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	<title>Iconic Turn &#187; Affekt</title>
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	<description>Neues aus den Bildwissenschaften</description>
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		<title>Stimmung strömt: Moodstream</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jun 2008 08:07:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Affekt]]></category>
		<category><![CDATA[Emotion]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass Stimmungen sich in Bildern und Musik wiederfinden, will Gettyimages mit der Plattform Moodstream nutzen. Wozu genau der Service dienen soll, der Anfang Juni beim Webby Award vorgestellt wurde, lässt sich nicht leicht sagen.
Die Agentur Barbariangroup, die die Idee entwickelt hat, gibt vorsichtshalber gleich mehr als einen Zweck an:
It’s a concepting tool. The modern version [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-113" title="barbariangroup_ms" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/barbariangroup_ms.jpg" alt="barbariangroup_ms" width="209" height="258" />Dass Stimmungen sich in Bildern und Musik wiederfinden, will Gettyimages mit der Plattform <a href="http://moodstream.gettyimages.com/" target="_blank">Moodstream</a> nutzen. Wozu genau der Service dienen soll, der Anfang Juni beim Webby Award vorgestellt wurde, lässt sich nicht leicht sagen.<br />
Die Agentur <a href="http://www.barbariangroup.com/" target="_blank">Barbariangroup</a>, die die Idee entwickelt hat, gibt vorsichtshalber gleich mehr als einen Zweck an:</p>
<p><span style="font-style: italic;">It’s a concepting tool. The modern version of the fireplace. An interactive art piece. TV for the future. It’s a website we created for and with Getty Images to showcase all of their offerings – still, video and sound – and inspire interactive creatives. And it’s really, really fun to use.</span><br />
<span id="more-112"></span><br />
Tatsächlich handelt es sich um eine stimmungsgeleitete Tour durch das rieisge Reich von Gettys Stockfotos. Aber selbst wer Bilder sucht und nicht mehr weiß als die Stimmung, die sie wiedergeben sollen, ist mit der zeitlich gedehnten Abfolge aus Standbildern, Videos und Musik kaum gut bedient.<br />
Das liegt nicht zuletzt an der allzu vagen Vorgabe, bestehend aus 5 Gegensätzen: Happy-Sad, Calm-Lively, Humorous-Serious, Nostalgic-Contemporary, Warm-Cool.</p>
<p>Deutlicher lässt sich der Wegfall aller ikongraphischen und bedeutungshaltigen Kategorien kaum illustrieren. So schwimmt der Moodstream in einer vagen Offenheit von einem Bild zu nächsten. Vielleicht wird er demnächst um Nutzerbewertungen erweitert. Dann könnte die Reihenfolge der Bilder wenigstens als Aussage über den Geschmack der Anderen gelesen werden.</p>
<p>___________________</p>
<p>Bild: barbariangroup.com / moodstream.gettyimages</p>
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		<title>Lügen Bilder?</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2005 11:02:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Affekt]]></category>
		<category><![CDATA[Bildwissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[
&#8220;Gut gefälscht ist gut verkauft&#8221; betitelt Jürgen Reiche einen Vortrag über die Macht der Bilder, gehalten am 29.10. im Rahmen des Berlin Photography Festivals
Bilder, die lügen&#8221; heißt eine von Reiche kuratierte Wanderausstellung, zur Zeit in Nürnberg zu sehen. Beide Titel lassen das Plädoyer eines bekennenden Ikonklasten erwarten. Doch er kennt ein Gegengift: die Erziehung zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-288" title="Luegen_Bilder" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/Luegen_Bilder.jpg" alt="Luegen_Bilder" width="150" height="188" />&#8220;Gut gefälscht ist gut verkauft&#8221; betitelt Jürgen Reiche einen Vortrag über die Macht der Bilder, gehalten am 29.10. im Rahmen des <a href="http://www.bpb.de/veranstaltungen/KDQHR8,0,Berlin_Photography_Festival.html">Berlin Photography Festivals</a><br />
