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	<title>Iconic Turn &#187; Kunst</title>
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	<description>Neues aus den Bildwissenschaften</description>
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		<title>Medien und/oder Kunst</title>
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		<pubDate>Sat, 10 May 2008 08:17:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Sammelband MediaArtHistories unternimmt, den Versuch, das Genre der Medienkunst mit ihren verschiedenen Geschichten ein Stück weiter in den Kanon der Kunst einzufügen. Denn noch immer &#8211; oder vielleicht auch mehr denn je &#8211; ist sie in Galerien, Großausstellungen und Museen kaum vertreten.
Statt dessen ist Medienkunst ein Genre geblieben, das in mehr oder weniger geschlossen Kreisen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-191" title="mediaarthistories" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/mediaarthistories.png" alt="mediaarthistories" width="200" height="254" />Der Sammelband <a title="mediaarthistory" href="http://www.mediaarthistory.org/pub/mediaarthistories.html" target="_blank">MediaArtHistories</a> unternimmt, den Versuch, das Genre der Medienkunst mit ihren verschiedenen Geschichten ein Stück weiter in den Kanon der Kunst einzufügen. Denn noch immer &#8211; oder vielleicht auch mehr denn je &#8211; ist sie in Galerien, Großausstellungen und Museen kaum vertreten.</p>
<p>Statt dessen ist Medienkunst ein Genre geblieben, das in mehr oder weniger geschlossen Kreisen, an wenigen zentralen Orten und in akademischen Zirkeln zirkuliert. Bei dem Versuch, ihre Geschichte zu konstruieren, legt das Buch unfreiwillig einige der Gründe offen, warum Medienkunst eine Nischenkultur geblieben ist, die weder auf Kunst noch auf den Rest der digitale Kultur merklich ausstrahlt. Denn Kunst im allgemeinen kommt gut mit Medien, aber auch ohne ein explizites Genre namens Medienkunst zurecht. Und Medien werden längst nicht mehr von Künstlern und ihren Werken vorangebracht, sondern von Unternehmensgründern und Programmierern.<span id="more-190"></span></p>
<p>Die leitenden Begriffe des Bandes stammen noch aus der Zeit, als das Genre der Medienkunst erfunden und mit institutionelllen Anstrengungen publik gemacht wurde: Interaktivität, Immersion, Virtualität, Experiment. Eine Geschichte zu finden, einen Kanon zu bilden, Typologien zu finden und kulturelle Bedeutung zu reklamieren sind die Aufgaben, denen sich die Autoren des Bandes stellen.<br />
Dabei entwickeln viele Beiträgen einen persönlichen Zugang, der mitunter sehr aufschlussreich ist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Peter Weibel findet Vorbilder des Interaktiven im Bereich von Fluxus und macht auf einige fast vergessene Ausstellungen aus den 50er Jahren aufmerksam. Edward Shanken überlegt als Medienkünstler, wie sich das Problem, vom &#8216;offiziellen&#8217; Kanon der Kunst ausgeschlossen zu sein, korrigieren lässt. Erkki Huhtamo schreibt eine Geschichte der Berührung, des &#8216;touchs&#8217; als Parallele zur interaktiven Kunst. Dieter Daniels unternimmt den Versuch, zwischen Marcel Duchamp und Alan Turing über deren Verhältnis zum Schachspiel und zum Sex eine Verwandtschaft zu konstruieren. Der Herausgeber Oliver Grau findet in optischen Schauspielen wie der Phantasmagorien und den Magic Lanterns Vorläufer digitaler Illusionsmedien.<br />
Der Beitrag von Gunalan Nadarajan macht auf ein arabisches Werk über Mechanik und Maschinen von 1206 aufmerksam, lesenswert obwohl &#8211; oder gerade weil &#8211; er bei der Geschichte Al-Jazaris bleibt und keine Verbindungen zur Medienkunst erzwingt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ryszard Kluszczynski verfolgt die Transformationen der Medienkunst vom Kino zur Interaktion und schreibt über CyberKultur, ohne populäre Videoportale wie Youtube oder Joost auch nur zu streifen.<br />
In einer Passage vom Materiellen zum Interface sucht und findet Louise Poissant Parallelen zwischen Philosophie, Technologie und Kunst. Materialität wird ebenfalls zum zentralen Thema in dem Text von Christiane Paul, der fragt, wie immaterielle und prozessuale Werke der Medienkunst konservatorisch behandelt werden können.<br />
In einem sehr lesenswerten und informativen Beitrag beschreibt Machiko Kusahara die Eigentümlichkeiten japanischer Medienkunst und prägt für die Vorliebe zum Waren-Objekt und zur Unterhaltung den Begriff &#8216;Device Art&#8217;.<br />
Frei von der Beschränkung auf Medienkunst hinterfragt Ron Burnett den Begriff der Interaktivität als problematischer Wortprägung und wirft zugleich einen erhellenden Blick auf künftige kulturelle Entwicklungen.<br />
Mit der Überschrift &#8216;Abstraktion und Komplexität&#8217; wandelt Lev Manovich auf den Spuren von Wilhelm Worringer, um sich in den ästhetischen Untiefen generativer Grafik zu verlieren. Wie Geschichte konstruiert wird, nicht zuletzt durch und mit Hilfe neuer Medien, zeigt Timothy Lenoir am Beispiel von Nanotechnologie und Bioinformatik.<br />
&#8220;There are no visual media&#8221; behauptet W.J.T. Mitchell, wobei er sich einerseits auf Marschall McLuhan beruft, dem Fernsehen haptisch erschien, und andererseits auf die Tatsache, dass fast alle Bildmedien nicht exklusiv visuell sind, sondern auch Ton und Text umfassen.<br />
Als produktive künstlerische Einschränkung betrachtet Douglas Kahn den Umstand, dass am Beginn der Medienkunst Rechenkraft nur sehr eingeschränkt verfügbar war, was die Künstler der frühen Computerkunst einem Effizienzdruck aussetzte.<br />
