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	<title>Iconic Turn &#187; Design</title>
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	<description>Neues aus den Bildwissenschaften</description>
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		<title>Design und Datenflüsse</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 07:20:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>

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		<description><![CDATA[Digitale Medien haben dazu geführt, dass Daten immer direkter in Design und Grafiken einfließen. Zugleich sorgen sie auch dafür, dass längst nicht mehr alles gedruckt werden muss, um visualisiert zu sein. So tritt dieses Buch, das einen Überblick über den Stand der Dinge in Datenflüssen, Design und Visualisierungen gibt, aus dem Reich des digitalen heraus, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-68" title="dataflow_cover" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/dataflow_cover.jpg" alt="dataflow_cover" width="209" height="235" />Digitale Medien haben dazu geführt, dass Daten immer direkter in Design und Grafiken einfließen. Zugleich sorgen sie auch dafür, dass längst nicht mehr alles gedruckt werden muss, um visualisiert zu sein. So tritt dieses Buch, das einen Überblick über den Stand der Dinge in Datenflüssen, Design und Visualisierungen gibt, aus dem Reich des digitalen heraus, indem es die Darstellungsverfahren zurück aufs Papier bringt. Und das hat einen ganz bemerkenswerten Effekt. Denn erst beim Durchblättern hat man die verschiedenen Bilder und Verfahren übersichtlich vorliegen, handhabbar und zugleich in Distanz zu dem Bildschirm, für den die meisten entwickelt wurden.</p>
<p><span id="more-67"></span></p>
<p>Datasphere, Datascape, Datanet, Datascape, Datanoid und Datablock sind die einzelnen Kapitel überschrieben. Sie stellen Gestaltungsformen und Design-Muster, aber Beziehungen der Datenbilder zum Körper, zur Wahrnehmung und zu Denkformen vor.</p>
<p>Das Buch ist eine Fundgrube von Beispielen, die zeigen, was alles jenseits der Torten und Balken und anderer Powerpoint-Standards möglich ist. In kurzen, aber gut ausgewählten Interviews und Aufsätzen gibt es die Stimmen von Designern wieder. Die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten hat längst dazu geführt, dass das Ideal einer &#8216;objektiven&#8217; Darstellung der Daten dem Bewusstsein gewichen ist, dass jede Gestaltung eine Auswahl bedeutet, ein Stil hat und einen anderen Fokus setzt.</p>
<p><em>The information designer shapes an experience , or view, of the data with a particular aim in mind, To clarify, confuse, inspire, redress, and connect &#8211; all of these are legitimate intents for design. towards which the chosen visual presentation can be directed.</em></p>
<p>Allerdings bleiben hier die Auskünfte des Buches spärlich. Man hätte sich noch mehr Material, mehr Theorie und mehr Reflektion gewünscht. So ist es ein Bilderbuch mit knappen Erklärungen geworden, aber ein höchst inspirierendes Bilderbuch.</p>
<p>______________</p>
<p>Data Flow: Visualising Information in Graphic Design. N. Bourquin, S. Ehmann und R. Klanten. Die Gestalten Verlag . Verlag die Gestalten. 2008. 49.90€</p>
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		<title>Joost: Bild-Sprache &#8211; Rhetorik im Film</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 07:42:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Buch mit dem kurzen Titel Bild-Sprache verspricht nicht
weniger als etwas Grundlegendes. Gesche Joost geht es nicht um einen Teil, sondern um Alles, ums Ganze. Um die ganze Sprache des Films.
