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	<title>Iconic Turn &#187; Internet</title>
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	<description>Neues aus den Bildwissenschaften</description>
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		<title>Bild-Ereignisse unter Verschluss</title>
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		<pubDate>Sun, 31 May 2009 10:22:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<description><![CDATA[
Hier 700, dort 2000 Fotos, die nicht veröffentlicht werden. Wir wissen nur, dass es die Bilder gibt. Und wir kennen die Orte, an denen sie entstanden. Hier Berlusconis Villa auf Sardinien. Dort einige US-Militärgefängnisse, wie das berüchtigte Abu Ghraib in Bagdad. Aber es gibt die Bilder nicht zu sehen, sondern nur Beschreibungen der Szenerien, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p><img class="size-full wp-image-24 alignleft" title="berlusconivilla_usprison" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/05/berlusconivilla_usprison.jpg" alt="berlusconivilla_usprison" width="200" height="249" />Hier 700, dort 2000 Fotos, die nicht veröffentlicht werden. Wir wissen nur, dass es die Bilder gibt. Und wir kennen die Orte, an denen sie entstanden. Hier Berlusconis Villa auf Sardinien. Dort einige US-Militärgefängnisse, wie das berüchtigte Abu Ghraib in Bagdad. Aber es gibt die Bilder nicht zu sehen, sondern nur Beschreibungen der Szenerien, die kaum unterschiedlicher sein könnten.</p>
<p><a href="http://www.focus.de/panorama/vermischtes/berlusconi-veroeffentlichung-von-partyfotos-verhindert_aid_404045.html">Die Aufnahmen zeigen unter anderem leicht bekleidete junge Frauen bei der letzten Neujahrsparty Berlusconis in der Villa Certosa.</a> Eingriff in die Privatsphäre klagt der Anwalt des Präsidenten. Nichts von Belang, jedenfalls nicht aus seiner Kamera, entgegnet der Fotograf Antonello Zappadu. Die Polizei konfiszierte seine Bilder.</p>
<p>Im anderen Fall sind es amerikanische Altlasten, die nach vier Jahren wieder ans Licht der Öffentlichkeit kommen, weil Präsident Obama sie zeigen wollte. <span id="more-17"></span>Diesmal handelt es sich nicht um Szenen der Erniedrigung und psychischer Folter, wie bei der ersten Auskopplung aus den Gefängnis-Alben der Weltmacht. Nein, es sollen regelrechte Vergewaltigungen dabei sein, in Bild und Film. Generalmajor Antonio Tabuga, der die Untersuchung in Abu-Ghraib damals geleitet hat, schilderte die Bilder bereits 2004 in seinem abschließenden Bericht. <em>Mindestens ein Bild zeigt einen amerikanischen Soldaten offenbar dabei, wie er eine weibliche Gefangene vergewaltigt. Ein anderes, so heißt es, zeigt wie ein männlicher Übersetzer einen männlichen Gefangen vergewaltigt,</em> <a href="http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/northamerica/usa/5395830/Abu-Ghraib-abuse-photos-show-rape.html">weiß die Presse.</a> Auf Anraten der Armeeführung wurde bislang von der Veröffentlichung abgesehen. Die ohnehin schwierige Situation der Amerikaner in Afghanistan und Pakistan hätten sie mit Sicherheit nicht eben leichter gemacht.</p>
<p>Was sehen wir mehr auf den Bildern, als wir uns von den Beschreibungen her ohnehin vorstellen können? Wo liegt der Unterschied zwischen dem Text und dem Bild? Es macht kaum Schwierigkeiten, sich Berlusconi unter einer Horde pubertierender Mädchen vorzustellen. Genauso wenig einige amerikanische GIs oder irakische Wärter, die sie sich über Gefangene hermachen. Es sind Filmszenen, denen man Gesichter aufprägt. Der Unterschied liegt anderswo. Die Bilder beseitigen jeden Zweifel. Und zwar nicht, weil sie wahr wären. Sondern weil sie die Vorstellungen aller in ein gemeinsames Muster zwingen. Einmal gesehen, glaubt man sich von nun an Teil einer gemeinsamen Vorstellung, die alle Betrachter teilen. Von da ab werden die Bilder zu einer Schablone, die sich der Wirklichkeit aufprägen. Sind die Bilder einmal gezeigt, werden Berlusconi oder der amerikanische Soldaten zu dem Akteur ihrer Bilder. Solange nur die Beschreibung nur auf die Möglichkeit der Ereignisse darlegt, kommt dieser Effekt nicht zustande. Sobald die Bilder einmal da sind, schieben sie sich der Wirklichkeit quasi unter. &lt;ahref=&#8221;http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/northamerica/usa/5395830/Abu-Ghraib-abuse-photos-show-rape.html&#8221;&gt;The mere description of these pictures is horrendous enough, take my word for it., sagt der Generalmajor Taguba wohl zurecht. Aber die Bilder sagen nicht mehr als die Worte. Sie greifen in die Welt ein, aus der die Worte heraus gesprochen werden.</p></div>
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		<title>Videovortex sucht Antworten auf Youtube</title>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2009 13:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<description><![CDATA[Unter dem Titel Videovortex veranstaltet das Institute of Network Cultures in Amsterdam, eine der produktivsten kulturwissenschaftlichen Forschungsinstitute mit Focus auf das Netz, eine Serie von Konferenzen. Ihr Ziel ist, auf das Phänomen Youtube theoretische Antworten zu finden. Die erste Konferenz fand im Januar 2008 in Amsterdam statt, die zweite im Oktober 2008 in Ankara. Nun steht die dritte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-4" title="videovortex_cover" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/05/videovortex_cover-207x300.jpg" alt="videovortex_cover" width="207" height="300" />Unter dem Titel Videovortex veranstaltet das <a style="color: #9f383c; text-decoration: none; border: 0px initial initial;" href="http://networkcultures.org/wpmu/portal/">Institute of Network Cultures</a> in Amsterdam, eine der produktivsten kulturwissenschaftlichen Forschungsinstitute mit Focus auf das Netz, eine Serie von Konferenzen. Ihr Ziel ist, auf das Phänomen Youtube theoretische Antworten zu finden. Die erste Konferenz fand im Januar 2008 in <a style="color: #9f383c; text-decoration: none; border: 0px initial initial;" href="http://networkcultures.org/wpmu/videovortex/programme">Amsterdam</a> statt, die zweite im Oktober 2008 in <a style="color: #9f383c; text-decoration: none; border: 0px initial initial;" href="http://networkcultures.org/wpmu/videovortex/video-vortex-ankara">Ankara</a>. Nun steht die dritte Ausgabe im kroatischen<a style="color: #9f383c; text-decoration: none; border: 0px initial initial;" href="http://networkcultures.org/wpmu/videovortex/video-vortex-split/program">Split</a> kurz bevor.</p>
<p>Zwischenzeitlich haben Gert Lovink und Sabine Niederer eine Auswahl von Vorträgen als Reader herausgegeben. Das Buch steht auch <a style="color: #9f383c; text-decoration: none; border: 0px initial initial;" href="http://networkcultures.org/wpmu/portal/publications/inc-readers/videovortex/">online zum Download</a> zur Verfügung. Es versammelt mehr als 30 Vorträge und Aufsätze.<span id="more-3"></span></p>
<p>In kurzen Stichworten umreißt der Geert Lovink in einem einführenden Text unter dem Titel &#8220;The Art of Watching Databases&#8221; einige Kernthesen:</p>
<p><strong>The database turn</strong>: Wir sehen uns nicht länger Fernsehsendungen oder Filme an. Wir betrachten Datenbanken.</p>
<p><strong>Searchability</strong>: Die Jagd nach (und zwischen) bewegten Bilder wird genau so wichtig wie der Blick auf die Suchergebnisse.</p>
<p><strong>WWW-ADHD</strong>: Wie kleine Kinder sind wir unfähig, still zu halten während Papa Kino versucht uns seine Geschichte zu erzählen.</p>
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		<title>Ich habe keinen Fernseher</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 07:46:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Youtube]]></category>

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		<description><![CDATA[Hendrik Speck, die große Studie zu Youtube von Frédéric Philipp Thiele und dir ist gerade fertig geworden. Kannst du uns vor der Veröffentlichung schon ein paar Ergebnisse verraten?
