Artikel-Schlagworte: „Belting“

Perspektive und Blick

, ,

belting_alhaitham_iraqBelting führte aus, wie die perspektivische Darstellung, eine der großen Errungenschaften der Renaissance, auf visuelle Theorien aus dem islamischen Kulturkreis zurückgeht. Bei Leon Battista Alberti finden sich nur spärliche Hinweise auf eine seiner wesentlichen Quellen: Die Optik des Al Haitham oder latinisiert Alhazen, in Basra geboren und um 1000 in Bagdad tätig. Er übersetzte die Werke des Euklid und schuf mit dem Buch Al-Kitab das Fundament für ein geometrisches Verständnis des Sehens.

Belting erzählt im Rückgriff auf die Quellen der Perspektive eine Geschichte des Blicks. Die Perspektive erfindet, so Belting, weder eine neue Technik und noch eine symbolische Form, wie Panofsky annahm, sondern einen neuen Blick. Dazu bedarf es allerdings eines ikonischen Wandels, eines Iconic Turns. Der Wandel vollzieht sich, als die Theorie Al Haithams aus der an-ikonischen Bildwelt des Islams, die die Darstellung von Körpern verbietet und sich im Ornamentalen entfaltet, in die europäische Kultur integriert wird. Erst hier kann sie die Abbildungsformen der Malerei revolutionieren, entbunden von dem islamischen Verbot der Darstellung von Körper und Raum.   Diesen Beitrag weiterlesen »