In dem Schlussaufsatz wendet sich Barbara Stafford gegen die Dominanz des Narrativen und sieht die größte Herausforderung unserer Zeit auf den Spuren der Quantenphysik in der Abbildung von Wahrscheinlichkeiten und Unsicherheiten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mit der Disparatheit seiner Beiträge wird der Band dem Plural „Histories“ gerecht. Die Bemühungen, Medienkunst als Genre und akademisches Forschungsobjekt zu etablieren, führen stellenweise zur Beschränkung der Akteure auf das eigenste Interesse. Wo es dem Buch dagegen gelingt, den engen Rahmen der Medienkunst zu überschreiten, wartet es bsiweilen mit erhellenden Erkenntnissen auf.</p>
<p>Oliver Grau (Hrsg.): Mediaarthistories. The MIT Press, Cambridge (MA) 2007</p>
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		<title>Bildtheorie oder Kunstphilosophie?</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Mar 2008 06:48:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir werden auch Themen behandeln wie den iconic turn, also die Frage, ob es eine universale Bildwissenschaft gibt und was diese mit den Medien zu tun hat(245),  verspricht Hans-Ulrich Reck. Die Antwort überlässt er seinem Freund Bazon Brock, der lakonisch zweierlei festhält: Der eigentliche iconic turn besteht darin, dass heute vor Gericht niemand mehr das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-style: italic;"><img class="alignleft size-full wp-image-142" title="reck_cover_01" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/reck_cover_01.jpg" alt="reck_cover_01" width="220" height="308" />Wir werden auch Themen behandeln wie den iconic turn, also die Frage, ob es eine universale Bildwissenschaft gibt und was diese mit den Medien zu tun hat</span>(245),  verspricht Hans-Ulrich Reck. Die Antwort überlässt er seinem Freund Bazon Brock, der lakonisch zweierlei festhält: <span style="font-style: italic;">Der eigentliche iconic turn besteht darin, dass heute vor Gericht niemand mehr das Argument abgenommen wird, dass er durch Bilder getäuscht worden sei. Selbst in der Rechtsprechung geht man davon aus, dass jeder, der mit Photographie, Film, Fernsehen aufgewachsen ist, nicht mehr vor Gericht einklagen kann, dass zwischen dem im Reiseprospekt abgebildeten Hotel mit Sandstrand und dem real von ihm wahrgenommenen Hotel vor Ort eine einklagbare Differenz besteht.</span>(267) Die andere Seite des iconic turn sieht Brock in der Schlacht um die Ausildungsprogramme, und damit geht es zurüpck zur Unvermeidlichkeit der Kunst: <span style="font-style: italic;"><span id="more-141"></span>Die zu diskutierende Fragestellung wird in jedem Bildungs- und Kultusministerium aufgegrifffen, wenn intern entschieden werden soll, ob ein neu zu errichtender Lehrstuhl nun unter dem Titel Ästhetik, Kunstgeschichte, Bildwissenschaften, Medienanthropologie oder Kunstkritik ausgeschrieben werden soll. Jeder, der sich verführen lässt, unter dem Titel Medienwissenschaft als Professor anzutreten, muss mit der Zeit einsehen, dass sein Bemühen ohne Bezug auf die Kunst vergeblich sein wird. Sobald der Bezug zu Kunst ind erMedinekritik oder Medienanthropologie ausfällt, geht der Betreffende zurgrunde. Denn nur die Kunst handelt von Evidenzkritik als um im Bild selbst.</span>(268)<br />
Diese Aussage erscheint ziemlich gewagt, wenn nicht geradewegs ignorant, angesichts der Fülle an Referenzen von Bildern auf Bilder, die auf Seiten wie Flickr oder Youtube kultiviert wird. Natürlich gelten dort nicht die Diskursregeln der beiden Herren. Aber Brock bleibt mit seinen Thesen ganz im Tenor der Buches.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die rhetorische Frage im Titel des Buches beantwortet Reck umgehend auf Seite 11: „Nur kunstphilosophisch, nicht schon bildtheoretisch kann der Eigensinn der Bilder in seiner ganzen Tragweite erfaßt werden.“ Denn „an der Eigensinnigkeit der Bilder endet jede wissenschaftliche Paradigmatik und beginnt die Leidenschaft der Kunst, erst recht die Leidenschaftlichkeit im Umgang mit ihr.“ Nicht dass damit alle Rätsel gelöst wären, aber eben doch ein guter Teil der im Titel gestellten Frage. Mit der so erklärten Leidenschaftlichkeit reitet Reck durch das ganze Buch. Das hat die unangenehme Folge, dass fast durchgehend derselbe herrische und selbstgewisse Tonfall regiert. Der Autor hat alles schon immer richtig beieinander und ergeht sich in einer Sprache, die nicht eigentlich etwas zur Diskussion stellt oder zum Denken auffordert, sondern so als hätte er alles der Sekretärin diktiert im Leser den ergebenen Hörer sucht. Nicht zuletzt dieser unschönen Eigensinnigkeit ist es geschuldet, dass Reck in Fachkreisen, aber auch beim weiteren Publikum nie die Beachtung gefunden hat, die er vielleicht verdienen würde.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es erfordert eine gewisse Mühe, sich von dem Stil des Autors frei zu machen, um unvoreingenommen nachzuvollziehen, was gesagt wird. Und das lohnt sich durchaus. Die Zielrichtung ist klar vorgegeben. Reck möchte, zusammen mit der Kunst in ihrer übergeordneten kritischen Position gegenüber den Bildern, den Vorrang der Kunstgeschichte gegenüber jeder denkbaren Bildwissenschaft bekräftigen. Er lässt kaum einen theoretischen Standpunkt aus, um das Fundament für seine Thesen zu legen. Seine Tour de Force durch die philosophischen Hintergründe führt über Merleau-Ponty, Bredekamp, Breidbach, Sartre, Piaget, Goodman, Bourdieu, Imdahl, Boehm, Sachs-Hombach und immer wieder zurück zu Reck, Reck, Reck. Um Thesen wie um Material ist der Autor nie verlegen, nur geht er auf seinem Weg nicht geradeaus voran, sondern sammelt auf, was sich am Rand und auch auf Umleitungen noch alles an Wichtigem oder nur Naheliegendem finden lässt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Reck nimmt eine modernistische Position ein. Er setzt die Verweigerung des Künstlers gegen den plebejischen Glamour der Warenwelt; die Kraft der Avantgarden gegen die Vereinnahmung durch den globalen Kapitalismus; und Komplexität künstlerische Strategien gegen das schlicht Bildhafte.