Bildwissenschaft, Iconicturn
Bildausschnitte sind gefährlich. Das sollten Bildwissenschaftler wissen. Der Forschungs-Schwerpunkt Eikones, eines der prominentesten derartigen Zentren im Bereich der deutschsprachigen Bildwissenschaften, hat unter dem Titel Movens Bild einen umfangreichen Tagungsband vorgelegt. Online sucht man nach den Aufsätzen leider vergeblich.
Wer das Cover des Buches erkennt, ahnt ein wenig, was es mit dem Inhalt auf sich hat. Die Fotos aus Thomas Struths Audience Serie können dem Band ein Bild geben, wird lapidar im Vorwort vermerkt. Wie genau das zu verstehen ist, bleibt offen. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Iconicturn
Vom 26. bis 28. September 2008 fand in Menzenschwand im Südschwarzwald ein Symposium zum Stand des Iconic-Turn statt. Thema war die Frage, wie der Begriff mittlerweile zu bewerten ist. Wohin hat sich der Iconic-Turn während der letzten Jahre entwickelt hat? Wo haben sich neue Forschungsfelder und -Desiderate ergeben?
Zu Gast in Menzenschwand waren Hans Belting, Gottfried Boehm, Hubert Burda, Peter Geimer, Julia Gelshorn, Stefan Heidenreich, Friedrich Kittler, Christa Maar, Ernst Pöppel, Hendrik Speck, Wolfgang Ullrich und Lambert Wiesing. Ihre Vorträge werden als gesonderter Band erscheinen. Auf Iconicturn.de werden ab jetzt in einer Serie Ausschnitte und Mitschriften der Diskussionen veröffentlicht.
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Bildwissenschaften, Iconicturn
Seiner Geschichte vom Betrachter und vom Blick hat der Kunsthistoriker Hans Belting ein aufregendes neues Kapitel hinzugefügt. Die Perspektive – der Durch-Blick – galt bislang als eine genuin westliche Erfindung. Belting fordert uns auf, ihre Wurzeln im Orient zu suchen. Und er zeigt, auf welchem Weg das Wissen der Perspektive in den Westen gelangt ist, warum es sich nur hier erfüllen konnte, und wie es kam, dass im Orient andere Lösungen den Sieg davon trugen.
Erst in unserer Gegenwart dringt das perspektivische Abbild dank technischer Medien auch in den ehemals abbild-feindlichen islamischen Orient vor.
Aber bild-feindlich war der Islam nie. Belting gibt genügend Beispiele für die reiche Bildkultur in Bagdad. Verboten war vielmehr, körperliches Leben mit Stimme und Atem auf leblose Bilder zu übertragen. Der Weg zum Blick, und damit also auch der Weg zur perspektivischen Darstellung waren damit versperrt. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Habermas, Iconicturn
Mit seinen Überlegungen zur Rolle des Intellektuellen in einer von Iconic Turn veränderten Medienwelt kehrt Habermas zu seinen Anfängen zurück: zum Strukturwandel der Öffentlichkeit, über den sich der Philosoph 1962 habilitierte. Die Kritik am Fernsehen äußerte er breits damals anlässlich der im Fernsehen übertragenen Parlamentsdebatten: Vor der erweiterten Öffentlichkeit werden die Verhandlungen zur Show stilisiert (S.245).
Neu ist die Rolle, die er dem Internet zuspricht. Im Gegensatz zum Fernsehen sieht Habermas dort das Problem nicht in den Bildern. (Eine Ansicht, die sich mit dem Ausweiten der visuellen Informationen bald ändern dürfte.) Vielmehr vermisst er in den egalitären Netzen die konzentrierte Öffentlichkeit. In diesem Medium verlieren die Beiträge von Intellektuellen die Kraft, einen Fokus zu bilden. Neue Wege der Fokussierung, wie sie etwa bei Technorati oder delicious sichtbar werden, zieht er in nicht Betracht. Dass die Intellektuelle im herkömmlichen Sinn dort nicht präsent sind, zeigt die Cicero- Liste der 500 Intellektuellen, die das Internet als eigenständigen Reflektionsraum vollständig ausblendet. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Bildwissenschaften, Iconicturn
Drei Jahre ist es her, dass sich in Wien bei der Tagung “Bildwissenschaften? Ein Zwischenbilanz” zwei Protagonisten des “Turns” zum Bild begegneten. W.J.T.Mitchell hat Anfang der 90er Jahre den Begriff des “pictorial turn” geprägt, Gottfried Böhm sprach kurz darauf erstmals vom “iconic turn”.Beide Turns sind dem Vorbild des 1967 von Richard Rorty ausgerufenen “linguistic turn” nachgebildet. Der Sammelband zur Tagung veröffentlicht nun einen Briefwechsel, in dem beide Forscher ihre Begriffsbildungen klärend einander gegenüberstellen. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Iconicturn, Wissen
„Wie kommen Bild und Begriff im Bilde zusammen?“ Dieser Frage widmete sich Gottfried Böhm in einem Abendvortrag, zu dem die Arbeitsgruppe Die Welt als Bild an der Berlin- Brandenburgischen Akademie geladen hatte. Anlass der Einladung war eine Tagung zum Thema „Bild als Modell“.