Wie werden rhetorische Gestaltungsmittel eingesetzt? Welchen Regeln folgt ihr Einsatz? Und wie kann ihre Komposition im Film sichtbar gemacht werden? Das sind die Fragen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-80" title="Joost_Bild-Sprache" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/Joost_Bild-Sprache.png" alt="Joost_Bild-Sprache" width="200" height="164" />Ein Buch mit dem kurzen Titel <a href="http://www.transcript-verlag.de/ts923/ts923.php" target="_blank">Bild-Sprache</a> verspricht nicht<br />
weniger als etwas Grundlegendes. Gesche Joost geht es nicht um einen Teil, sondern um Alles, ums Ganze. Um die ganze Sprache des Films.<br />
Wie werden rhetorische Gestaltungsmittel eingesetzt? Welchen Regeln folgt ihr Einsatz? Und wie kann ihre Komposition im Film sichtbar gemacht werden? Das sind die Fragen, die die Autorin beantworten will. <span id="more-79"></span></p>
<p>Einem so generellen und allumfassenden Vorhaben dieser Art haftet immer etwas zugleich Heroisches und Naives an. Der Untertitel &#8220;Die audio-visuelle Rhetorik des Films&#8221; ändert daran wenig, bis auf den Umstand, dass das Hören endlich einmal explizit einbezogen wird. Vielleicht liegt die Ignoranz gegenüber dem Sound in der Filmtheorie nicht zuletzt daran, dass sich die Tonspur nicht abdrucken lässt.</p>
<p>Das Buch ist eine Doktorarbeit. Das hat Vor- und Nachteile. Zwar informiert Joost bestens über den Stand der Forschung, aber man muss sich dazu durch nicht wollende Hinweise auf ähnliche oder leicht abweichende Konzepte quälen. Die Reflexion über die Methode nimmt fast drei Viertel des ganzen Buches ein. Aber sie ist gründlich und lehrreich.</p>
<p>Im Sinn eines Iconic-Turn fordert Joost spezifische Methoden der Bildforschung, die nicht vom Zeichen her, also nicht semiotisch oder sprachlich denken, sondern visuell. Auf der <a href="http://www.geschejoost.org/avrhetorik" target="_blank">Website zum Buch</a> gibt sie Beispiele für eine solche Visualisierung. Und das führt ganz konsequent nicht nur über die üblichen Verfahren der Filmanalyse hinaus, sondern auch über das Medium des Buches.</p>
<p>Rhetorik zielt auf erfolgreiche Kommunikation. Sie begreift Joost die Rhetorik des Films als ein Verfahren, aus Rohmaterial gute Filme herzustellen. &#8220;<span style="font-style: italic;">Ist der Rhetor im heutigen Verständnis nicht ein Designer, der sein Gestaltungswerkzeuge im Blick hat, der seine Kommunikation wirksam zu gestalten weiß und dem die &gt;gute Form&lt; seines Produktes oberstes Ziel ist?&#8221;,</span> fragt Joost.</p>
<p>Als Modell nimmt sie Sergej Eisenstein. Nun hat dieses Beispiel einen Haken, wen nicht gar mehrere. Eisenstein war seiner Zeit alles andere als erfolgreich. Auch die revolutionären russischen Arbeiter gingen lieber ins Kino, um sie von den letzten Hollywood-Schinken<br />
unterhalten zu lassen. Eisenstein war nur bei den Intellektuellen erfolgreich, die dem Glauben an das Kino als Avantgarde anhingen. Und bei denen, die daraus bis heute eine Filmgeschichte im Sinn der Kunst und nicht des Populären schreiben.</p>
<p>Und es stellt sich eine weitere Frage. Die Analyse eines Films schreibt ihn zurück in jenes Medium von Listen und Tabellen, die er einmal im Drehbuch war. Aber wozu benötigt man diese Theorie? Welche Erkenntnisse fördert sie zutage? Lohnt es sich tatsächlich, die Bilder formal zu sezieren oder verwenden wir am Ende auf die Analyse mehr Energie, als wir jemals bei der Produktion wieder umsetzen können.</p>
<p>Abgesehen davon, dass diese Fragen offen bleiben, schlägt Joost in ihrem Buch, eine Brücke zwischen Designtheorie, vor allem Gui Bonsiepe, und Filmtheorie, bis zur Bordwell-Schule. Mit dem Begriff der Rhetorik gelingt es, und das ist wirklich bemerkenswert, Analyse in Produktion zu überführen.</p>
<p>________________</p>
<p>Gesche Joost: Bild-Sprache. Die audio-visuelle Rhetorik des Films. transcript &#8211; Verlag 2008, 25,80€</p>
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		<title>Ein Cover von John Maeda in 10 Bildern</title>
		<link>http://www.iconicturn.de/2007/09/ein-cover-von-john-maeda-in-10-bildern/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 07:58:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[Karten]]></category>
		<category><![CDATA[Maeda]]></category>

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		<description><![CDATA[In einer Slideshow mit 10 Bildern zeigt der Designer John Maeda, wie er zum jüngsten Cover für das Magazin Key gekommen ist. Es ist eine der seltenen positiven Nachrichten vom US-Häusermarkt dieser Tage.