Es handelt sich um ein Forschungsprojekt an der FH Kaiserslautern. Im Zug der Studie wurden die öffentlich zugänglichen Seiten von 6 Millionen Nutzern und 5 Millionen Videos auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-83" title="hendrik-speck-2007" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/hendrik-speck-2007.jpg" alt="hendrik-speck-2007" width="199" height="198" /><em><a href="http://www.hendrikspeck.com/" target="_blank">Hendrik Speck</a></em><em>, die große Studie zu Youtube </em><em>von <a href="http://www.fp-thiele.de/" target="_blank">Frédéric Philipp Thiele</a> und dir </em><em>ist</em><em> gerade fertig geworden. Kannst du uns vor der Veröffentlichung schon ein paar Ergebnisse verraten?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es handelt sich um ein Forschungsprojekt an der <a href="http://www.fh-kl.de/fachbereiche/imst/informatik.html" target="_blank">FH Kaiserslautern</a>. Im Zug der Studie wurden die öffentlich zugänglichen Seiten von 6 Millionen Nutzern und 5 Millionen Videos auf Youtube erfaßt und untersucht. Das betrifft die Angaben in den Nutzerprofilen, Alter, Geschlecht, Beziehungsangaben, aber auch wie sich die Nutzer verhalten, welche Videos sie ansehen, was sie kommentieren.<span id="more-82"></span></p>
<p><em>Ist es die erste Studie, die ihr zu dem Thema durchführt?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es gibt bis jetzt keine vergleichbare Studie im Bereich Youtube. Dazu muss man wissen, daß es sich hierbei um das Verhalten in sogenannten Large Scale Communities handelt mit jeweils mehreren Millionen Datensätzen von Nutzern und Videos. Dies sprengt sowohl methodisch als auch vom Datenumfang her die Ansätze und Verfahren der klassischen Soziologie.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Gehen wir zu den Ergebnissen. Wer sind die Nutzer?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Der Großteil der Nutzer bewegt sich zwischen 15 und 27 Jahren, mit einer deutlichen Spitze bei 20 Jahren. Anzumerken ist noch, dass diese ganzen Information sich auf die Angaben der Nutzer beziehen, die Plausibilität der Angaben kann durch derartige Verfahren nicht überprüft werden. Davon ausgenommen ist natürlich das Nutzerverhalten und die Interaktion, einschließlich der betrachteten und kommentierten Videos.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Wie verteilen sich die Geschlechter?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nach den vom Projektleiter Frédéric Philipp Thiele<em> </em>erhobenen Daten gibt die deutliche Mehrzahl der Nutzer an männlich zu sein, das Verhältnis von Männer zu Frauen entspricht nach den Nutzerangaben etwa 3:1. Auch in ihrem Nutzerverhalten finden wir eindeutige geschlechtspezifische Indikatoren: &#8216;Männer&#8217; haben sich an der Plattform früher angemeldet und nutzen sie beim Betrachten und Einspeisen von Videos viel intensiver. &#8216;Frauen&#8217; haben einen ganz anderen Zugang zu dem Medium: Sie schauen natürlich auch Videos, aber sie nutzen die sozialen Funktionen wesentlich stärker. Das heißt: sie kommentieren häufiger und geben viel mehr Informationen über sich selbst preis, unter anderem ihren Beziehungsstatus – und sie &#8216;gewinnen&#8217; schneller Freunde und Aufmerksamkeit.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Schauen die 21jährigen, die Stunden vor Youtube verbringen, noch Fernsehen?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mittlerweile sehen wir, dass deutliche Veränderungen im Medienkonsumverhalten vorliegen. Print existiert für diese Generation nur noch eingeschränkt. Radio spielt noch eine halbwegs stabile, stagnierende Rolle da es als Pendlermedium noch nicht ersetzt werden kann. Die Hauptzeit verbringt man mittlerweile online, in Netzwerken, sieht Videos und TV übers Netz, in Videospielen und im Netz. Fernsehen hat insbesondere in den USA erhebliche Verluste erlitten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Ist Youtube ein passives Medium, in dem vor allem geschaut wird, oder haben wir es tatsächlich mit dem aktiven Nutzer, dem Prosumer zu tun?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Da gibt es ganz klare Verteilungskurven. Der Großteil der Nutzer bleibt passiv und konsumiert Videos. Es gibt allerdings einige Einzelnutzer, hinter denen auch Firmen stecken können, die das Medium sehr aktiv nutzen. Die Absichten der sogenannten Content Provider erstrecken sich dabei von simpler Teilhabe über politische Propagandaarbeit, von kommerzieller Werbung bis hin zum Promoten von Musikvideos und Hotelketten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Welche Auffälligkeiten zeigen sich bei den Inhalten?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die der Unterhaltung zugeordneten und von Youtube vorgegebenen Bereiche Musik, Unterhaltung, Sport und Comedy sind ganz klar dominierend. Sie absorbieren über 80% der gesamten Videoaufrufe. Informative Kategorien wie Nachrichten, Politik, Bildung fallen im Vergleich dazu deutlich ab.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Die ernsten Kategorien unter 10%?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Informative Kategorien liegen bei etwa 10% aller Inhalte, bei den Videoaufrufen erreichen sie jedoch nur 5%. Bei dem Medium Youtube handelt es sich somit unzweifelhaft um ein Unterhaltungsmedium mit angeschlossener Plattform für digitalen Exhibitionismus und sozialisierter Schadenfreude &#8211; ohne besondere Informationsabsicht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Sozialisierte Schadenfreude?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Hier geht es um die logisch konsequente digitale Fortführung der Beteiligungsgesellschaft für die durchschnittliche Familie: Das kleine Kind, das auf dem Roller die Treppe hinunter rauscht und dann breitbeinig gegen die Laterne grätscht. Früher im TV-Abendprogramm angesiedelt, sind solche Videos zur Bespaßung und Befriedung weiter Bevölkerungsschichten nun auf Youtube im Comedy-Bereich zugänglich &#8211; und immer noch sehr sehr populär.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Wie verteilen sich die Inhalte bei den ernsten Themen?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Im Bildungsbereich fallen mehrere Aspekte auf. Es gibt sehr wenige Institutionen, die sich darum bemühen, eine Zielgruppe, die vom Alter her für sie interessant wäre, gezielt anzusprechen. Der Großteil der Bildungsinstitute, die aktiv sind, kommt aus den Vereinigten Staaten, darunter etwa 10 Universitäten, vorrangig Ivy League. In Europa gibt es bis auf die <a href="http://www.egs.edu/" target="_blank">European Graduate School</a> mit ihren vollständig auf Youtube zugänglich gemachten Vorlesungen von Philosophen, Autoren und Regisseuren, deren Open Lecture Programm wir konzipiert und umgesetzt haben, wenig Vergleichbares.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein Beispiel, welche Reichweiten man in Youtube im Bildungsbereich erreichen kann, ist die letzte Vorlesung des kürzlich verstorbenen amerikanischen Professors <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ji5_MqicxSo" target="_blank">Randy Pausch</a>. Er war an Krebs erkrankt und hat in einem Vortrag sozusagen sein Vermächtnis hinterlassen. Dieses Video erzielt mehrere Tausend Videoaufrufe am Tag und hebt sich weit von ähnlich gelagerten Inhalten ab.