwissenschaft einfließen? Welche lassen sich auf &#8220;Bilder&#8221; in einem allgemeinen Sinn anwenden? Wo besteht der Bedarf einer methodischen Eneuerung?</em></p>
<p>Die Kunstgeschichte müsste ihre historischen Bildkenntnisse einbringen und die Bildwelt der Gegenwart damit als eine eben auch durch die Geschichte bedingte erkennen. Wenn wir heute einen Staatsmann händeschüttelnd durch das Spalier eines fähnchenschwenkenden Publikums ziehen sehen, dann können wir das als das Resultat einer geschichtlichen Entwicklung begreifen, die seit dem 18. Jahrhundert den Herrscher privatisiert, vermenschlicht, entmystifiziert. Und erst, wenn man das sieht, erkennt man die Spezifik dieser Darstellungsweise und kann sie auf ihre Funktionen befragen. Das heißt auch, dass die Beschränkung auf Hochkunst-Bilder aufgehoben werden muss, wobei ich darauf hinweisen möchte, dass dies im Ansatz (und mehr als das) auch schon von der Ikonologie und der von der 68er Bewegung beförderten Sozialgeschichte der Kunst geleistet wurde.</p>
<p><em>Gibt es einen &#8220;iconic turn&#8221;? Worin besteht er?</em></p>
<p>Also wenn ich es richtig verstehe, ist damit ja wohl gemeint, dass mit der Entwicklung der elektronischen Medien die Präsenz des Bildlichen immer drängender wird, auf einer anderen Ebene aber auch, dass bildgebende Verfahren im weitesten Sinne des Wortes &#8211; also etwa auch Schemazeichnungen &#8211; mehr und mehr als Erklärungsmedien verwendet werden. Ob das gleich ein &#8220;turn&#8221; ist, weiß ich nicht, weil damit ja immer eine lineare Generalentwicklung behauptet wird, die sich bei näherem Hinsehen als deutlich vielschichtiger darstellt. Die Kunstgeschichte hat darauf in gewisser Weise mit neuen Deutungsverfahren reagiert, die sich von der vielfach textorientierten Ikonologie abwandten und in der sogenannten &#8220;new art history&#8221; Visualität als eigenen Wirklichkeitsbereich mehr ins Zentrum rückten &#8211; oder dies zumindestens beanspruchten.</p>
<p><em>Digitale Medien nehmen auch innerhalb der Kunstgeschichte einen immer größeren Platz ein. Sollten auch die Bilder in solchen Medien Gegenstand der Kunstgeschichte sein?</em></p>
<p>Wir haben hier am Institut eine Kollegin eingestellt (Dr. Katja Kwastek), die sich ausdrücklich um Medienkunst, -theorie und das digitale Bild in den Künsten kümmert, darüber sich auch habilitiert. Wenn wir in Zukunft verstärkt oder ausschließlich mit digitalen Reproduktionen arbeiten, scheint mir die Reflexion über das Medium, wie sie auch in den Künsten angestellt wird, unverzichtbar.<br />
<a href="http://www.fak09.uni-muenchen.de/Kunstgeschichte/dozenten/kohle/">Hubertus Kohle</a> lehrt Kunstgeschichte an der LMU München.(Das Interview führte Stefan Heidenreich)</p>
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		<title>Iconic Turn?</title>
		<link>http://www.iconicturn.de/2004/11/iconic-turn/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2004 07:22:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sauerländer, Willibald]]></category>
		<category><![CDATA[Iconicturn]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Angesichts des Massenkonsums von Bildern drohen wir in die ästhetische Unmündigkeit, in die Idolatrie zurückzufallen, und das dürfen wir nicht zulassen. Wir brauchen daher nicht nur aus kunstgeschichtlichen und ästhetischen, sondern mehr noch aus zivilen und öffentlichen Gründen einen kritischen Ikonoklasmus der visuellen Wahrnehmung.