Maeda kommnetiert jeden Schritt. Ausgangspunkt ist der Schlüssel, Leitmotiv aller Cover des Immobilienmagazins. Dann erfolgt die Wahl von Vorder- und Hintergrund. Der Designer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-182" title="maeda_slide11" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/maeda_slide11.jpg" alt="maeda_slide11" width="200" height="249" />In einer<span style="text-decoration: underline;"> </span><a style="text-decoration: underline;" href="http://www.nytimes.com/slideshow/2007/09/06/realestate/keymagazine/20070909_KEY_COV_SS_2.html">Slideshow</a> mit 10 Bildern zeigt der Designer <a href="http://plw.media.mit.edu/people/maeda/" target="_blank">John Maeda</a>, wie er zum jüngsten Cover für das Magazin <a href="http://www.nytimes.com/pages/realestate/key/index.html" target="_blank">Key</a> gekommen ist. Es ist eine der seltenen positiven Nachrichten vom US-Häusermarkt dieser Tage.</p>
<p>Maeda kommnetiert jeden Schritt. Ausgangspunkt ist der Schlüssel, Leitmotiv aller Cover des Immobilienmagazins. Dann erfolgt die Wahl von Vorder- und Hintergrund. Der Designer reicht der Redaktion 12 Entwürfe ein, von denen sie einen auswählt, den er als <span style="font-style: italic;">Google Mappish Mondrian</span> beschrieben hat. Die Metapher der Karte wählt er als Hintergrund aus und baut eine <a href="http://maps.google.com/maps?hl=en&amp;q=boston&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;sa=N&amp;tab=wl" target="_blank">Google-Map mit Zentrum Boston</a> ein, seinem Wohnort. Die Karte zeichnet er die  Luftwege zum Flughafen, was zu Lesbarkeitsproblemen mit der Schlüsselform führt. Die Karte wird blau, der Schlüssel wird rot, die Helligkeit wird korrigiert. Die Basis bleibt beim alten, sieht aber nach der Korrektur ganz anders aus &#8211; das Cover ist fertig.<span id="more-181"></span></p>
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		<title>Personality &#8211; Rebus nach Bayes</title>
		<link>http://www.iconicturn.de/2007/04/personality-rebus-nach-bayes/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Apr 2007 08:11:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>

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		<description><![CDATA[Pairwise heisst ein Service, wichtige Doppelprojektion in eine neue Web2-Anwendung eingebaut hat. Die Bildpaare werden bei dem Spiel nicht der Kunstgeschichte zugeordnet, sondern dem einzelnen Betrachter. Er trifft an einer Reihe von Bilder die einfache Wahl, welches ihm jewiels besser gefällt. Ein vergleichbares Präferenz-Prinzip kennt man von Netz-Radio-Seiten wie Pandora oder LastFm. Aus einer Auswahl persönlicher Vorlieben generieren sie individualisierte Charts und Radiosender.
Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #0000ff;"><img class="alignleft size-full wp-image-188" title="personality_likebetter_a_03" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/personality_likebetter_a_03.jpg" alt="personality_likebetter_a_03" width="198" height="392" />Pairwise</span></span> heisst ein Service, wichtige Doppelprojektion in eine neue Web2-Anwendung eingebaut hat. Die Bildpaare werden bei dem Spiel nicht der Kunstgeschichte zugeordnet, sondern dem einzelnen Betrachter. Er trifft an einer Reihe von Bilder die einfache Wahl, welches ihm jewiels besser gefällt. Ein vergleichbares Präferenz-Prinzip kennt man von Netz-Radio-Seiten wie <a href="http://www.pandora.com/" target="_blank">Pandora</a> oder <a href="http://last.fm/" target="_blank">LastFm</a>. Aus einer Auswahl persönlicher Vorlieben generieren sie individualisierte Charts und Radiosender.</p>
<p>Die Macher von Pairwise sprechen von <a href="http://blog.pairwise.com/2007/03/07/what-is-crowd-sourced-photo-filtering/" target="_blank">&#8216;Crowd-sourced Photo-Filtering</a>&#8216; &#8211; kollektivem Fotofiltern &#8211; um die Funktion des Dienstes <a href="http://www.likebetter.com/" target="_blank">Likebetter</a> zu beschreiben. Das Prinzip könnte einfacher kaum sein. Der Betrachter wählt Bilder aus, ein Programm gleicht seine Auswahl mit der anderer Teilnehmer ab und erstellt daraus ein Charakterprofil.<span id="more-187"></span></p>
<p>Mathematisch gesehen steckt hinter dieser Funktion ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bayestheorem" target="_blank">Bayes&#8217;scher Filter</a>. Dieser Algorithmus wird unter anderem dazu benutzt, Spam aus E-Mail zu filtern oder allgemein gesagt, verschiedene Informationen nach Merkmalen und deren Häufigkeiten einander zuzuordnen. Das bringt die Daten dem alten kombinatorischen Traum des Barock näher, alles mit allem verbinden zu können.</p>
<p>Auch wenn die visuell erfassten Selektionen am Ende kaum mit den als Text ausgegebenen Ergebnissen übereinzustimmen scheinen, gibt der Webservice doch einen wertvollen Hinweisauf die Entwicklungs des Netzes: Der aktive Umgang mit Bildern, die Dynamik des Sichtbarem und die Anordnung visueller Daten rücken weiter ins Zentrum. Das Netz löst sich von seiner Fixiertheit auf Texte undbeginnt, den iconic turn zu vollziehen.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Bild: <a href="http://www.likebetter.com/" target="_blank">likebetter.com</a></p>
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		<title>Design &#8211; oder wann werden Gegenstände zu Bildern?</title>
		<link>http://www.iconicturn.de/2005/02/design-oder-wann-werden-gegenstande-zu-bildern/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Feb 2005 12:51:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Interview mit Martin Heller über die Bildhaftigkeit von Gegenständen
Heute beobachten wir eine zunehmende Ästhetisierung unserer Alltagswelt. Wie hat sich die Rolle des Design in den letzten Jahren verändert?
Wir sind Zeugen einer Ästhetisierung von Bereichen, die früher im Windschatten professioneller Gestaltung standen. Es war eine Sensation, als Alessi zum ersten Mal sogar Toilettenbürsten als Design [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-357" title="heller_alltag" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/heller_alltag.jpg" alt="heller_alltag" width="100" height="133" />Ein Interview mit Martin Heller über die Bildhaftigkeit von Gegenständen</p>
<p><em>Heute beobachten wir eine zunehmende Ästhetisierung unserer Alltagswelt. Wie hat sich die Rolle des Design in den letzten Jahren verändert?</em></p>
<p>Wir sind Zeugen einer Ästhetisierung von Bereichen, die früher im Windschatten professioneller Gestaltung standen. Es war eine Sensation, als Alessi zum ersten Mal sogar Toilettenbürsten als Design nobilitierte.<span id="more-356"></span></p>
<div>
<p><em>Wie hat sich die Rolle des Design in den letzten Jahren verändert?</p>