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein anderes interessantes Phänomen ist die Bildungsarbeit Islamischer Aktivisten. Ein nicht unerheblicher Anteil von Videos im Bildungsbereich setzt sich mit der Vermittlung des Korans und religiöser Themen für Muslime und Interessenten auseinander. Das hat nicht zuletzt etwas damit zu tun, wie traditionell innerhalb dieser Kultur Wissen vermittelt wird. Schon früher wurden in derartigen Gesellschaften Inhalte und Botschaften oral über Kassetten oder per Video vermittelt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Haben sich einzelne Formate weiter gefestigt wie etwa Lonelygirl?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Sicher. <a href="http://www.lg15.com/" target="_blank">Lonelygirl</a> ist ein Beispiel für eine Youtube-Sitcom. Das hat sich als Format etabliert. Es gibt jetzt sehr viele Nachahmer, die damit mehr oder weniger austauschbar sind.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mittlerweile wird Youtube auch sehr aktiv bei politischen Kampagnen genutzt. Für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen wurde etwa ein eigener Channel eingerichtet. Auch kommerzielle Firmen steigen mittlerweile in diesen Bereich stärker ein. Es gibt das Beispiel der Firma <a href="http://www.blendtec.com/" target="_blank">Blendtec</a>, die Mixer herstellt. Sie haben eine Werbekampagne gestartet, die unter dem Slogan &#8216;Will it blend?&#8217; läuft. In ihrem Mixer zerschroten sie alles, von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qg1ckCkm8YI" target="_blank">iPods</a> bis zu Golfschlägern und erzeugen damit einen großen Wiedererkennungseffekt für ihre Marke.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Hat Youtube ein Monopol? Haben vergleichbare Plattformen noch eine Chance?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">De facto besitzt Youtube das Monopol. Das musste auch der jetzige Besitzer von Youtube erfahren, der ein vergleichbares Portal namens Google-Video eingerichtet hatte. Das in einer Aufmerksamkeitsgesellschaft erzeugte Wechselspiel zwischen Nutzern und nutzergenerierten Inhalten wird sich langfristig negativ für die Nachhaltigkeit vergleichbarer Services auswirken.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Dein Ausblick für die Zukunft?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Unser Zukunft wird von dem veränderten Mediennutzungsverhalten geprägt werden, speziell durch mobile Geräte, medialer Omnipräsenz und entsprechendem sozialen Anpassungsverhalten. Das wird auch Konsequenzen für den klassischen Medienbetrieb haben und die Frage, wie wir uns Inhalte beschaffen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Wir sehen immer noch die eigenartige Doppelung von Fernsehen und Computerscreen. Wird Youtube die Brücke zwischen beiden schlagen?</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich habe keinen Fernseher.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">________________________</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das Gespräch führten Hendrik Speck und Stefan Heidenreich am 23.09.2009</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
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		<title>Gesichter erkennen im Netz</title>
		<link>http://www.iconicturn.de/2008/04/gesichter-erkennen-im-netz/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Apr 2008 06:33:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Gesichtserkennung]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>

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		<description><![CDATA[
Mit der Einführung der biometrische Ausweise ist uns das Lachen auf das Passbilder erst einmal vergangen. Nun kommt es im Netz zurück, will man der Ankündigug der chinesischen Website tuyuan glauben. Sie bietet den Service der Gesichtserkennung an. Michel Arrington äußert auf Techcrunch berechtigte Zweifel. Or it may just put boxes around people&#8217;s heads. Denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p><img style="border-style: solid; border-width: 0px; width: 220px; height: 248px; float: left; margin-right: 10px; margin-bottom: 5px;" title="tuyuan.com" src="http://www.iconicturn.de/uploads/RTEmagicC_tuyuan_faces_01.jpg.jpg" alt="" />Mit der Einführung der biometrische Ausweise ist uns das Lachen auf das Passbilder erst einmal vergangen. Nun kommt es im Netz zurück, will man der Ankündigug der chinesischen Website <a href="http://tuyuan.com/" target="_blank">tuyuan</a> glauben. Sie bietet den Service der Gesichtserkennung an. Michel Arrington äußert auf <a href="http://www.techcrunch.com/2008/04/16/chinese-photo-site-tuyuan-may-do-facial-recognition-or-it-may-just-put-boxes-around-peoples-heads/" target="_blank">Techcrunch</a> berechtigte Zweifel. <span style="font-style: italic;">Or it may just put boxes around people&#8217;s heads.</span> Denn eigentlich ist die Gesichtserkennung noch lang nicht so weit, in jeder Lage und jedem Licht Name und Antlitz einander zuordnen zu können.<span id="more-127"></span></p>
<p>Tuyuan sind im übrigen nicht die ersten, die sich an webfähiger Gesichtserkennung versuchen. <a href="http://www.riya.com/" target="_blank">Riya</a> bietet seit zwei Jahren Bildsuche an, auch für Gesichter, wenn auch mässig befriedigend. <a href="http://www.polarrose.com/" target="_blank">Polarrose</a> arbeitet an einer auf Gesichter spezialisierten Variante, kommt aber seit mehr als einem Jahr nicht über die Beta-Phase hinaus.</p>
<p>Denken wir ein bisschen weiter: Angenommen, die Anwendung wird irgendwann einmal tatsächlich funktionieren. Dann wird auf einmal ein Teil des Bildraums adressierbar. Die große namenlosen Bildarchive verwandeln sich im Nachhinein zu gigantischen social pages.<br />
Bilder gliedern sich in die textbezogenen Suchräume des Netzes ein und machen die Spuren<br />
der Personen in Fotos von Urlaubsinseln und zufälligen Schnappschüssen verfügbar. Erstaunt wird man auf eine Zeit zurückschauen, in der Personen nicht automatisch visuell katalogisiert und zugeordnet wurden. Wie lange werden wir darauf warten müssen? Wohl länger als<br />
die Macher von tuyuan es je zugeben werden.</p>
<p>_____</p>
<p>Bild: tuyuan.com</p></div>
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		</item>
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		<title>Helden statt Hintergrund: Hockenberry über Bilder und Nachrichten</title>
		<link>http://www.iconicturn.de/2008/02/helden-statt-hintergrund-hockenberry-uber-bilder-und-nachrichten/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Feb 2008 06:49:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[You dont&#8217; understand our Audience überschreibt John Hockenberry seinen Artikel für die jüngste Ausgabe der MIT Technology Review. Was er nicht versteht und sich zu verstehen weigert, ist der Wille der Netzwerke, ihre Bilder einem imaginierten Publikum anzudienen und dabei jedem Hindernis auszuweichen. Aber gerade das, so legt es Hockenberry nahe, bringt die Sender in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://64.233.183.104/search?q=cache:44KewKPm4GAJ:www.technologyreview.com/printer_friendly_article.aspx%3Fid%3D19845+hockenberry&amp;hl=en&amp;ct=clnk&amp;cd=10" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-145" title="WTC_Firefighters_01" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/WTC_Firefighters_01.jpg" alt="WTC_Firefighters_01" width="219" height="220" />You dont&#8217; understand our Audience</a> überschreibt <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/John_Hockenberry" target="_blank">John Hockenberry</a> seinen Artikel für die jüngste Ausgabe der <a href="http://www.technologyreview.com/" target="_blank">MIT Technology Review</a>. Was er nicht versteht und sich zu verstehen weigert, ist der Wille der Netzwerke, ihre Bilder einem imaginierten Publikum anzudienen und dabei jedem Hindernis auszuweichen. Aber gerade das, so legt es Hockenberry nahe, bringt die Sender in eine technologische wie ästhetische Rückständigkeit.</p>
