Artikel-Schlagworte: „Bildwissenschaften“

Hans Beltings östwestlicher Blickwechsel

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belting_2008Seiner Geschichte vom Betrachter und vom Blick hat der Kunsthistoriker Hans Belting ein aufregendes neues Kapitel hinzugefügt. Die Perspektive – der Durch-Blick – galt bislang als eine genuin westliche Erfindung. Belting fordert uns auf, ihre Wurzeln im Orient zu suchen. Und er zeigt, auf welchem Weg das Wissen der Perspektive in den Westen gelangt ist, warum es sich nur hier erfüllen konnte, und wie es kam, dass im Orient andere Lösungen den Sieg davon trugen.
Erst in unserer Gegenwart dringt das perspektivische Abbild dank technischer Medien auch in den ehemals abbild-feindlichen islamischen Orient vor.

Aber bild-feindlich war der Islam nie. Belting gibt genügend Beispiele für die reiche Bildkultur in Bagdad. Verboten war vielmehr, körperliches Leben mit Stimme und Atem auf leblose Bilder zu übertragen. Der Weg zum Blick, und damit also auch der Weg zur perspektivischen Darstellung waren damit versperrt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Bilderfragen

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Bilderfragen_Cang_JeDrei Jahre ist es her, dass sich in Wien bei der Tagung “Bildwissenschaften? Ein Zwischenbilanz” zwei Protagonisten des “Turns” zum Bild begegneten. W.J.T.Mitchell hat Anfang der 90er Jahre den Begriff des “pictorial turn” geprägt, Gottfried Böhm sprach kurz darauf erstmals vom “iconic turn”.Beide Turns sind dem Vorbild des 1967 von Richard Rorty ausgerufenen “linguistic turn” nachgebildet. Der Sammelband zur Tagung veröffentlicht nun einen Briefwechsel, in dem beide Forscher ihre Begriffsbildungen klärend einander gegenüberstellen. Diesen Beitrag weiterlesen »