Böhm skizzierte zwei mögliche Ansätze, den der Modelltheorie nach Tarski und einen wissenschafts- geschichtlichen, den er selbst bevorzugt.
Seit ihren Anfängen trennt die Geschichte der Kunst die kognitive von der ästhetischen Dimensionen des Bildes. Das führt dazu, dass in den Museen modellhafte Bilder unterrepräsentiert sind. Erst das 20. Jahrhundert führt hier zu einer Änderung, indem experimentelle Bildmodelle den Weg in die Kunst zurück finden. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Iconicturn
„Iconic Worlds“, der zweite interdisziplinäre Reader zu Fragen rund ums Bild, kommt am 2. Oktober in den Handel. Der Iconic Turn, die Wende vom Wort zum Bild, hat unsere Art, Wissen zu generieren, zu strukturieren und zu kommunizieren, grundlegend verändert. „Iconic Worlds“ ist eine Momentaufnahme der neuen Bilderwelten und Wissensräume. Sie spannt den Bogen von der medialen Herrschaftsinszenierung der Antike über moderne Sichtweisen mittelalterlicher Bilderzählungen bis zu den Ikonen des Schreckens von Abu Ghraib. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Bildwissenschaft, Iconicturn
Ein Interview mit Matthias Bruhn, Angela Fischel und Margarete Pratschke
SH: Das Technische Bild – was ist damit gemeint? Was erforscht das Projekt?
MB: Der Titel der Arbeitsgruppe definiert das Ziel. Wir arbeiten über die Geschichte, Ästhetik und formale Struktur der technischen Bilder. Es geht darum, entsprechende Zeugnisse und Objekte zu sammeln, zu sichten, zu benennen, zu identifizieren und zu klassifizieren. Und darum, eine Forschungsdatenbank zu bauen, mit ihrer Hilfe die treffenden Begriffe zu finden und zur Diskussion zu stellen.
Im Rahmen des Projektes werden einzelne Forschungen vorangetrieben, etwa zur Nanotechnologie, zu Röntgenbildern oder Illustrationspraktiken im 17. Jahrhundert. Vieles davon ist Teil eines von der DFG finanzierten Langzeitvorhabens zu Visualisierungsstrategien in den Naturwissenschaften.
Wir stellen uns nicht die Aufgabe, sämtliche “technischen Bilder” abzudecken, sondern gehen fragenspezifisch vor, orientiert an einzelnen Projekten. Die Datenbank soll bestimmte Probleme repräsentieren, ohne sie unbedingt vollständig zu sammeln. Also etwa das Problem dynamischer Bilder, das zusehends in Bildgebungsprozessen aufkommt. Es werden dabei riesige Bilddatenmengen zusammengetragen, in denen nicht das einzelne Bild zählt, sondern nur Verläufe. Sie werden protokolliert und können verschwinden, wenn die Prozesse erfasst sind. Oder auch die Milliarden von Bildern, die von irgendeiner Marssonde gefunden werden: es ist nicht unsere Aufgabe, sie zu archivieren. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Boehm, Iconicturn, Mitchell
In Wien trafen vor kurzem zwei Grand Seigneurs der Bildforschung aufeinander: Gottfried Boehm und W.T.J. Mitchell. Auf der Tagung “Bildwissenschaft? Eine Zwischenbilanz” konnte man erstmals die beiden Koryphäen im Doppelpack erleben. Wir haben ein paar Zitate aufgelesen.
Gottfried Boehm:
Das Konzept des Iconic Turn ist weit mehr als ein „Aufmerksamkeitsfaktor“, denn hinter dem Begriff verbirgt sich ein wissenschaftliches Konzept. Der Linguistic Turn hat alle Erkenntnis auf Sprache zurückgeführt. Die Wiederkehr der Bilder hing damit zusammen, dass der Linguistic Turn eine Begründungsschwäche in sich trägt. Man versteht aber auch Sprache nicht angemessen, wenn man das Deiktische ausschließt. Das Wichtige an den Bildern ist das Zeigende (Deixis). Diesen Beitrag weiterlesen »
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