<p></em>Wir sind Zeugen einer Ästhetisierung von Bereichen, die früher im Windschatten professioneller Gestaltung standen. Es war eine Sensation, als Alessi zum ersten Mal sogar Toilettenbürsten als Design nobilitierte.</p>
<p>Mittlerweile gibt es unzählige Beispiele, wie Design plötzlich geschlossene Lebensbereiche infiltriert, und das nicht nur im Zeichen einer exemplarischen Verbesserung der Produktkultur, sondern eben in der ganzen Breite. Wir werden heute ständig mit einer Vielzahl von elaborierten ästhetischen Codes konfrontiert.</p>
<p>Neben solch quantitativer Ausbreitung von Design lassen sich Veränderungen aber auch auf qualitativer Ebene beobachten. Wer die nötige ästhetische Kompetenz mitbringt, sieht sich mittlerweile mit einem dichten Netz von Bezüglichkeiten und Rück-bezüglichkeiten innerhalb bestimmter ästhetischer Welten konfrontiert. Im Alltag sind wir eingebunden in ein Gefüge von Dingen, die aufeinander antworten: von Stühlen, die den Stuhl x oder y zitieren. Das Gleiche gilt für Bilder, Plakate, Gebrauchsgeräte etc., von der Mode ganz zu schweigen.</p>
<p><em>Findet dieses Spiel überall in ähnlicher Weise statt oder gibt es lokale Unterschiede?</em></p>
<p>Das Spiel ist natürlich national und kulturell verschieden, und es verläuft auch im Hinblick auf das Rezeptionsniveau unterschiedlich. Zudem setzt es einen gewissen Wohlstand und Bildung voraus. Für mich als Schweizer ist es immer wieder interessant zu sehen, dass das ästhetische Timbre in Zürichs Straßen deutlich raffinierter ist als in vielen anderen Städten, wo die grafische Gestaltung eher krude auftritt und dieses Referenzsystem weit weniger dicht, interessant und prickelnd ist. Diese beiden Dinge, die quantitative und die qualitative Ausweitung dessen, was das gestaltete Leben betrifft, haben zu etwas geführt, was man im Grunde als Einlösung einer Utopie bezeichnen könnte. Sie wissen, dass das 20. Jahrhundert lange von der Utopie gelebt hat, irgendwann einmal Kunst und Leben miteinander zu versöhnen. Jetzt ist es soweit, aber auf völlig unerwartete Weise.</p>
<p><em>Welche Rolle spielen die Computertechnologie und die bildgebenden Verfahren bei dieser Entwicklung?</em></p>
<p>In der Tat hat mit den neuen bildgebenden Verfahren eine enorme Wandlung stattgefunden &#8211; im Formfindungsprozess wie in der Herstellung. Mittels computergesteuerter Fräsen lassen sich etwa Möbel herstellen, die vorher gar nicht konstruierbar waren. Als grafischer Entwerfer wiederum kann ich in kürzester Zeit jegliche Varianten am Bildschirm durchspielen. Das hat im übrigen auch Einfluss auf die Preispolitik. Ich kann Dinge zu markttauglichen Preisen produzieren, die früher ein Vermögen gekostet hätten. Dennoch vermute ich, dass diese Entwicklung und die Wirkung, welche die neuen Verfahren gehabt haben auf das Design, unser Verhältnis zur Objektwelt nicht substantiell verändert haben.</p>
<p><em>Bildlichkeit ist schon immer eine Qualität des Design. Wann werden Gegenstände zu Bildern? </em></p>
<p>Natürlich sind Gegenstände immer auch Bilder. Je nachdem, wie ich den Bildbegriff fasse, kann ich von einem Stuhl auch als „Bild“ sprechen, und natürlich ist diese bildliche Qualität auch beschreibbar. Ich möchte aber für unsere Diskussion diesen Bildbegriff probehalber verengen &#8211; auf den auch in der Umgangssprache gebräuchlichen Begriff der „Design-Ikone“. Ich denke, dass diese Zuschreibung einer verdichteten Form von Bildhaftigkeit entspricht: „Ikone“ im Sinne einer besonderen Form des aufgeladenen Bildes, eines hypostasierten, nahezu sakralisierten Bildes. Viele gestaltete Objekte haben ikonische Qualitäten, aber es gibt nur ganz wenige wirkliche Ikonen. Das hat nichts damit zu tun, ob ein Gegenstand minimalistisch auftritt oder expressiv, ob er aus den 60er Jahren stammt oder aus den 90ern. Jeder Gegenstand kann – sofern bestimmte Erfordernisse erfüllt sind – zu einer Ikone werden. Dieser Status ist jedoch abhängig vom sozialen Gebrauch. Erst wenn ein Objekt in der Gesellschaft zirkuliert, mit Wertungen belegt wird, im Gebrauch an Prestige gewinnt, kann ikonische Qualität entstehen.</p>