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wo Reck dann aber die Strategien der Kunst zu sprechen kommt, bleiben seine Auskünfte oft vage. So etwa im Fall des Samplings. Es hätte sich angeboten, hier auf die seit einiger Zeit viel diskutierten Thesen von Nicolas Bourriaud zur relationalen Ästhetik und zur Kunst als Postproduction einzugehen. Aber die vielen Künstler der 90er Jahre, die sich so gut als Beispiel angeboten hätten, wie Sampling als künstlerische Strategie funktioniert und wohin es erweitert werden kann, bleiben weitgehend unerwähnt, sieht man von einem einzigen versteckten Hinweis auf Recks schweizer Landsmännin Pipilotti Rist ab. Stattdessen hält er sich lang mit philosophischen und technizistischen Deutungen dessen auf, was Sampling als Kulturtechnik bedeuten könnte, und zieht sich dabei selbst vom weiteren Umfeld der Kunst auf den Bereich des bloß Bildhaften zurück.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Am Ende gerät die Kunst weitgehend aus dem Blick, wenn Reck versucht, seine Thesen auf den aktuellen Stand der Bildpolitik nach dem zweiten Golfkrieg aufzurüsten. Diesem Bemühen schuldet sich wohl auch das eigentümliche Motiv des Buchtitels, das Usama Bin Laden im Visier einer Überwachungskamera zeigen soll.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">In einem sogenannten „Theorie-Duett“ mit Bazon Brock findet das Buch seinen Abschluss. Hier vollzieht sich tatsächlich eine erstaunliche Wandlung. Wenn Reck vor Publikum spricht &#8211; und das Duett gibt einen öffentlichen Dialog aus dem Jahr 2004 wieder &#8211; verändert sich sein Ton. An die Stelle des Behauptenden tritt der Lehrende, der sich bemüht, sein Wissen zu vermitteln und es auch kann, wenn er nur gefragt wird und sich nicht beim Schreiben selbst überlassen bleibt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">_____________</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Hans Ulrich Reck: Der Eigensinn der Bilder. Bildtheorie oder Kunstphilosophie? Fink Verlag 2007, € 27,90</p>
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		<title>Ein Versuch in automatischer Malerei</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jan 2008 06:58:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn Kunsthistoriker über Bilder sprechen, die nicht Kunst sind, kommen oft bizarre Thesen zu Stande. Wenn aber Bildwissenschaftler, denen Kunst fremd ist, sich zur Malerei äußern, kann die Sache sehr amüsant werden.
Wie müsste ein Bildmaschine für automatische Malerei konstruiert sein, damit sie in westlichen Gesellschaften so erfolgreich wird wie die digitale Fotokamera oder wie eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-161" title="Andreas_Schelske_nag" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/Andreas_Schelske_nag.jpg" alt="Andreas_Schelske_nag" width="230" height="153" />Wenn Kunsthistoriker über Bilder sprechen, die nicht Kunst sind, kommen oft bizarre Thesen zu Stande. Wenn aber Bildwissenschaftler, denen Kunst fremd ist, sich zur Malerei äußern, kann die Sache sehr amüsant werden.</p>
<p><span style="font-style: italic;">Wie müsste ein Bildmaschine für automatische Malerei konstruiert sein, damit </span><span style="font-style: italic;">sie in westlichen Gesellschaften so erfolgreich wird wie die digitale Fotokamera oder wie eine Game-Engine für dreidimensionale, fotorealistische </span><span style="font-style: italic;">Computerspiele?<span id="more-160"></span></span></p>
<p>Andreas Schelske weiß in der <a href="http://www.bildwissenschaft.org/VIB/journal/index.php?menuItem=miArchive&amp;showIssue=30" target="_blank">Ausgabe 6</a> der Online-Zeitschrift <a href="http://www.image-online.info/" target="_blank">Image</a> eine <a href="http://www.bildwissenschaft.org/VIB/journal/content.php?function=fnArticle&amp;showArticle=110" target="_blank">Antwort.</a> Erst einmal konstatiert er, dass Computer zwar realistische Bilder berechnen können, bei der weniger realistischen Malerei aber bislang noch kaum eingesetzt werden. Es wäre kein Fehler, sich einmal die jüngeren Bilder von <a href="http://www.artnet.com/artist/12773/albert-oehlen.html" target="_blank">Albert Oehlen</a> zu betrachten.</p>
<p>Für den von Schelske geforderten Nicht-Fotorealismus genügt es nicht, Kamerabilder einfach abzuwandeln. Die Gesellschaft kommt  dazwischen. Denn messerscharf urteilt Schelske, dass Malerei keine Privatsprache im Sinn von Wittgenstein sein kann, sondern ganz offenbar im kommunikativen Austausch mit anderen Individuen erlernt wird. Damit schließt sich ein anderer Ansatz berechenbarer Bilder wie der von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Bense" target="_blank">Max Bense</a> aus, den er leider nicht erwähnt. Bense glaubte noch an objektive ästhetische Urteile.</p>
<p>Die Lösung des Problems ist denkbar simpel.</p>
<p><span style="font-style: italic;">Eine nicht-fotorealistische Bildmaschine müsste demnach so konzipiert sein, </span><span style="font-style: italic;">dass sie sowohl die 1000 wichtigsten Bildstile der westlichen Bildkultur </span><span style="font-style: italic;">verwendet als auch individuelle Variationen hinsichtlich ihre Gegenstandes </span><span style="font-style: italic;">erlaubt. </span></p>
<p>Der Mischmasch der Stile muss dann nur noch den Turing-Test bestehen, um<br />
wahrhaft Kunst zu sein. Das geht so:</p>
<p><span style="font-style: italic;">Male mir fünf Bilder von einem bestimmten Sujet, die der aktuellen Bildkultur </span><span style="font-style: italic;">der zeitgenössischen Malerei entsprechen. Kommen die maschinelle erstellten </span><span style="font-style: italic;">Bilder einem Kunstkenner als künstlerische Bildkultur vor, wäre der </span><span style="font-style: italic;">Turing-Test für Bilder der Kunst bestanden.</span></p>