<a href="http://www.hdg.de/Final/deu/page289.htm">Bilder, die lügen&#8221;</a> heißt eine von Reiche kuratierte Wanderausstellung, zur Zeit in <a href="http://www.museen.nuernberg.de/industriekultur/">Nürnberg</a> zu sehen. Beide Titel lassen das Plädoyer eines bekennenden Ikonklasten erwarten. Doch er kennt ein Gegengift: die Erziehung zur Kritik der Bilder. Eine alles in allem etwas vereinfachende Geschichte vom guten willen und den bösen Bildern.</p>
<p>Reiche geht von einem grundlegenden Dilemma der Bilder aus. Weil fremde und entfernte Wirklichkeiten nicht unmittelbar erfahren werden können, treten Bilder an ihre Stelle. Die Bilder aber können nur einen Ausschnitt dieser Wirklichkeit wiedergeben. Damit werden sie, ob sie wollen oder nicht, zu Akteuren der Lüge. In seiner Dämonisierung der Bilder übersieht Reiche, dass nicht-visuelle Kommunikationsformen von derselben Kritik nicht weniger betroffen sind.<span id="more-287"></span></p>
<p>Aber ein weiteres Argument kehrt sich nun gegen die Bilder. „Das Auge siegt über das Ohr. Bild schlägt Ton.“ Bilder treten an die Stelle der Begriffe. Sie sind mächtiger als Worte. Sie lenken die Aufmerksamkeit. Sie füllen Nachrichten mit Emotion. Tatsächlich finden Informationen, die keine Bilder mit sich bringen, immer weniger Beachtung. Aber der Umkehrschluss, dass es die Bilder sind, die die Nachrichten manipulieren, lässt sich daraus nicht ableiten. Der Wille zum Gebrauch der Bilder beginnt nicht bei den Bildern. Sie sind die Mittel und Symptom, aber keine Ursache.</p>
<p>&#8220;Film und Foto zeigen die Welt, wie sie gesehen werden soll&#8221;, reformuliert Reiche seine These und erkennt damit an, daß es Akteure hinter der Politik der Bilder gibt. Aber im Kern enthält der Satz eine Verschwörungstheorie des Visuellen. Als ob wir nicht mit einer Vielfalt von Bildern konfrontiert werden, sondern nur mit einer einzigen Perspektive. Reiches Warnung vor den Monopolen der Medien und der Einseitigkeit ihrer Bilder ist allerdings nicht aus der Luft gegriffen.</p>
<p><img style="border-style: solid; border-width: 0px; width: 175px; height: 204px;" src="http://www.iconicturn.de/fileadmin/_temp_/2005110118205169_2.jpg" alt="" />Die Verhaftung von Saddam liefert ein gutes Beispiel für eine geplante politische Inszenierung. Nach dem visuell verunglückten Sturz der Saddam-Statue in Bagdad, gab es für den Fall seiner Verhaftung geradezu ein Drehbuch. Auf keinen Fall sollten Bilder eines Märtyrer an die Öffentlichkeit gelangen. Würde man ihn tot finden, so müsste er bildlos verschwinden. Ergriff man ihn lebend, so hatten Bilder die Aufgabe, den Herrscher zu erniedrigen. Die Pathosformel der Macht wurde durch das Bild, das Saddam bei der Entnahme von Speichel zeigt, gezielt gebrochen. Gerade jene Untersuchung, die seine Identität sichern sollte, diente als Bildnachricht dazu, ihn seiner Herrscherfunktion visuell zu entkleiden. Reiche macht auf den Umstand aufmerksam, dass die Bilder von Herrschern stets stereotype Formeln zeigen. Es genügt ein einziges Gegenbild um die visuelle Fassade der Macht zu sprengen.</p>
<p>Seine Aussagen zur Politik der Bilder erschöpfen sich aller Eindrücklichkeit der Beispiele zum Trotz oft im Pauschalen. „Die Kluft zwischen der Wirklichkeit und der medial vermittelten Fiktion wird größer.“ Dass die manipulierten Bilder uns eine falsche Vorstellung von der Wirklichkeit vermitteln, geht von einigen ungesagten Annahmen aus. Dass es diese Wirklichkeit als objektiv bestimmbare gibt, wie einen Kern, der jenseits der Darstellung das Wesen eines Ereignisses enthält. Und dass die Gegenwart vor Ort dazu beiträgt, die Wahrheit eines Ereignisses zu erkennen. Beide Annahmen sind zweifelhaft. Nähe trägt nicht unbedingt zur Erkenntnis der Wahrheit bei. Ursachen und größere Zusammenhänge zeigen sich oft nur aus einer gewissen Distanz. Allzu große Nähe kann sie verschleiern. Als Beispiel dafür erwähnte Reiche selbst die zahlreichen bebilderten Weblogs. Das vermeintliche authentische Bild der gegenwärtigen Erfahrung gleitet in private Sensationsgier ab. Ereignisse werden zu Bild-Spektakeln verkürzt.</p>