<p>Es gibt also einen Zusammenhang zwischen der Designleistung und der Ikonizität eines Gegenstandes. Aber dieser Zusammenhang ist nicht von der Art, dass eine bessere Designleistung automatisch zu einer höheren ikonischen Qualität führt. Ein Gegenstand wird um so eher zur Ikone, je mehr er in der Breite der Konsumgesellschaft und zugleich in einem hohen Prestigebereich zirkuliert. Je höher seine Chance ist, gesehen zu werden und trotz solcher Popularität zugleich sein Prestige nicht zu verlieren, desto eher hat er das Zeug dazu, eine Ikone zu werden, und nicht bloß ein Kultobjekt für eine bestimmte soziale Gruppe.</p>
<p><em>Können Sie das vielleicht an einem Beispiel illustrieren?</em></p>
<p>Nehmen Sie doch den „Lounge Chair“ (1956) von Charles und Ray Eames als solche Design-Ikone. Dieser Stuhl steht seit fünfzig Jahren zugleich für Fortschritt, Exzellenz, Behaglichkeit und Stimmigkeit. Er weiß also nicht nur in der Designwelt, sondern auch darüber hinaus bestimmte Gegensätze zu versöhnen. Die Designer selbst haben einmal gesagt, sie wollten eine Stuhl herstellen, der die Aura eines „viel gebrauchten Baseballhandschuhs“ hat.</p>
<p><img style="border-style: solid; border-width: 0px; width: 130px; height: 126px;" src="http://www.iconicturn.de/fileadmin/_temp_/20050215151036736_2.jpg" alt="" />Wie wird nun dieser Stuhl präsentiert, als Gegenstand oder als Ikone? Zwei Bilder stecken diese beiden Möglichkeiten ab. Auf dem ersten Bild erscheint der „Lounge Chair“ im Katalog der Herstellerfirma Vitra als Gegenstand in einer Welt, deren Zeichen Aufgeschlossenheit gegenüber ästhetischen Fragen, Bildung und Wohlstand signalisieren. Das Sitzmöbel ist in diese Welt hineingestellt und soll das Begehren weniger für die Ikone, als für den schlüssig etikettierten Gegenstand selbst nähren. Für den soeben erschienenen neuen Katalog von Vitra haben die Gestalter nun versucht, eine neue Bildsprache zu definieren. Im Gegensatz zum ersten Foto haben sie die Ikonizität des „Lounge Chair“ vorausgesetzt und versucht, den Stuhl in einen demonstrativ gelebten Alltag zu integrieren. Denn, so ihr Schluss: Eine Ikone ist ein Gegenstand, der sich selbst rechtfertigte und den man nicht mehr mit den Insignien einer höheren Klasse bestücken muss.</p>
<p><img style="border-style: solid; border-width: 0px; width: 110px; height: 162px;" src="http://www.iconicturn.de/fileadmin/_temp_/20050215151036736_3.jpg" alt="" /> <em>Also stehen sich hier auch zwei unterschiedliche Vermarktungsansätze gegenüber? Und was heißt das für den Verkauf?</em></p>
<p>Richtig – in diesem Bildpaar spiegelt sich eine Art Kampf zwischen der Objekthaftigkeit und der Ikonenhaftigkeit. Interessant ist daran, dass am Schluss die Marketingverantwortlichen oder der Konsument entscheiden müssen bzw. entscheiden werden, welche Sichtweise die richtige ist. Ist es wichtiger, das Begehren über den Gegenstand zu wecken, oder soll über seine Ikonizität argumentiert und verführt werden? Voraussetzung dafür aber ist in jedem Fall der „Lounge Chair“ als Phänomen – als eines der wenigen Designobjekte, die sich über einen langen Zeitraum erhalten haben, und die Sie als Ikone in jedes visuelle Umfeld einschleusen können, ohne dass es unmodern erscheint oder zum Chamäleon mutiert. Dem „Lounge Chair“ eignet sozusagen eine „geschmeidige Modernität“ an &#8211; es würde sich lohnen, einmal genauer zu analysieren, wie diese Qualität zustande kommt.</p>
<p>(<a href="http://www.hellerenter.com/">Martin Heller</a> ist selbständiger Kulturunternehmer und war lange Jahre Direktor des Museums für Gestaltung in Zürich. Seit 2004 ist er im Verwaltungsrat der Vitra Holding AG. Das Interview führten Stefan Heidenreich und Annegret Gerleit)</div>
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