<p>Dankenswerterweise hat Schelske ein mögliches Ergebnis gleich bereit gestellt,  das er mit Hilfe des <a href="http://nag.iap.de/" target="_blank">Netzkunstgenerators</a> von Cornelia Sollfrank geschaffen hat.  Doch schließlich dämmert auch ihm, dass es nicht einfach darum gehen kann, soziale Wertungen in einem Bildprogramm zu implementieren. Denn noch gibt es die Welt außerhalb der Rechner.</p>
<p>So müsste man dem Computer tunlichst beibringen, sich auf den einschlägigen Parties in Miami oder Basel gut mit potentiellen Sammlern zu unterhalten. Denn wenn schon sozialer Kontext, dann bitte richtig. Obwohl: vielleicht ließe sich eine Lösung finden, wenn man die Sammler und am besten ihre Galeristen auch noch simuliert.</p>
<p>_______</p>
<p><span style="font-style: italic;">Abbildung:</span><em>Andreas Schelske © erstellt mit Net.Art Generator</em></p>
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		<title>Das Bild in mir</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Nov 2006 07:10:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Viola, Bill]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein kreatives Werkzeug ist die Kamera. Sie ermöglicht uns eine physische Verbindung mit der Welt der Dinge. In der antiken Philosophie galt Sehen gemeinhin als eine Ausdrucksform des Tastsinns. Das Licht entspringt an einem weit entfernten Punkt, der viele Kilometer oder &#8211; wie das Licht der Himmelskörper &#8211; Millionen von Lichtjahren entfernt sein kann, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-446" title="billviola_t" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/billviola_t.jpg" alt="billviola_t" width="100" height="100" />Mein kreatives Werkzeug ist die Kamera. Sie ermöglicht uns eine physische Verbindung mit der Welt der Dinge. In der antiken Philosophie galt Sehen gemeinhin als eine Ausdrucksform des Tastsinns. Das Licht entspringt an einem weit entfernten Punkt, der viele Kilometer oder &#8211; wie das Licht der Himmelskörper &#8211; Millionen von Lichtjahren entfernt sein kann, und trifft auf die lichtempfindliche Oberfläche der Kameralinse, auf den Kontaktpunkt. Die Arbeit mit der Videokamera beinhaltet daher auch immer das Reisen, den Schritt hinausin die physische Welt, um mit dem Bild in Kontakt zu treten, sein Licht festzuhalten. Aber jedes Mal, wenn ich eine Kamera in die Hand nahm, war da eine unausgesprochene Spannung, ein Gefühl, dass ich ein Bild »aufnehme« oder »einfange« &#8211; vertraute Wörter, die wir benutzen, um den entscheidenden Akt der fotografischen Kunst zu beschreiben. Es kam mir vor, als müsste ich das Bild fassen, bevor es mir entkam, als müsste ich es »schießen«, wie bei der Jagd. Die Kamera gab mir das Gefühl, dass sich da draußen in der Welt Bilder befanden, die man pflücken konnte wie reife Früchte, und dass es meine Aufgabe war, das vollkommene Bild, den vollkommenen Augenblick aufzuspüren.<span id="more-445"></span></p>
<div>
<p>Aber nach und nach begriff ich, dass diese Bilder in mir waren, nicht in der Kamera, und meine Beziehung zur Landschaft, zum Motiv, wurde mehr zu einer Art Tanz, einem schwierigen Balanceakt, in dem Wahrnehmung und Erinnerung zusammenfielen.</p>
<p>Die Videokamera ist ein ganz besonderes technisches Gerät. Sie verkörpert die Verbindung von Wahrnehmung und Erinnerung. Sie hält die spontane Abfolge der Ereignisse fest, die Flut von Bildern, die sich innerhalb des Lebensfeldes ununterbrochen entfalten und verändern, und fügt die eingefangene Wahrnehmung dann im Playbackverfahren an einem späteren Punkt wieder in den Zeitstrom ein. Im Kino passiert natürlich etwas Ähnliches, aber das Bild entsteht erst später,wenn der Film entwickelt ist. In der Videoaufzeichnung wird das Bild direkt übertragen. Es existiert parallel zum Fluss der Zeit. Die Entwicklungslinie der Technologie lässt sich von der Fotografie zum Kino und dann weiter bis hin zur Videotechnik und den digitalen Medien verfolgen. Dass lebendige, dynamische Bilder und eine universale Bildsprache Bestandteil menschlicher Bildproduktion werden und private und öffentliche Bereiche miteinander verbinden, ist in der Geschichte der Menschheit ein beispielloses Ereignis.</p>
<p>Doch die Kamera hat noch eine weitere entscheidende Funktion: Sie grenzt Information ein. Sie ist keineswegs, wie oft behauptet wird, das offene Fenster zur Welt, sondern engt vielmehr das Blickfeld ein, beschränkt die schiere Masse der visuellen Information, die auf uns einstürzt. Wenn wir die Kamera auf eine Stelle richten, sehen wir nicht mehr, was an anderer Stelle vor sich geht. Darin liegt die sehr reale politische Sprengkraft dieses Mediums.</p>
<p>Gleichzeitig aber erweitert die Kamera, und vor allem die Videokamera, das Erlebnis. Sie kreiert leuchtende, strahlende elektronische Bilder in dem Moment, in dem sie geschehen. Vom künstlerischen Prozess her betrachtet, nimmt sie dem Künstler damit ab, die Bilder von Hand herzustellen &#8211; ein zeitaufwändiger Vorgang, der den Beobachter außerdem von der Erfahrung trennt.</p>
<p>Mit der Kamera kann der Bildmacher gleichzeitig beobachten und teilnehmen und sich innerhalb und außerhalb einer Erfahrung befinden. Es ist kein Zufall, dass dies exakt auch als Beschreibung auf den Ort zutrifft, den das Individuum in unserer heutigen Mediengesellschaft einnimmt.</p>
<p>(aus: Hubert Burda, Christa Maar (Hg.): Iconic Turn. Die neue Macht der Bilder, Köln: DuMont 2004, S.201)</p></div>
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		<title>Slow motion &#8211; die neue Langsamkeit der Bilder</title>
		<link>http://www.iconicturn.de/2005/01/slow-motion-die-neue-langsamkeit-der-bilder/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2005 14:31:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dercon, Chris]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit der Beschleunigung des Alltags ist die Lust an der Langsamkeit zurückgekehrt. Künstler, Filmemacher, Architekten und Designer setzten in ihren Werken immer mehr auf slow motion.