Längst hat sich in der Zeit des pictorial turn auch die traditionelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-459" title="sauerländer_bush" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/sauerländer_bush.jpg" alt="sauerländer_bush" width="100" height="100" />Angesichts des Massenkonsums von Bildern drohen wir in die ästhetische Unmündigkeit, in die Idolatrie zurückzufallen, und das dürfen wir nicht zulassen. Wir brauchen daher nicht nur aus kunstgeschichtlichen und ästhetischen, sondern mehr noch aus zivilen und öffentlichen Gründen einen kritischen Ikonoklasmus der visuellen Wahrnehmung.<span id="more-458"></span></p>
<div>
<p>Längst hat sich in der Zeit des pictorial turn auch die traditionelle Kunstgeschichte verändert. Die immer weiter getriebene Erforschung der Physiologie der Wahrnehmung, wie sie Hirnforscher und Neurologen vorantreiben, wirft neue Fragen über die Prozesse der ästhetischen Wahrnehmung auf. Die wachsende Rolle der teleskopischen und mikroskopischen Bilder in der naturwissenschaftlichen Forschung hat unseren Blick dafür geschärft, wie viel Erkenntnisdrang und visuelle Forschung auch in den Bildern der Vergangenheit steckt. Als Zeugen der Verführungstechniken, welche uns die visuellen Medien täglich vor Augen führen, entdecken wir wieder, wie viel Gewalt, Grausamkeit, Begierde in den alten Bildern rumorte, die von ihrer Ästhetisierung lange Zeit unsichtbar gemacht worden waren. Mit den neuen Apparaten können wir vor den Bildern spielen und sie verändern. Längst arbeiten die aufgewachten Kunsthistoriker, vor allem in den angelsächsischen Ländern, mehr über Leidenschaften und psychische Prozesse als über Stile, mehr über Körpersprache als über Ikonographie, mehr über die Macht der Bilder als über deren Entstehung. Die Kunstgeschichte hat sich an ihrer vordersten Front also schon in eine Bildwissenschaft verwandelt, wobei das allerdings weniger ein Problem der quantitativen Erweiterung als eines der inneren Perspektive ist.</p>
<p>Und doch bleibt am Ende ein fundamentaler Einwand. Die Trennung zwischen der Welt der ästhetischen Erscheinungen und der Welt der praktischen Interessen, wie sie die kantische Kritik der Urteilskraft postuliert hatte, ist in der Zeit der Massenmedien trügerisch geworden. Die Medienwissenschaft, die sich neben der traditionellen Kunstgeschichte als eine Leitwissenschaft für die Untersuchung von Bildern etabliert hat, strebt nicht das reflexive ästhetische Urteil, sondern die praktische Untersuchung der Techniken an, mit denen Bilder konstruiert und vom Sender zum Empfänger geschickt werden. Alle die Untersuchungen zur Mediengeschichte von Faulstich bis zu Beltings erstaunlicher Schrift über die Entwicklung der Bilder von der byzantinischen Ikone bis zu den künstlichen Körpern sind brillante Verfahrensbeschreibungen.</p>
<p>Wenn es aber wahr ist, dass wir uns heute in der Gesellschaft mehr über Bilder als über Argumente verständigen, wenn der Zugriff auf die Bilder und das Geschäft mit den Bildern zu einem zentralen Instrument der politischen und ökonomischen Steuerung geworden sind, dann bleibt jede bloße Verfahrensbeschreibung ein sich den Wertungsfragen entziehender Positivismus. Technisch mag sie noch so bestechend sein, gesellschaftlich ist sie blind.</p>
<p>Eine Diskussion über die neuen Medien darf sich nicht auf noch so brillante Analysen der Verfahrensweisen und der Innovationen beschränken, weil die massenhafte Zirkulation der Bilder in der Mediengesellschaft zu einem öffentlichen Problem geworden ist. Wir lassen uns als Bürger keine falschen Argumente gefallen, wir dürfen uns aber auch nicht durch trügerische Bilder täuschen lassen. Daher darf nicht nur deskriptiv, es muss auch ethisch und zivil über den pictorial oder iconic turn gesprochen werden. Französische Theoretiker sprechen von einer »écologie des images«, einer »Ökologie der Bilder«. Eine bloße quantitative