<p>Bilder werden als Werbeumgebung eingesetzt. Was zählt, sind Emotionen, nicht Information. Hockenberrys Beispiel reicht in die Tage kurz nach 9/11 zurück, als er bei dem Fernsehsender NBC arbeitete.</p>
<p><span style="font-style: italic;">The next morning I was in the office of David Corvo, the newly installed executive producer of Dateline, when Zucker entered to announce that the network was going to resume the prime-time schedule for the first time since the attacks. The long stretch of commercial-free programming was expensive, and Zucker was certain about one thing: &#8216;We can&#8217;t sell ads around pictures of Ground Zero.&#8217;</span></p>
<p>Hockenberry hängt noch der Vorstellung an, Journalisten sollten informieren und aufklären. Er schlägt eine Dokumentation über das Al-Qaida Netzwerk vor, das damals gerade erst in  Verdacht gerät. Der Produzent dagegen will statt eines Hintergrundberichts lieber emotional positv aufgeladene Heldenfiguren zeigen.</p>
<p><span style="font-style: italic;">But Zucker insisted that Dateline stay focused on the firefighters. The story of firefighters<br />
trapped in the crumbling towers, Zucker said, was the emotional center of this whole event. Corvo enthusiastically agreed. &#8220;Maybe,&#8221; said Zucker, &#8220;we ought to do a series of specials on firehouses<br />
where we just ride along with our cameras. Like the show Cops, only with firefighters.&#8221; He told<br />
Corvo he could make room in the prime-time lineup for firefighters, but then smiled at me and said, in effect, that he had no time for any subtitled interviews with jihadists raging about Palestine.</span></p>
<p>Der journalistische Impuls, die Welt jenseits der Sender nicht nur abzubilden, sondern auch zu erklären, geht bei diesem Vorgehen verloren. Der Schaden reicht indessen weiter, denn mittelfristig wird das Produkt einer Nachrichtensendung geopfert wird, um kurzfristig Quoten zu halten.</p>
<p><span style="font-style: italic;">This was one in a series of lessons I learned about how television news had lost its most basic journalistic instincts in its search for the audience-driven sweet spot, the &#8220;emotional center&#8221; of the American people.</span></p>
<p>Letztlich kommt es auf der einen Seite zu einem homogenen Fluss von Emotionen, der auf der anderen Seite das Publikum, das nach Information sucht, von den Fernsehschirmen weg ins Internet treibt. Die Ökonomie der Bilder treibt diese Wende an, indem sie ein emotional gesichtertes visuelle gleichbleibendes Umfeld für zahlende Kunden fordert.</p>
<p><span style="font-style: italic;">The informational edge was perilous, it was unpredictable, and it required the news audience to be willing to learn something it did not already know. Stories from the edge were not typically reassuring about the future. In this sense they were like actual news, unpredictable flashes from the unknown. On the other hand, the coveted emotional center was reliable, it was predictable, and its story lines could be duplicated over and over. It reassured the audience by telling it what it already knew rather than challenging it to learn.</span></p>
<p>Im Zug der Herabstufung von TV-Sendungen zum reinen Werbeumfeld geht auch die technologische und ästhetische Initiative auf die Werbe-Industrie über.</p>
<p><span style="font-style: italic;">It also explains why TV news seems so archaic next to the advertising and entertainment content on the same networks. Among the greatest frustrations of working in TV news over the past decade was to see that while advertisers and entertainment producers were permitted to do wildly risky things in pursuit of audiences, news producers rarely ventured out of a safety zone of crime, celebrity, and character-driven tragedy yarns.</span><br />
<span style="font-style: italic;">Advertisers were aggressive in their use of new technologies long before network news divisions went anywhere near them. This is exactly the opposite of the trend in the 1960s and &#8217;70s, when the news divisions were first adopters of breakthroughs in live satellite and video technology. But in the 1990s, advertisers were quick to use the Internet to seek information about consumers, exploiting the potential of communities that formed around products and brands.</span></p>
<p>Unwillig, Innovationen im Programm durchzustzen, wenn sie Werbeplätze zu riskieren, verpassen die große Sender die technischologischen Neuerungen. Hockenberrys gibt als Beispiel das Vorgehen im Irakkireg an. Anstatt im Sinne nutzergenerierter Inhalte auf Fotos, Blogs und Videos von Soladaten zurückzugreifen, setzen Sender unter großen Aufwand sogenannte embedded Journalists ein.</p>
<p><span style="font-style: italic;">The focus on gadgetry meant once again that the deeper story about technology and the war was missed. Technology was revolutionizing war reporting by enabling combat soldiers to deliver their own dispatches from the field in real time. In 2004, I pitched Dateline on the story of how soldiers were creating their own digital networks and blogging their firsthand experiences of the war. The show passed. My story appeared in Wired a year later.</span></p>
<p>Hockenberrys Fazit für die Arbeit der großen TV-Anstalten in Amerika ist vernichtend:</p>
<p><span style="font-style: italic;">Communication technologies transformed America&#8217;s view of itself, its politics, and its culture.</span><br />
<span style="font-style: italic;">One might have thought that the television industry, with its history of rapid adaptation to </span><br />
<span style="font-style: italic;">technological change, would have become a center of innovation for the next radical transformation in communication. It did not. Nor did the ability to transmit pictures, voices, and stories from around the world to living rooms in the U.S. heartland produce a nation that is more sophisticated about global affairs. Instead, the United States is arguably more isolated and less educated about the world than it was a half-century ago. In a time of such broad technological change, how can this possibly be the case?</span></p>
<p>Seine zugespitzte Diagnose lautet, dass das Netz die Dinosaurier des Fernsehens einholen wird. Weil sie ihr eigenes Produkt aufgegeben haben. Weil sie die Schlüsselinnovationen der Information verpassen. Und weil sie den Nutzer betrügen, gerade indem sie ihn vorgeblich ins Zentrum stellen, aber als einen gänzlich passiven Zuschauer.</p>