Ich schlage vor, dass wir dringend ein neues Verständnis von Langsamkeit entwickeln, um eine endgültige Abwesenheit zu vermeiden. Im Augenblick zeigen Künstler, egal ob sie Filmemacher, Architekten oder Designer sind, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-397" title="dercon_il" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/dercon_il.jpg" alt="dercon_il" width="100" height="99" />Mit der Beschleunigung des Alltags ist die Lust an der Langsamkeit zurückgekehrt. Künstler, Filmemacher, Architekten und Designer setzten in ihren Werken immer mehr auf slow motion.</p>
<div>
<p>Ich schlage vor, dass wir dringend ein neues Verständnis von Langsamkeit entwickeln, um eine endgültige Abwesenheit zu vermeiden. Im Augenblick zeigen Künstler, egal ob sie Filmemacher, Architekten oder Designer sind, ein wachsendes Interesse an Langsamkeit. So etwa die Arbeit 24 Hour Psycho von dem Künstler Douglas Gordon oder American Car von David Claerbout <a href="http://www.lenbachhaus.de/5_ausste/0409claerbo/set_claerbo.htm">(Lenbachhaus)</a>. In diesen Videoinstallationen gibt es keine filmische Bewegung im herkömmlichen Sinn. Vielmehr bringen Gordon und Claerbout jede Bewegung zu vollkommenem Stillstand. Diese Wirkung wurde durch bestimmte technische Mittel erzielt; aber auch der Betrachter kann sie in seiner kognitiven Wahrnehmung herstellen, als Affekt- Effekt.<span id="more-396"></span></p>
<p>Zum Glück wird unsere Lebenswelt nicht ausschließlich von Maschinen beherrscht, sondern von bestimmten Formen der Wahrnehmung, die wir verinnerlicht haben. Diese Wahrnehmungsmuster bilden die Grundlage der gegenwärtigen Beschleunigung und Verlangsamung von Dingen. Diese Beobachtung führt uns zu Heideggers Vorstellung von Zeit. Bei den Videos und Filmen von Jean-Luc Godard können wir Heideggers Einfluss ausmachen, zum Beispiel bei Sauve qui peut la vie und Histoire(s) du Cinema. Godard war von Beschleunigung und Verlangsamung fasziniert, und inspiriert unter anderem von Jean Cocteaus Orpheus. Für Heidegger, Godard und Cocteau ist Kunst eine Form des Widerstands: Man widersteht der Zeit. Langsamkeit hat bei diesem organisierten Widerstand eine große Bedeutung, weil sie eine neue Form von Subjektivität zum Ausdruck bringt&#8230;</p>
<p>Heute ist die mit der Stoppuhr gemessene Zeit aus unserem täglichen Leben fast verschwunden. Der Fotograf Ari Marcopoulos hat vor kurzem mit einem Fotobuch den Alltag einer Gruppe Snowboarder dokumentiert. Als wären sie Verkörperungen von Orpheus im 21. Jahrhundert, sagten sie zu ihm: Unsere Welt bewegt sich kulturell mit einer Geschwindigkeit, die mit der traditionellen Chronologie nicht mehr gemessen werden kann &#8230; und wer will noch auf die Uhr sehen, wenn deren Zeitangabe sowieso kodiert ist &#8230;?</p>
<p>Milan Kundera hat 1995 in seinem Roman Die Langsamkeit gefragt: Warum ist die Lust an der Langsamkeit verschwunden? Aber inzwischen ist diese Lust zurückgekehrt; sie ist in unserem täglichen Leben sogar zu einer neuen Strategie und wichtigen Taktik geworden. Meine Freunde reisen um die Welt, um mit Aktivitäten unter Wasser und in den Bergen langsame Ferien zu erleben. Sporttauchen und Wandern als rite de passage? Wir sagen slow food und meinen damit eigentlich: denominazione origine controllata. Und Sie, wie langsam sind Sie? Ich würde mich freuen, wenn Sie auch die langsamen Morphologien des Designers Marc Newson oder der Architektin Zaha Hadid zu schätzen lernen. Slow-motion-Effekte machen fast 75 % der Sportsendungen aus, und das Slow-Design der neuen Sportkleidung zeigt das große Interesse an slow motion. Adidas-Sportschuhe zeigte vor kurzem ein relativ langsames, aber sehr intelligentes Tier als neues Werbemotiv: einen Tintenfisch. Und die Komponisten, mit denen ich befreundet bin, stellen fest, dass ihre Musik langsamer wird. Die L- beziehungsweise XL-Bücher von Rem Koolhaas und seinen Anhängern werden zu XXL-Büchern, wie seit neuestem auch die Fotobände von Taschen.</p>
<p>Ist dick etwa dasselbe wie langsam? Auch in den Filmen von Won Kar Wai und anderen Asiaten wird Langsamkeit plötzlich zelebriert es gibt weniger Schnitte und längere Abblenden. Mit Blick auf das neue asiatische Kino kann man sagen, dass Langsamkeit sexy geworden ist. So sexy wie die langsamen Bewegungen der Models von den belgischen Modemachern Martin Margiela und Ann Demeulemeester, streng aber elegant. Aber derart von Langsamkeit ist auch aus Not geboren. Der Eins-zu-eins-Umgang mit neuen Medien, wie sie eine einzelne Person beim Zappen oder bei Computerspielen kennt, weckt den Wunsch nach langsamen Bildern, die noch in einem kollektiven Raum angesehen werden können. Ein bekannter Gehirnforscher behauptete vor kurzem, dass Langsamkeit oft zu Langeweile führt, weil wir zu wenig Impulse in unserem Gehirn empfangen. Das ist natürlich Unsinn. Oder wie der Komponist John Cage damals behauptete: There is good boring and bad boring art.</p>
<p>Oder denken wir an die langsamen Bewegungen von Flüchtlingen, an die unzähligen Leute, die in einem Lager darauf warten, in ein anderes gebracht zu werden und an die Pforten des Himmels klopfen. Die Filmemacherin Chantal Akerman hat darüber einen sehr schönen Film gemacht: Von der anderen Seite. Manchmal sind diese langsamen Bewegungen zugegebenermaßen selbst auferlegt. Seit kurzem verkünden Fachzeitungen angesichts der verheerend schnellen Veränderungen in der Wirtschaft Techniken des langsamen Managements. In all diesen Beispielen wird körperliche Bewegung zu einer Sinn gebenden Metapher: Bewegung als Affekt, die Flecken im surrealistischen Sinn hinterlässt man denke nur an die Arbeiten von den Künstlern James Coleman und William Kentridge. Wenn wir über Langsamkeit sprechen, kommt die doppelte Bedeutung in dem Verb bewegen zum Tragen.</p>