Erweiterung des alten Materials der alten Kunstgeschichte um andere Bilder wäre letal. Zu fordern ist eine kritische Bild- und Mediengeschichte, die in Erinnerung ruft, dass Bilder nicht weniger als Worte ein Problem der öffentlichen Gesittung und der guten Verständigung unter den Bürgern einer vernünftig denkenden Zivilgesellschaft sind. Wir dürfen nicht zu elektronischen Ikonodulen werden, sprach- und gedächtnislos wie die Struldbrugs in Gullivers Reisen. »Confunduntur omnes qui colunt sculptilia« &#8211; »Schämen müssen sich alle, die den Bildern dienen«, steht schon in den Psalmen. Deswegen meine ernst gemeinte Bitte um Ikonoklasmus.</p>
<p>(aus: Hubert Burda, Christa Maar (Hg.): Iconic-Turn. Die neue Macht der Bilder, Köln: DuMont 2004, S.422 und 424f.)</p></div>
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		<item>
		<title>Iconic Turn weitergedreht</title>
		<link>http://www.iconicturn.de/2004/11/iconic-turn-weitergedreht/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Nov 2004 07:25:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burda, Hubert]]></category>
		<category><![CDATA[Iconicturn]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[In den vergangenen Jahren hat sich in dem traditionsreichen Fach Kunstgeschichte viel verändert. Ein Blick in die Vorlesungs- verzeichnisse deutschsprachiger Universitäten zeigt, dass man die splendid isolation, in der sich die Kunstgeschichte einmal ausschließlich mit der Kunst befasst hat, verlassen hat.  

Bilder sind mittlerweile auch über die Kunstgeschichte hinaus in einem weit umfassenderen Sinn Gegenstand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-463" title="burda_muenze" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/burda_muenze.jpg" alt="burda_muenze" width="100" height="100" />In den vergangenen Jahren hat sich in dem traditionsreichen Fach Kunstgeschichte viel verändert. Ein Blick in die Vorlesungs- verzeichnisse deutschsprachiger Universitäten zeigt, dass man die splendid isolation, in der sich die Kunstgeschichte einmal ausschließlich mit der Kunst befasst hat, verlassen hat.  <span id="more-462"></span></p>
<div>
<p>Bilder sind mittlerweile auch über die Kunstgeschichte hinaus in einem weit umfassenderen Sinn Gegenstand der Geistes- und Naturwissenschaften geworden. Ob es sich dabei um das Verhältnis von Bild und Macht &#8211; wie Paul Zanker dies am Beispiel des Kaisers Augustus und der Verbreitung seines Bildnisses im antiken Rom untersuchte &#8211; oder um Fragen der neurobiologischen Grundlagen der Entstehung von Sprache und Bildern im Gehirn &#8211; einem großen Forschungsfeld Wolf Singers &#8211; handelt: die Dimensionen der Beschäftigung mit dem Phänomen Bild übertreffen wohl selbst die vorausschauenden Einsichten des »Bildwissenschaftlers« Aby Warburg, der schon früh demonstrierte, dass »die Geschichte der Bilder etwas Umfassenderes, Mächtigeres war als die Geschichte der Kunst«.</p>
<p>Die Vorlesungsreihe Iconic Turn ist aus dem Versprechen entstanden, nach dem frühen Krebstod meines Sohnes Felix im Jahre 2001 unsere Gespräche über Kunst und Bilder fortzusetzen. Besonders in dem Jahr, als Felix nach seiner Promotion in die USA gegangen war und an der Seattle University als Senior Assistant Professor für Kunstgeschichte lehrte und forschte, führten wir oft lange Telefonate, die sich immer um die Schnittstelle von Kunst und Medien drehten. So sind die Vorlesungsreihe und das Buch Iconic Turn seinem Gedenken gewidmet worden. In dem Untertitel &#8220;Die neue Macht der Bilder&#8221; kommt auch ein von Felix stets hervorgehobenes Anliegen zum Ausdruck, Erkenntnis nicht um ihrer selbst willen zu erlangen, sondern immer wieder auf unsere eigene Gegenwart zu beziehen.</p>
<p>(aus: Hubert Burda, Christa Maar (Hg.): Iconic Turn. Die neue Macht der Bilder, Köln: DuMont 2004, S.9.)</p></div>
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