<p><span style="font-style: italic;">Networks are built on the assumption that audience size is what matters most. Content is secondary; it exists to attract passive viewers who will sit still for advertisements. For a while, that assumption served the industry well. But the TV news business has been blind to the revolution that made the viewer blink: the digital organization of communities that are anything but passive. </span><br />
<span style="font-style: italic;">Traditional market-driven media always attempt to treat devices, audiences, and content as bulk commodities, while users instead view all three as ways of creating and maintaining smaller-scale communities. As users acquire the means of producing and distributing content, the authority and profit potential of large traditional networks are directly challenged.</span></p>
<p>_________<br />
Bild: <a href="http://www.newyorkfire.com/nyfd/memorial/WTC%20Firefighters.jpg" target="_blank">Newyorkfire.com</a></p>
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		<title>Das Netz, die Zeit und die neue Öffentlichkeit</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Feb 2008 06:51:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal braucht Denken Zeit. Vor zwei Jahren hielt der Philosoph Jürgen Habermas eine Rede in Wien (pdf der Rede). Und nun fand in Oldenburg ein Symposium statt, das die FAZ im Licht von Habermas&#8217; damaligen Aussagen genauer betrachtet.Und das dringend scheint nötig zu sein. Denn immerhin machte Habermas deutlich, dass das Internet die Struktur der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-148" title="habermas" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/habermas.jpg" alt="habermas" width="239" height="359" />Manchmal braucht Denken Zeit. Vor zwei Jahren hielt der Philosoph Jürgen Habermas eine Rede in Wien (<a href="http://www.renner-institut.at/download/texte/habermas2006-03-09.pdf" target="_blank">pdf der Rede</a>). Und nun fand in Oldenburg ein <a href="http://www.uni-oldenburg.de/Forschungsstelle-Intellektuellensoziologie/28907.html" target="_blank">Symposium</a> statt, das die <a href="http://www.faz.net/s/Rub5C2BFD49230B472BA96E0B2CF9FAB88C/Doc%7EEA4DBAEC641AE4B73AFAF97154F09A778%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">FAZ</a> im Licht von Habermas&#8217; damaligen Aussagen genauer betrachtet.Und das dringend scheint nötig zu sein. Denn immerhin machte Habermas deutlich, dass das Internet die Struktur der neuen Öffentlichkeit prägt. Seine Warnung, warum das Netz dem Denken gefährlich wird, führt um zwei Ecken.Seine Warnung, warum das Netz dem Denken gefährlich wird, führt um zwei Ecken.<br />
Denn zu begrüßen ist, so Habermas, dass die Umstellung der Kommunikation von Buchdruck und Presse auf Fernsehen und Internet zu einer ungeahnten Ausweitung der Medienöffentlichkeit und zu einer beispiellosen Verdichtung der Kommunikationsnetze geführt hat. Aber gerade die Breite, das Nicht-Exklusive und der Überfluss von Information droht zu Mängeln beim Inhalt zu führen.<span id="more-147"></span></p>
<p>In diesem Medium (Internet) verlieren die Beiträge von Intellektuellen die Kraft, einen Fokus zu bilden. Damit bleibt Habermas seinen Anfängen treu. Schon in seinem frühen Buch Strukturwandel der Öffentlichkeit behauptet er, dass die Medien im Laufe eines guten Jahrhunderts den nicht gerade vorteilhaften Weg vom Journalismus schriftstellernder Privatleute zu den öffentlichen Dienstleistungen der Massenmedien gegangen sind.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">In Oldenburg macht man nicht das Internet für das Ende des Intellektuellen verantwortlich, sondern die Zeit. Genauer gesagt: den notorischen Mangel an Zeit. Die Ursache dafür sucht man mit Vorliebe in soziologischen Begriffen, sei es eine fehlerhafte Organisation von Prozessen, die Ökonomisierung noch des kleinsten Moments oder einfach eine allgemeine Tendenz zur Beschleunigung. Jeder Hinweis auf die Technologien der veränderten Zeit fehlt.</p>
<p>Dennoch gilt im Ergebnis dasselbe:<br />
Das Hechelnde ist jedenfalls keine Zeitform, die dem Denken gut bekommt. Dort, wo das Hecheln im Medien- und Bildungsbetrieb die Leitgeschwindigkeit geworden ist, hat nicht nur der öffentliche Intellektuelle ein Fokus-Problem.</p>
<p>Die visuelle Metapher des Fokus gibt einen Hinweis auf die Wichtigkeit der Bilder in diesem Prozess der Beschleunigung. Ein Bild ist in einem Augenblick gesehen, Lektüre dauert. So richtet sich der eilige Blick des gehetzten, ehemals Leser genannten Rezipienten nur auf die Überschriften und die Bilder und lässt den Text beiseite. Bei all dem stellt sich die Frage, ob die neuen Techniken im Netz diese Neigung eher verschärfen oder nicht eher abschwächen.</p>
<p>Auf dem Habermas&#8217;schen Gleis hätte man hier noch um eine Kurve weiter denken können.<br />
Welche Art von neue Öffentlichkeit entsteht? Wo tritt dem Vergehenden eine neue Struktur gegenüber? Wer spricht an dieser Stelle, wenn es nicht unbedingt der Intellektuelle klassischen Zuschnitts ist? Und in welcher Form kommen die Aussagen daher?</p>
<p>Es gibt im Netz nicht nur Beispiele, wie tatsächlich vernetzt gedacht werden kann, sondern auch Theorien dazu. Um nur zwei Beispiele zu geben: James Surowiecki beschreibt in<br />
<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: x-small;"> <a href="http://www.randomhouse.com/features/wisdomofcrowds/index.html" target="_blank">The Wisdom of the Crowds</a>, wie aus den Urteilen und Aussagen Einzelner ein gemeinsames Wissen entstehen kann. Mit explizitem Hinweis auf Habermas untersucht <a href="http://www.benkler.org/" target="_blank">Yochai Benkler</a> in <a href="http://www.benkler.org/wealth_of_networks/index.php/Main_Page" target="_blank">The Wealth of Networks</a> die Emergenz einer vernetzten Öffentlichkeit. Sein Fazit ist optimistisch: The networked public sphere is not only more resistant to control by money, but it is also less susceptible to the lowest-common denominator orientation that the pursuit of money often leads mass media to adopt. (S.259)</span></span></p>
<p>Breitere Streung und geringe Beeinflussbarkeit zeichnen nach Benkler die neue Öffentlichkeit im Netz aus. Von Mangel an Zeit ist bei ihm keine Rede. Als hätte das Zeitproblem und das Gefühl der unkontrollierten Beschleunigung viel eher damit zu tun, dem neuen Wissen mit überholten technischen MItteln gegenüberzutreten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Bleibt noch eine letzte Bemerkung. Zieht man die Bilder als beschleunigendes Element hinzu, so wäre es an der Zeit, einen anderen, viel älteren Text wieder zu lesen, nämlich Heideggers Zeitalter des Weltbildes, um mehr über den Zusammenhang von Bild und Denken zu erfahren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
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		<title>img src &#8211; Bildsuche im Netz</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2008 07:33:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Bildsuche]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>

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		<description><![CDATA[Worauf seine angekündigten Lösungen zur Bildsuche hinauslaufen, verrät uns der Autor Johannes Osterhoff am Ende nicht wirklich. Aber der Anfang und der Rest seines kleinen Büchleins bereiten ein mögliches Ergebnis gut vor. In einer kleinen Tour werden alle wesentlichen Theorien aufgerufen, die im Umfeld einer &#8211; noch zu realisierenden &#8211; Bildsuche erwähnenswert sind.