<p>Geschwindigkeit wird zur irrtümlichen Auslöschung von Kunst, und Langsamkeit zur Utopie. Langsamkeit ist Gedanken-Zeit. Unsere Liebe ist langsam gewachsen. Ein solcher Gedankengang setzt voraus, dass Zeit wie ein leeres Gefäß ist, das mehr oder weniger stark gefüllt werden kann. Ungefähr so, wie jemand in der gleichen Zeitspanne ein erfülltes oder ein sinnloses Leben führen kann; man kann die verfügbare Zeit für die Lösung eines Problems nutzen oder nicht. Unsere Liebe ist endlos genau so sollte unser Verständnis von Langsamkeit beschaffen sein: als eine logische Fortsetzung oder als ein logischer Ausdruck von Virilios intensiver Zeit. Dann wird Langsamkeit vielleicht ein neuer Schauplatz für unser Denken und damit zu einem Denkmodell.</p>
<p>(Chris Dercon ist Direktor am Haus der Kunst in München.)</p></div>
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		<title>Radical Reductionism in Art and Science</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2004 14:38:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kandel, Eric]]></category>
		<category><![CDATA[Lecture]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Radical Reductionism in Art and Science
Iconic Turn Lecture
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.iconicturn.de/iconicturn/programm/video/?tx_aicommhbslectures_pi1%5BshowUid%5D=6&amp;cHash=98c6b2bafc" target="_self"><img class="alignleft size-full wp-image-404" title="kandel_e" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/kandel_e.jpg" alt="kandel_e" width="100" height="100" />Radical Reductionism in Art and Science</a></p>
<p>Iconic Turn Lecture</p>
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		<title>Esthétique et éthique: l&#8217;image brûle</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Dec 2004 14:42:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Didi-Huberman, Georges]]></category>
		<category><![CDATA[Lecture]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Esthétique et éthique: l´image brûle
Iconic Turn Lecture
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.iconicturn.de/iconicturn/programm/video/?tx_aicommhbslectures_pi1%5BshowUid%5D=13&amp;cHash=2415984ee6" target="_self"><img class="alignleft size-full wp-image-407" title="did_huberman" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/did_huberman.jpg" alt="did_huberman" width="100" height="100" />Esthétique et éthique: l´image brûle</a></p>
<p>Iconic Turn Lecture</p>
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		<title>We do history in the morning and change it after lunch</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Dec 2004 15:08:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schwenk, Burkhart]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Frage, wie die Gegenwartskunst mit vorhandenen Bildern umgeht und welche sie produziert, führt in ein fast undurchdringliches Dickicht von Bild-Abbild-Relationen. Denn bildende Künstler produzieren eine Welt der Bilder, die sie ihrerseits einer Welt der Bilder entnehmen.

Seit der Erfindung von Fotografie, des Films, des Fernsehens und der Digitaltechnologien gestalten sich die Abhängigkeiten zunehmend komplex. Dies [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-421" title="schwenk_grimonpr" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/schwenk_grimonpr.jpg" alt="schwenk_grimonpr" width="100" height="100" />Die Frage, wie die Gegenwartskunst mit vorhandenen Bildern umgeht und welche sie produziert, führt in ein fast undurchdringliches Dickicht von Bild-Abbild-Relationen. Denn bildende Künstler produzieren eine Welt der Bilder, die sie ihrerseits einer Welt der Bilder entnehmen.</p>
<div>
<p>Seit der Erfindung von Fotografie, des Films, des Fernsehens und der Digitaltechnologien gestalten sich die Abhängigkeiten zunehmend komplex. Dies führt dazu, dass sich der Realität entnommene Bilder einerseits und künstlich geschaffene Bilder andererseits heute immer stärker ähneln, sich zum Teil auch überlagern oder ersetzen. Dies hat Konsequenzen für die Wahrnehmung des Betrachters. <span id="more-420"></span>Zu seiner eigentlichen Aufgabe aber wird die genaue Unterscheidung von Bildqualitäten. Vielleicht war dieses Erkennen von Differenz schon immer die essentielle Aufgabe des Betrachters, doch mit der steigenden Anzahl von zu verarbeitenden Bildern (in der Alltagsrealität wie in der Kunst) ist diese Aufgabe zu einer neuen Herausforderung geworden.Als paradigmatisches Werk für den aktuellen Umgang mit Bildern soll einer der wichtigsten Beiträge der Documenta X (Kassel 1997) herangezogen werden: das 68-minütige Video <a href="http://www.medienkunstnetz.de/werke/dial-history/">Dial H-I-S-T-O-R-Y</a>. Autor ist 1965 in Gent geboren, lebt in Belgien und New York. Sein Name: Johan Grimonprez.</p>
