Artikel-Schlagworte: „Bildwissenschaft“

Movens Bild: Bewegende Beweger

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movens_bild_cover_01Bildausschnitte sind gefährlich. Das sollten Bildwissenschaftler wissen. Der Forschungs-Schwerpunkt Eikones, eines der prominentesten derartigen Zentren im Bereich der deutschsprachigen Bildwissenschaften, hat unter dem Titel Movens Bild einen umfangreichen Tagungsband vorgelegt. Online sucht man nach den Aufsätzen leider vergeblich.

Wer das Cover des Buches erkennt, ahnt ein wenig, was es mit dem Inhalt auf sich hat. Die Fotos aus Thomas Struths Audience Serie können dem Band ein Bild geben, wird lapidar im Vorwort vermerkt. Wie genau das zu verstehen ist, bleibt offen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Interdisziplinäre Bildwissenschaft im Verein

ges_i_BildwissenschaftIn diesem Frühling wurde die Gesellschaft für interdisziplinäre Bildwissenschaft gegründet, mit Sitz im westfälischen Münster. Die Förderung einer interdisziplinären Bildwissenschaft als eigenständige Grundlagendisziplin sowie die die universitäre Verankerung der interdisziplinären Bildwissenschaft als eigenständige Grundlagendisziplin sind laut Satzung die beiden vorrangiger Ziele des Vereins. Bei der Gründungssitzung in Chemnitz wurde erst einmal erledigt, was Vereine als Gründungsakt zu tun pflegen – Stellen besetzt.

Vorstand wurde der Initiator des Vorhabens, Klaus Sachs-Hombach. Er lehrt Philosophie in Chemnitz.

Zu seinem Stellvertreter wählte man Philipp Stöllger, einen Theologen aus Rostock, wo seit kurzem verstärkt bildwissenschaftliche Studien betrieben werden.

Stefan Meier, im Fach Medienkommunikation in Chemnitz tätig, übernahm den Posten des Schatzmeisters.

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Hubert Burda: Mediale Wunderkammern

burda_ullrichDass Kunstgeschichte in den praktischen Umgang mit Bildern übersetzt wird, kommt selten genug vor. Und noch seltener schreibt jemand, der erfolgreich Theorie in Praxis übersetzt, seine Erfahrungen und Ansichten nieder. Unter dem Titel Mediale Wunderkammern erscheinen nun Texte von Hubert Burda aus den letzten Jahren, herausgegeben von Wolfgang Ullrich.

Die Themen reichen von der Rolle der Infografik bis zur Darstellung von Herrschaft und von der Historienmalerei im 18. Jahrhundert – Burda hat über die Darstellung von Ruinen bei dem französischen Maler Hubert Robert promoviert – bis zu den jüngsten Bildstrategien im Netz. Das persönliche Interesse des Verlegers scheint überall deutlich durch, und das tut den Texten gut. Denn obgleich sie sich immer wieder auf die Quellen der Kunstgeschichte beziehen, geht es im im Kern um die Bilderwelt und die Medien unserer Gegenwart. Diesen Beitrag weiterlesen »

Bildfaehig

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bildfaehig_bieling_horndrufBlogs zur Bildwissenschaft sind in Deutschland rar gesäht. Nun bekomment Iconicturn etwas mehr Gesellschaft. Mit Bildfaehig haben Simon Bieling und Daniel Hornuff einen Blog gegründet, der über die Bilder der zeitgenössischen Kultur mit dem Anspruch differenzierter Klarheit und theoretischer Schärfe berichten will.

Themen waren bislang unter anderem Theorien der Bildauswahl, personalisierte Mobiltelefone oder Suche mit Bildern nach Bildern. Diesen Beitrag weiterlesen »

W.J.T Mitchell: Bildtheorie

mitchell_bildtheorie_02Keines der großen Bücher von W.J.T.Mitchell wurde je ins Deutsche übersetzt, weder die Iconology von 1986, noch Picture Theory von 1994. Beide Werke geistern seither also kleine Unbekannte durch die hiesigen Leselisten zwischen Kunstgeschichte und Bildwissenschaft, ohne  wirklich wahrgenommen zu werden. Und das nicht von ungefähr.

Nun legt der Suhrkamp-Verlag eine Auswahl von Aufsätzen Mitchells unter dem etwas irreführenden Titel Bildtheorie auf deutsch vor. Das passt in ein akademisches Umfeld, das hierzulande seit ein paar Jahren Zeit debattiert, wie eine Bildwissenschaft zu gründen wäre. Aber gerade die große Theorie dazu liefert Mitchell nicht, und zwar ganz bewusst nicht. Dazu ist er immer ein viel zu unentschiedener Autor gewesen. Den etwas großspurigen Titeln seiner beiden ersten Bücher zum Trotz hat er nie eine geschlossenes theoretisches Gebäude entwickelt.
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Kunstgeschichte und Bildwissenschaft

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zitrone_heda.jpgIn der Süddeutschen Zeitung (leider nicht online) macht sich heute Jutta Göricke Gedanken zum Verhältnis von Kunst- und Bildwissenschaften.

Die Veränderungen der Kunstgeschichte illustriert sie mit einem gelungenen Bild. Lang ist es her, dass man Stilleben nur als Zeichen der Vanitas gelesen hat, der Eitelkeit und Vergänglichkeit. Heute zählt auch dort eher Curiositas, die Neugier, und die abgeschälte Zitronenschale zieht gedanklich in die Anatomischen Theater ein.
Vielleicht ginge es auch noch etwas gegenwärtiger, war doch die Zitrone Handelsgut in Amsterdam, dem Zentrum nicht nur der Stillebenmalerei, sondern auch des globalen Handels , wo die ersten Börsen ihre Höhenflüge und Kursstürzen erlebten.