Das beginnt bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-166" title="imgsrc_osterhoff_cover_02" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/imgsrc_osterhoff_cover_02.jpg" alt="imgsrc_osterhoff_cover_02" width="238" height="400" />Worauf seine angekündigten Lösungen zur Bildsuche hinauslaufen, verrät uns der Autor <a href="http://johannes-p-osterhoff.com/" target="_blank">Johannes Osterhoff </a>am Ende nicht wirklich. Aber der Anfang und der Rest seines kleinen Büchleins bereiten ein mögliches Ergebnis gut vor. In einer kleinen Tour werden alle wesentlichen Theorien aufgerufen, die im Umfeld einer &#8211; noch zu realisierenden &#8211; Bildsuche erwähnenswert sind.</p>
<p>Das beginnt bei Foucaults Essay <span style="font-style: italic;">Dies ist keine Pfeife</span>, behandelt dann die Symboltheorie von Goodman, hält kurz beim Bild-Text-Verhältnis inne, um dann zum Pictorial- und Iconic-Turn und schließlich zum Mnemosyne-Atlas von Warburg fortzuschreiten. Alles auf nicht ganz 20 Seiten und dementsprechend knapp, aber als Einleitung gut zusammengestellt und lesenswert. <span id="more-165"></span><br />
Je weiter wir im engeren Sinn zum Problem der digitalen Bildverarbeitung voran kommen, desto detailreicher, aber auch unklarer wird die Lage. Sehr schön ist der Hinweis auf das erste im Netz veröffentlichte Bild und die Diskussionen, die sich rund um die Einführung des <a href="http://http//www.w3.org/MarkUp/html-spec/html-spec_5.html" target="_blank">Inline Image Tags</a> abspielten.</p>
<p>Von dort aus steuert der Text geradewegs in die Tiefen der Informatik-Debatten zur visuellen Bildsuche. Die Sammeln von Metadaten, Tagging und Folksonomy scheinen dem Autoren nicht als Lösungsansätze zu taugen, jedenfalls nicht als alleinige.<br />
Statt dessen orientiert er sich an der seit den 90ern verfolgten Forschungsrichtung des Content based Image Retrieval. Er geht auf einige der dort geführten Diskussionen ein, wie die Segmentierung von Bildern und den Semantik Gap, also die Lücke zwischen Bedeutung und visueller Information.</p>
<p>Ein Interface-Kapitel macht mit den beiden Begriffen &#8220;Hypermediacy&#8221; und &#8220;Immediacy&#8221; bekannt. Im ersten Fall wird das Medium als solches offensichtlich. Immediacy dagegen versucht es zum Verschwinden zu bringen. Anstelle eines transparenten Interfaces plädiert der Autor für eine Gestaltung, die zwischen dem Fluss der Handhabung und dem Bewusstmachen der dahinter liegenden Prozesse vermittelt.</p>
<p>Leider lassen seine eigenen Folgerungen am Schluss an Deutlichkeit zu wünschen übrig. <span style="font-style: italic;">IMG SRC ORG soll (&#8230;) als zwar spätes, aber notwendiges Plädoyer im Rahmen der Entwicklung hin zur visuellen Bildsuche gelesen werden, wider die Überbetonung einer gut gemeinten, aber letztlich kontraproduktiven Transparenz der Schnittstellen.</span> Wie das geschehen soll, bleibt dunkel. Sei es, weil der Weg noch nicht gefunden ist oder weil die Entwicklung noch nicht veröffentlicht werden soll. Wir warten also ab, was uns entweder in weiteren Aufsätzen, oder noch besser, in einer tatsächlich funktionierenden Anwendung begegnen mag.</p>
<p>johannes p osterhoff: IMG SRC &#8211; Anmerkungen und Lösungen zum Problem digitaler Bildersuche im Netz<br />
Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung<br />
101 Seiten, € 18.80</p>
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		<title>Das Netz zerfällt in viele Welten</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Jan 2007 09:33:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Das WorldWideWeb zerfällt in Teile. Das war beim diesjährigen Digital  Lifestyle Day in München von vielen Seiten zu hören. Die einzelne Website wird nicht länger der einzige Orientierungspunkt sein. An ihre Stelle treten verteilte Informationen, auf unterschiedlichen Gebrauch und verschiedene Geräte abgestimmte Daten, fragmentiert und frei verknüpfbar.
Web2.0, so legt diese Einsicht nahe, mag zwar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-216" title="dld_HBM_Marcom_dld07a" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/dld_HBM_Marcom_dld07a.jpg" alt="dld_HBM_Marcom_dld07a" width="250" height="219" />Das WorldWideWeb zerfällt in Teile. Das war beim diesjährigen <a href="http://www.dld-conference.com/" target="_blank">Digital  Lifestyle Day</a> in München von vielen Seiten zu hören. Die einzelne Website wird nicht länger der einzige Orientierungspunkt sein. An ihre Stelle treten verteilte Informationen, auf unterschiedlichen Gebrauch und verschiedene Geräte abgestimmte Daten, fragmentiert und frei verknüpfbar.<br />
Web2.0, so legt diese Einsicht nahe, mag zwar 2.0 sein, aber nicht länger ein Web. Visuelle Information ist von diesem Prozess der Zersplitterung ebenso betroffen wie alle anderen Informationen. Denn die Rolle der Bilder wandelt sich je nach Kontext, Technologie und Gebrauch.  <span id="more-215"></span></p>
<p><a href="http://www.caterina.net/" target="_blank">Caterina Fake</a>, Gründerin von <a href="http://www.flickr.com/" target="_blank">Flickr</a>, verglich die Entwicklung des WWW mit den Mainframe-Rechnern der 60er Jahre. An die Stelle der alten Großcomputer traten nach und nach PCs, Notebooks, Handys und spezialisierte Chips an allen möglichen Funktionen. Dasselbe könnte ihrer Ansicht nach mit dem Netz geschehen, das sich von einem einheiltlichen Gebilde in eine Vielzahl möglicher Welten aufspaltet.</p>
<p><a href="http://www.dld-conference.com/2007/01/tariq_krim.html" target="_blank">Tariq Krim</a>, CEO von <a href="http://www.netvibes.com/" target="_blank">Netvibes</a> bestätig diese Einschätzung. Nicht mehr die  einzelne Website steht im Zentrum des Geschehens, sondern Fragmente und Module,  <a href="http://widgets.yahoo.com/" target="_blank">Widgets</a> oder Badges. Eine zunehmende Rolle wird dabei der zeitbezogene Datenfluss  spielen, zum Beispiel über das RSS-Format.<br />
<a href="http://www.google.com/corporate/execs.html#marissa" target="_blank"><img style="border-style: solid; border-width: 0px; width: 200px; height: 237px; float: left; margin-right: 10px; margin-bottom: 5px;" title="Marissa Mayer. Foto: HBM Marcom" src="http://www.iconicturn.de/uploads/RTEmagicC_HBM_Marcom_dld07b.jpg.jpg" alt="" />Marissa Mayer</a> von Google ergänzte diese Annahme um Einblicke in die jüngsten Versuche, in die Suche Situationen und Kontexte einzubeziehen. Denn ein Autofahrer erwartet andere Ergebnisse als ein Journalist oder ein Konferenzteilnehmer am Mobiltelefon. Es überrascht nicht, dass in diesem Zusammenhang Geräte mit eingebauter Lokalisation oder soziale Netzwerke verstärkt beachtet werden.</p>