<p>Es wird schnell deutlich, dass die in diesem Film gezeigten Bilder nicht originär füreinander geschaffen sind und dass der Film eine raffinierte Verschränkung verschiedenster Bild-, Text-, Sprach- und Klang-Elemente ist, eine komplexe Collage aus Found-Footage- (also gefundenem) Material: Nachrichtenbilder, Wissenschaftsbilder, Trickfilmbilder, Textbilder, inszenierte (Spielfim-) Bilder usw. und dazu eine Musik, die das Ganze emotional und oft irritierend gegenläufig, kommentiert.</p>
<p>Bei seinem Vorgehen setzt der Künstler den Totalitätsanspruch der massenmedialen Bilder nicht außer Kraft. Vielmehr setzt er diesen Anspruch als Kind der ersten Fernsehgeneration auf bewusste Weise ein: er benutzt ihn. Er klinkt sich gewissermaßen in die Herrschaftsdomäne der Bilder ein und jongliert mit ihren Strategien. Dies wird deutlich, wenn man untersucht, welche Bilder der Künstler auswählt und welchen er eine besondere Aufmerksamkeit beimisst. Es sind bewusst solche Bilder, die den Betrachter instrumentalisieren, überwältigen, vereinnahmen, verstören: Action-Thriller, Live-Reportage, Propagandafilm. Bezeichnenderweise spielen Bilder aus der kommerziellen Werbung eine untergeordnete Rolle. Dial H-I-S-T-O-R-Y erzählt, mit welchen Bildern Geschichte festgehalten und überliefert wird, wie diese Techniken die Erinnerung beeinflussen, beschleunigen und multiplizieren und so zunehmend ein Übermaß an Geschichte erzeugen.</p>
<p>Grimonprez vergleicht sein Geschichts- und damit auch Bildverständnis mit der Auswahl von Waren in einem riesigen Supermarkt. Diese Auswahl ist immer von Interessen und Notwendigkeiten geleitet, von attraktiven Angeboten und Wünschen, die auf die Produkte projiziert werden (vom Hersteller wie vom Konsumenten). Wenn man, so Grimonprez, im Internet das Wort hijacking eingibt oder unter www.footage.net nachschaut, bekommt man so viele Informationen, dass man nicht weiß, wo anfangen. Man verliert sich in der auf Knopfdruck abrufbaren Geschichte. Die Orientierung muss der Einzelne selbst herstellen. Am Schluss von Dial H-I-S-T-O-R-Y wird es heißen: We do history in the morning and change it after lunch. Geschichte wird auf diese Weise als ein dehnbarer Begriff bezeichnet und erfahrbar, als eine flexible und vor allem manipulierbare Größe. Schon im Titel ist Geschichte als ein Wahlsystem von Bildern dargestellt, vergleichbar der Multiple-Choice-Technik automatischer Voice-Mail-Systeme.</p>
<p>Die Rolle des Betrachters schwankt bei Dial H-I-S-T-O-R-Y zwischen atemloser Spannung einerseits (= die U-Ebene, die Spielfilmhaltung, das gierige Aufsaugen von Sensationsmeldungen) und einer distanzierten Bewusstheit andererseits (= die E-Ebene, die Haltung, die man gegenüber einer Dokumentation einnimmt). Eine dritte, neue Variante des Rezeptionsverhaltens besteht im Selbstbetrug: nämlich dann, wenn die Betrachter wissen, dass Bilder lügen, sie diese Lügen aber trotzdem akzeptieren. (Werbung z. B. wird vom aufgeklärten Fernseh- oder Kinozuschauer als kommerzielle Vorführung des nicht zwangsläufig Wahren erkannt, dient aber dennoch als Instrument tatsächlichen Verhaltens in Alltagssituationen.) Deutlich, aber deshalb nicht besser kontrollierbar jongliert Grimonprez mit der Differenz der Bilder, der Bildebenen und Bildwahrheiten und lässt deren Wirkungsweisen raffiniert überlappen.</p>
<p>Das Kunstwerk ist sowohl Produkt einer geschichtlichen Konstellation als auch Gegenstand gegenwärtiger ästhetischer Erfahrung. In diesem Sinne ist eine Flexibilisierung unserer Geschichtsauffassung gefordert, die im Zeitalter der Medien mit einer Flexibilisierung der Bildbewertung korreliert. Die eigentümliche Zeit- und Bildstruktur, in die uns Dial H-I-S-T-O-R-Y hineinzieht, zwingt uns zum Denken in parallelen Geschichten. Und: sie zwingt uns auch zur Überprüfung unserer Wahrnehmungsmechanismen. Ebenso wie die äußere Anreicherung, die ein Werk durch Kontextualisierung, Verschriftlichung und Rezeption erfährt, muss hier auch die komplexe innere Bild-Struktur als integraler Bestandteil aufgefasst werden. Erst so kann die Zeitordnung, die jahrhundertelang vom Einfluss eines Kunstwerks ausging, umgedreht werden. Nun können die Aneignungsverhältnisse in den Blick gefasst werden, unter denen sich tatsächliche Aktualität konstituiert. Der Herrschaft der Bilder wird mit Dial H-I-S-T-O-R-Y in einer Weise gegenübergetreten, die dem Betrachter die Abhängigkeit von Bildern vorführt und ihn gleichzeitig von dieser Abhängigkeit befreit. Der Künstler entzieht sich, stellvertretend für den Betrachter, der Herrschaft der Bilder, indem er sie nach eigenem Empfinden und Rhythmus neu sampelt. Die vorübergehende Entleerung, die Enthierarchisierung von (Bild)Information aber ist die Chance für eine individuelle und freiheitliche Neubewertung der Bilder.</p>
<p>(Bernhart Schwenk ist Kurator für Gegenwartskunst an der Pinakothek der Moderne in München)</p>
<p>(Bildnachweis: Johan Grimonprez »dial H-I-S-T-0-R-Y«, 1997 | Filmstill | © Grimonprez, Johan)</p></div>
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		<title>Die Einheit der Kunst und die Vielfalt der Bilder</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Nov 2004 15:04:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reitinger, Franz]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Bildwissenschaft nimmt sich heute als ein heterogenes Feld an intellektuellen Aktivitäten aus, die über die Disziplinen verstreut an verschiedenen Institutionen stattfinden. Wenn es gelänge, die Architektur aus dem System der bildenden Künste auszugliedern, würde sich die Kunstgeschichte von selbst als Bildwissenschaft konstituieren.