Die Kunstgeschichte, so Göricke, droht
in drei Lager zu zerbrechen: das der Traditionalisten, die sich um Stil und Provenienzen kümmern, das der historischen Avantgardisten, die den Interpretationsrahmen von Kunstwerken um Naturwissenschaften in die Technikgeschichte erweitern, und das der ahistorischen Bildwissenchaften, die keinen Unterschied mehr machen zwischen der Venus von Botticelli und der Ultraschallaufnahme eines Oberbauchs. Diesen Beitrag weiterlesen »

Bildwissenschaften in Krems

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grau_oliverIm niederösterreichischen Krems wurde ein Zentrum für Bildwissenschaften neu gegründet. Prof.Oliver Grau, der Leiter des Instituts skizziert für Iconicturn die Aufgaben des neuen Studiengangs.

Am Zentrum für Bildwissenschaften verbindet das Kremser Modell Theorie und Praxis in besonderer Weise: Unser Studium etwa in den Masterkursen MedienKunstGeschichte, Bildmanagement oder Fotografie findet insbesondere vor dem Original statt, dies wird durch 30.000 Blatt Druckgraphik im Stift Göttweig, www.virtualart.at, die größte Datenbank Digitaler Kunst, die Filmsammlungen der österreichischen Filmgalerie, unser Fotografienetzwerk und nicht zuletzt durch 100.000 historische Buchtitel, darunter über 1000 Handschriften, möglich. Diese Sammlungen, die wir zudem schrittweise digitalisieren und kostenfrei ins Netz bringen, gaben für mich den Ausschlag, den Ruf der Donau-Universität auf die international erste Professur für Bildwissenschaft anzunehmen. Seither konnten wir der MedienKunstGeschichte, den Bildern in Naturwissenschaften und Politik und nicht zuletzt den zunehmend wichtigen Fragen der Erhaltung digitaler Bildwelten und dem Bildmanagement neue Programme widmen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Neue Bücher International

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newbooks_bogostIan Bogost schreibt den Blog Watercoolergames und lehrt am Georgia Institute of Technology. In seiner Studie Unit Operations. An Approach to Videogame Criticism schlägt er einen weiten Bogen von der Literaturwissenschaft über Medientheorien zu einzelnen Spielen und der Praxis ihres Entwurfs. Gerade im Bereich der Computerspiele sieht er das Potenzial einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen den Geisteswissenschaften und Informationstechnologien. Diesen Beitrag weiterlesen »

Lügen Bilder?

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Luegen_Bilder“Gut gefälscht ist gut verkauft” betitelt Jürgen Reiche einen Vortrag über die Macht der Bilder, gehalten am 29.10. im Rahmen des Berlin Photography Festivals
Bilder, die lügen” heißt eine von Reiche kuratierte Wanderausstellung, zur Zeit in Nürnberg zu sehen. Beide Titel lassen das Plädoyer eines bekennenden Ikonklasten erwarten. Doch er kennt ein Gegengift: die Erziehung zur Kritik der Bilder. Eine alles in allem etwas vereinfachende Geschichte vom guten willen und den bösen Bildern.

Reiche geht von einem grundlegenden Dilemma der Bilder aus. Weil fremde und entfernte Wirklichkeiten nicht unmittelbar erfahren werden können, treten Bilder an ihre Stelle. Die Bilder aber können nur einen Ausschnitt dieser Wirklichkeit wiedergeben. Damit werden sie, ob sie wollen oder nicht, zu Akteuren der Lüge. In seiner Dämonisierung der Bilder übersieht Reiche, dass nicht-visuelle Kommunikationsformen von derselben Kritik nicht weniger betroffen sind. Diesen Beitrag weiterlesen »

Ordnungen der Bilder

Ein Interview mit Martin Schulz über sein neues Buch und den aktuellen Stand der Bildwissenschaft.

Ordnungen_der_BilderVor kurzem ist Ihr Buch „Ordnungen der Bilder. Eine Einführung in die Bildwissenschaft“ erschienen. Wo steht die Bildwissenschaft heute?

In den vergangenen Jahren ist zum Thema „Bildwissenschaft“ viel diskutiert und publiziert worden, so dass sich die Problematik in vielerlei Hinsicht differenziert hat.

Jedenfalls mehr als etwa vor fünf Jahren, als jeder nur ungefähr wusste, dass mit dem „pictorial“ oder dem „iconic turn“ etwas Wichtiges und für unsere Kultur und ihre Analyse etwas Entscheidendes gemeint sein muss. Indessen wird – mit wenigen Ausnahmen – heute kaum jemand in der Lage sein zu erklären, was denn die Bildwissenschaft genau ist und welchen Gegenstandsbereich sie umfassen soll. Darüber gibt es heftige Diskussionen und kontroverse Rangeleien. Ebenso darüber, welches Fach die größte „Bildkompetenz“ besitzt oder gar die rahmengebende Leitwissenschaft ist. Die Situation ist vergleichbar mit den Querelen über das „Visuelle“ und die „Visualität“ in den visual culture studies. So unabdingbar präzise wissenschaftliche Diskussionen in dieser Sache sind, so unfruchtbar scheinen mir die Streitereien zugleich, in denen es nicht zuletzt um wissenschaftspolitische Pfründe geht. Diesen Beitrag weiterlesen »