<p>Ihr Diskussionpartner <a href="http://www.dld-conference.com/2006/12/carlos_m_bhola.html" target="_blank">Carlos Bhola</a> merkte an, dass sich der Schwerpunkt der Innovation von rein technischen Entwicklungen wegbewegt und verstärkt in neuen Umgangs- und Verhaltensformen zu suchen ist, die regional und sozial unterschiedlich ausgeprägt sein können.</p>
<p>Was bedeuten diese Entwicklungen für Bilder und mögliche ikonischen Welten?</p>
<p><a href="http://www.dld-conference.com/2006/11/arend_oetker.html" target="_blank">Arend Oetker</a>, der als web-externer Gast die Diskussion klug zu kommentieren wusste, gab zu bedenken, dass Bilder auf verschiedenen Interfaces sehr verschieden wirken. Nur ab einer bestimmten Größe strahlen sie genügend affektive und emotionale Energie aus, um als Werbeträger zu taugen. &#8220;Size matters&#8221;, Handys erfordern andere Werbestrategien als Großbildschirme.<br />
Da die Runden zu einem großen Teil mit Vertretern der Industrie besetzt waren, stießen Fragen nach möglichen Revenue-Modellen stets auf großes Interesse. Allen voran war Google gefragt, wo Mayer mögliche Strategien im Umgang mit Video ansprach, nach dem Kauf von Youtube eine drängende Frage. Verschiedene Verfahren befinden sich im Test, so etwa Pre-Roll-Werbung, Kontextualisierung von Videos über die Zuordnung von Sprache-zu-Text oder die Konstruktion neuer Medien- und Werbe-Stars.</p>
<p>Zu diesem Punkt gab <a href="http://www.dld-conference.com/2007/01/miles_beckett.html" target="_blank">Miles Beckett</a>, einer der Macher von <a href="http://www.lonelygirl15.com/" target="_blank">Lonelygirl15</a>, Einblicke in die Arbeit an der ersten Web-Soap, bei der neuartige Wege der Nutzerbeteiligung erprobt werden. Die Episoden und Figuren werden im Netz ausgiebig kommentiert und die Kommentare im Produktionsprozess weiter verwertet. Caterina Fake verwies auf die politische Gegenmacht der von Nutzern eingestellten Bilder, was nicht nur für Bilder des Widerstand aus <a href="http://www.flickr.com/photos/tags/oaxaca/clusters/mexico-church-montealban/" target="_blank">Oaxaca</a> zutrifft, sondern auch für Kommentare  zu <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/93/97995/print.html" target="_blank">hiesiger Politik</a>.<br />
Die visuelle Seite des Netzes unterliegt ebenfalls Prozessen der Fragmentierung. Sie dämpfen die Wirkungen der Bilder keineswegs, sondern vervielfältigen und verteilen sie neu.</p>
<p><span style="font-style: italic;">Bilder: </span><a style="font-style: italic;" href="http://www.flickr.com/people/burda/" target="_blank">HBM Marcom</a></p>
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		<title>web 2.0 &#8211; was geschieht mit den Bildern? (Teil 1)</title>
		<link>http://www.iconicturn.de/2005/12/web-2-0-was-geschieht-mit-den-bildern-teil-1/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2005 10:55:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist mit &#8220;Web 2.0&#8243; gemeint? Die Erfinder des Begriffs sehen einen Gegensatz zwischen dem Netz Anfänge und den neuen Funktionen. Anwendungen, die man zum Web 2.0 zählt, behandeln Daten als einen Strom, der zu verteilen ist. An die Stelle von Nachrichten treten Blogs. Lexika werden durch Wikis ersetzt. Statische Inhalte werden durch offene Schnittstellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-284" title="web20_1" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/web20_1.jpg" alt="web20_1" width="390" height="75" />Was ist mit &#8220;Web 2.0&#8243; gemeint? Die Erfinder des Begriffs sehen einen Gegensatz zwischen dem Netz Anfänge und den neuen Funktionen. Anwendungen, die man zum Web 2.0 zählt, behandeln Daten als einen Strom, der zu verteilen ist. An die Stelle von Nachrichten treten Blogs. Lexika werden durch Wikis ersetzt. Statische Inhalte werden durch offene Schnittstellen (APIs) verfügbar.<span id="more-281"></span><br />
Ein einschlägiger Text bei O&#8217;Reilly gibt eine ganze Reihe von Beispielen für die<a href="http://www.oreillynet.com/pub/a/oreilly/tim/news/2005/09/30/what-is-web-20.html"> neuen Techniken und Funktionen</a> an.</p>
<p><img style="border-style: solid; border-width: 0px; width: 395px; height: 310px;" src="http://www.iconicturn.de/fileadmin/_temp_/20051124132035712_2.jpg" alt="" /></p>
<p>Die Neuerungen lassen sich auf einen einfachen Nenner bringen. An die Stelle von Seiten, die Informationen besitzen und festhalten, treten Anwendungen, die Daten als Ströme behandeln, sie verteilen und für Veränderungen öffnen. Das Prinzip des Hortens weicht dem Tausch. Der Unterschied zwischen der alten und der neuen Ökonomie der Information gleicht dem Gegensatz zwischen dem Kolonialismus Spaniens und Englands im 17. Jahrhundert. Handelsvorteile und der Nutzen der Produktivkräfte erwiesen sich als profitabler als das bloße Ansammeln von Gold und Reichtümern.</p>
<p>Grundlegend neu sind die Technologien des Web2.0 nicht. Von Anfang an war klar, dass Webseiten dynamisch von Datenbanken generiert werden können. Der entscheidende Unterscheid besteht darin, dass die Reichweite der Datenbanken sich über die einzelne Seite hinweg ausdehnt. Das bildet die technische Basis einer sogenannten &#8220;Architektur der Beteiligung&#8221;. Einzelne Seiten bilden nur noch die Schnittstelle zu verteilten Datenbanken.</p>
<p>Ging es früher darum, möglichst viele Nutzer zu binden, so bilden sich nun Verdichtungen im Fluss der Daten heraus.<br />
Der Austausch von Information wird zum bestimmenden Moment. Dazu tragen ganz wesentlich die <a href="http://www.programmableweb.com/apis">offenen Programmschnittstellen</a> bei. Es entsteht ein Wettbewerb um Kombinationen von Inhalten und Strukturen verschiedenster Herkunft, wie ihn die Seite <a href="http://www.programmableweb.com/matrix">prgrammable web</a> dokumentiert.</p>
<p>Den Webseiten und ihren Programmierern stellen sich <a href="http://www.digital-web.com/articles/web_2_for_designers/">neue Aufgaben</a>: An die Stelle von statischem HTML tritt dynamisches XML. Der Auftritt im Web wird als Service begriffen. Inhalte lassen sich mischen. Die Navigation wird flexibel. Information erhält einen soziale Dimension.</p>