Nicht minder gilt dies für die historische Bildforschung mit der Folge, dass wir heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-418" title="reitinger_il" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/reitinger_il.jpg" alt="reitinger_il" width="100" height="100" />Bildwissenschaft nimmt sich heute als ein heterogenes Feld an intellektuellen Aktivitäten aus, die über die Disziplinen verstreut an verschiedenen Institutionen stattfinden. Wenn es gelänge, die Architektur aus dem System der bildenden Künste auszugliedern, würde sich die Kunstgeschichte von selbst als Bildwissenschaft konstituieren.<span id="more-417"></span></p>
<div>
<p>Nicht minder gilt dies für die historische Bildforschung mit der Folge, dass wir heute kaum noch in der Lage sind, das neuzeitliche Bildaufkommen in seiner Gesamtheit zu überblicken und uns theoretisch wie praktisch davon eine adäquate Vorstellung zu machen. Während ein begrenzter Kanon von Kunstwerken über lange Zeit die ungeteilte Aufmerksamkeit von Professoren und Studenten erhielt, waren es immer nur einige wenige Spezialisten, die sich über alle Fachbereiche der Geisteswissenschaften verstreut jener Mehrheit von Bildern zuwandten, die durch den Rost der Kunstgeschichte fielen. Ein praktisches Handbuch zur historischen Bildforschung, in dem über den historischen Verlauf und die räumliche Verbreitung der geläufigsten Bildtypen und -funktionen, über ihre charakteristischen Merkmale und spezifischen Ausprägungen, ihre Leitthemen und Motive sowie ihre wichtigsten Vertreter, nachzuschlagen wäre, gibt es nicht.</p>
<p>Wir würden uns einer Illusion hingeben, wenn wir glaubten, wir könnten Kunstgeschichte wie bisher lehren und zusätzlich Bildforschung betreiben. Anstatt einer fortwährenden Einverleibung neuer Materien auf Kosten des bestehenden Wissens, sei für eine konzeptionelle Neuorientierung der Kunstgeschichte im Sinne eines neuen Systems der Bildwissenschaft plädiert. Durch die Herabstufung der Architekturgeschichte zu einem stilkundlichen Propädeutikum würde die Skulptur ihre bisherige Bindegliedfunktion einbüßen und zu einem Eckpfeiler des neuen Systems werden, wie es ihrer Nähe zur dreidimensionalen Welt der Dinge einschließlich der Realien einer neuen Objektkunst entspräche. Die Malerei, genauer das zweidimensionale Bild, würde in die Mitte nachrücken und so in den Rang einer Kerndisziplin der neuen bildorientierten Geschichtswissenschaft gehoben. An Stelle der bisherigen Hegemonie des Tafelbildes träte eine breit gefächerte Typologie des Bildes, wie wir sie in Ansätzen etwa von Dagobert Frey, Wolfgang Brückner, Hans Belting und neuerdings Klaus Sachs-Hombach her kennen.</p>
<p>Nach der anderen Seite hin könnte sich das neue System jenen Bildformen gegenüber öffnen, die bislang aus dem System der Künste ausgeschlossen waren. Den freigewordenen Platz würden mithin jene Bereiche belegen, die in einem Nahverhältnis zur Sphäre des Buches bzw. der angewandten Kunst stehen, darunter vermehrt funktionale und bewegliche Bildträger. Der Hauptakzent einer solchen Bildwissenschaft sollte nicht etwa auf einer reinen Typenlehre, sondern mehr noch auf dem Austausch und die Verschiebungen zwischen den verschiedenen Bildgattungen und -funktionen liegen. Nicht auf das angebliche Wesen des Bildes käme es dabei an, sondern auf seine Fähigkeit zur Expansion und Transgression.</p>
<p>Bilder wären kein intelligentes Medium, wenn sie auf dem beharren würden, was sie angeblich sind. Besteht doch deren raison d&#8217;être gerade im Gegenteil darin, dass sie mögliche Grenzen ausloten, in andere Wissensfelder eindringen und so letztlich über sich hinaus verweisen. Aufgabe einer künftigen Bildwissenschaft kann es demnach nicht sein, ängstlich an irgendwelchen selbst gesetzten terminologischen Grenzen zu verharren.Ihr obläge es im Gegenteil, den Ausprägungen von Bildlichkeit auch bis in die entferntesten Winkel nachzuspüren.</p>
<p>Schon 1995 vertrat James Elkins die Auffassung, dass es gute Gründe gebe, die Kunstgeschichte als Teildisziplin einer allgemeinen Geschichte des Bildes zu betrachten, umso mehr als &#8220;nonart images&#8221; oftmals komplexere Probleme der Repräsentation und Rezeption aufwerfen, als dies bei herkömmlichen Kunstwerken der Fall sei. Tatsächlich entspricht das von uns anskizzierte Modell einer historischen Bildwissenschaft bereits jetzt in hohem Maße den gegebenen Verhältnissen und damit auch den vorhandenen Möglichkeiten. Gibt es doch in den meisten Städten seit langem zwei, drei, ja bisweilen sogar vier Lehrstühle für Kunstgeschichte: einen an der Universität, einen anderen an der Kunstakademie und einen dritten an der jeweiligen technischen Universität oder Fachhochschule. Was zunächst als sinnlose Mehrfachbesetzung erscheint, ist de facto der Beleg dafür, dass die Trennung der Bereiche Bild, Architektur und Kunst praktisch längst vollzogen ist. Während bereits jetzt Architekturgeschichte zu einem hohen Grad von den technischen Hochschulen betreut und an den Kunstakademien eine sich am Begriff des Ready-Made und der Optik der Wunderkammern orientierende ästhetische Realienkunde unterrichtet wird, wäre es eigentlich nur ein folgerichtiger Schritt, wenn die Kunstgeschichte an den Universitäten daraus die Konsequenzen zöge und die Herausforderung annähme, als Dachdisziplin einer neuen historischen Bildwissenschaft zu fungieren. Wenn es gelänge, die Architektur aus dem System der bildenden Künste auszugliedern, würde sich die Kunstgeschichte von selbst als Bildwissenschaft konstituieren.</p>
<p>(Franz Reitinger ist Historiker mit dem Spezialgebiet Bildforschung, <a href="http://www.ritterbooks.com/index.cfm?master=0&amp;category=1&amp;template=book.cfm&amp;book=402">zuletzt erschienen</a>)</div>
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