<p>Aber die Euphorie um das Web2.0 schießt vielleicht schon über das Ziel hinaus. Der Begriff könnte ebenso gut in einer Marketing-Blase enden. Schon geht das Wort von der <a href="http://bubble20.blogspot.com/">Bubble 2.0</a> um.<br />
Dennoch stehen die Erfolgsmodelle der jüngsten Vergangheit vor dem Test, ob sie die neuen Funktionen übernehmen oder selbst veralten. Zwar hatte Sergej Brin <a href="http://blogs.zdnet.com/BTL/?p=19952">seinen Auftritt </a>bei der Konferenz zum Web 2.0, aber seine Firma Google trägt zu der neuen Entwicklung nicht viel bei.<br />
Das Prinzip der Suchmaschine, Relevanz durch Auswertung von Links herzustellen, wird nicht ausreichen, um in beweglichen Datenströmen Orientierung zu verschaffen. Services wie <a href="http://technorati.com/">Technorati</a> oder <a href="http://del.icio.us/">del.icio.us</a> bahnen neue Wege durch das Web. Was noch immer fehlt, ist eine Funktion, die zeitliche Dimension der Datenströme erschließt.<br />
Bilder stehen nicht im Zentrum der Entwicklung. Sie ist einmal mehr vor allem text-getrieben. Aber sie wird ihre Wirkungen auf visuelle Information entfalten.<br />
Was bedeuten die neuen Datenströme für die Bilder?<br />
Lässt sich der Iconic-Turn mit dem web 2.0 verbinden?</p>
<p>Web 2.0 &#8211; was geschieht mit den Bilder (Teil 2) &#8211; am 18. Dezember</p>
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		</item>
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		<title>Ökonomie visueller Welten</title>
		<link>http://www.iconicturn.de/1970/01/okonomie-visueller-welten/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:59:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-255" title="castronova_everquest_01" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/castronova_everquest_01.jpg" alt="castronova_everquest_01" width="103" height="180" />Mittlerweile übertrifft der Umsatz virtueller Spiel-Güter auf internen Märkten innerhalb der Spiele und auf externen wie Ebay das Bruttosozialprodukt kleinerer Staaten. Es ist höchste Zeit, den expandierenden Welten mehr Beachtung zu schenken. Castronova hat mit seinem Buch eine allgemeine ökonomische Soziographie der Online Role-Playing Games vorgelegt. Dem Umstand, dass die Spiele beinahe ausschließlich visuell funktionieren und damit eine weitere Facette eines Iconic Turns darstellen, schenkt der Ökonom leider kaum Beachtung.  Zu selbstverständlich erscheint ihm bereits die Tatsache, dass bildlich dargestellte Daten als Waren gehandelt werden können. Um so erstaunlicher sind die Konsequenzen und Potenziale, die aus dem Enstehen der synthetischen Welten folgen.</p>
<p>Seinen ökonomischen Ansatz begründet er mit der etwas zweifelhaften Gleichung einer „Economy of Fun“:</p>
<p>Gesamte Kompensation = Lohn und Spass.<span id="more-254"></span></p>
<p>Castronova ergänzt: „Die Ökonomie der Arbeit lehrt uns, dass Jobs mit weniger Spaß höher entlohnt werden sollten.“ Ganz offensichtlich gilt dieses Verhältnis im wirklichen Leben keineswegs. Und es wäre mehr als erstaunlich, wenn es in den entstehenden Online-Arbeitsmärkten der Spiele Bestand hätte.</p>
<p>Aufschlussreicher sind dagegen seine Vorschläge, wie sich die Wirtschaft der synthetischen Welten beleben lässt. Sie erscheinen merkwürdig vertraut: Erzeuge komparative Nachteile, um den Handel zu beleben. Ersetze haltbare Dinge durch konsumierbare Güter oder lasse sie mit der Zeit verfallen. Erzeuge Bedürfnisse. Mache Märkte öffentlich. Füge Risiken, Chaos und Crashs in die Spielwelt ein.<br />
In dieser Frage setzt Castronova ganz offensichtlich darauf, die Ökonomie des realen Lebens den Spielen einzupflanzen. Und das mit teilweise überraschendes Konsequenzen: eines Tages könnten Game-Ökonomien beispielsweise die Funktionen von Geldwasch- und Steuerfluchtoasen wie den Cayman Inseln übernehmen.</p>
<p>In allen anderen Fragen hält er Simluation von Wirklichkeit in den Spielen für unproduktiv. Sie gewinnen ihren Eigenwert nicht dadurch, dass sie versuchen, die Realität zu imitieren, sondern indem sie abweichende und konkurrierende Welten anbieten. Castronova spricht in diesem Zusammenhang von einer „Bewusstseins-Emigration“: Je schlechter das Leben in der wirklichen Welt erscheint, desto mehr Aufmerksamkeit wird sich synthetischen Welten zuwenden. Und das obwohl die realen politischen Verhältnisse in den Games kaum die besten aller möglichen Welten verwirklichen. Es sind Diktaturen der Spielefirmen. Sie verwalten ihre Spiele kostensparend und gerade ausreichend, um die zahlenden Kunden nicht zu vertreiben. Innerhalb der anarchischen Welten herrschen Gilden, in der Regel nicht demokratisch, sondern als Gangs mit untransparenten Entscheidungsstrukturen wie Politbüros. Das Spiele-Leben kommt der Anti-Utopie von Hobbes Leviathan nahe: es ist unschön, brutal und kurz. Aber mit seiner forcierten sozialen Interaktion immerhin abenteuerlich genug, um der Vorstadthölle und dem dazugehörigen Fernsehprogramm vorgezogen zu werden.</p>
<p>Castronova verbindet mit den synthetischen Welten negative wie positive politische Utopien. Offenbar als Reaktion auf 9/11 hat er ein Terror-Kapitel eingefügt, das Spiele wie Counterstrike als Übungsfeld für Terroristen brandmarkt. Er fürchtet den Ausbruch unkontrollierter Gewalt in den Games. Wenn es nicht gelingt, Chaos und Anarchie in den virtuellen Welten zu unterbinden, so seine bedrohliche Vision, könnte eines Tages das reale Militär ins Spielfeld einrücken und für Ordnung sorgen. Den Ängsten stehen Hoffnungen gegenüber. In einer besseren Welt könnten computergenerierte Bots dank künstlicher Intelligenz die Unterklasse automatisieren, so dass menschliche Mitspieler samt und sonders der glücklichen Oberschicht angehören könnten. In trauter Einheit würden dann Menschen und Bots eine arbeitsteilige Sklavenhaltergesellschaft aufbauen. Dem kontrastiert eine aufschlussreiche Beachtung: Nicht nur arbeitet die KI daran, menschliche Verhaltensweisen nachzuahmen, sondern es kommt im Spieleleben bisweilen auch der umgekehrte Turing-Test vor, wenn Spieler versuchen, sich als Automaten auszugeben.</p>
<p>Als Wunschszenario entwirft Castronova ein friedliches Nebeneinander zweier Welten, die von einer durchlässigen Membran getrennt sind. Konflikte könnten im Spiel ausgetragen werden und damit der wirklichen Welt erspart bleiben.</p>
<p>Edward Castronova: Synthetic Worlds. The Business and Culture of Online Games. Chicago 2005.<br />
Er lehrt an der Universität von Indiana, Bloomington.</p>
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