<p>Der Wirklichkeit wird man damit nicht habhaft. Aber steht in Frage, ob es die eine Wirklichkeit einem emphatische Sinn gibt. Sie kann sich in den Konstruktion einer Vielzahl von Beobachtern brechen, die jeweils andere Wirklichkeiten erfahren. Und selbst die Summe der Erfahrung verhilft nicht unbedingt dazu, die Zusammenhänge hinter den Ereignissen zu verstehen. Hier helfen Bilder nicht weiter als Worte.</p>
<p>So polarisierend und irreführend die Warnung Reiches vor der Macht der Bilder erscheinen &#8211; die Forderung, die er daraus ableitet, sind nicht falsch. Eine zunehmende visuell geprägte Welt, verlangt nach einer Erziehung des Sehens und einer Wissenschaft der Bilder.</p></div>
<div>
<div><a href="http://www.iconicturn.de/www.iconicturn.de/iconicturn/home/?tx_aicommblog_pi1%5BshowUid%5D=58&amp;cHash=3e999a9be6">Permalink</a></div>
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<div><img src="http://www.iconicturn.de/fileadmin/img/trenner_blogheader.gif" border="0" alt="" width="487" height="1" /></div>
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		<title>Mediale Emotionen</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2005 10:52:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Affekt]]></category>
		<category><![CDATA[Emotion]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war eine kluge Entscheidungen der Herausgeber, ihrer Sammlung einen klassischen Text von Henry James voranzustellen: „Was ist eine Emotion?“ Berühmt wurde er durch die Thesen „dass wir uns traurig fühlen, weil wir weinen, wütend sind, weil wir zuschlagen, ängstlich sind, weil wir zittern.“ Die Umkehrung der gewöhnlich angenommenen Kausalität im Gefühlshaushalt beherrscht allerdings nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-279" title="mediale_emotionen" src="http://www.iconic-turn.de/wp-content/uploads/2009/06/mediale_emotionen.jpg" alt="mediale_emotionen" width="390" height="224" />Es war eine kluge Entscheidungen der Herausgeber, ihrer Sammlung einen klassischen Text von Henry James voranzustellen: „Was ist eine Emotion?“ Berühmt wurde er durch die Thesen „dass wir uns traurig fühlen, weil wir weinen, wütend sind, weil wir zuschlagen, ängstlich sind, weil wir zittern.“ Die Umkehrung der gewöhnlich angenommenen Kausalität im Gefühlshaushalt beherrscht allerdings nicht das gesamte Buch. Die meisten Autoren stützen sich auf den Ansatz von Peter Lang vor, demzufolge es sich bei Emotionen um „in Netzwerke eingebettete Handlungsdispositionen“ handelt. Deren Verhältnis zu den Bildern wird teils in einer Funktion der Mimikry, teils in einer der Auslösung gesucht. Methoden der empirischen Psychologie kommen zum Einsatz, um die emotionale Wirkung der Bilder in Versuchsreihen zu überprüfen. <span id="more-278"></span></p>
<p>Es wäre nicht uninteressant gewesen, den Ansatz von Henry James an dieser Stelle ernster zu nehmen, und zu überlegen, ob sich die Umkehrung im Alltagsverständnis von Handlung und Gefühl nicht auch zwischen Bildern und Emotionen beobachten lässt. Also etwa so: wir betrachten den Isenheimer Altar, weil wir Ehrfurcht zeigen wollen. Wir sehen uns den Film von Riefenstahl an, weil uns danach zumute ist. Wir spielen das Spiel der US-Armee, weil wir wütend sind.</p>
<p>Tatsächlich erscheint die Auswahl der Beispiele unter diesem Gesichtspunkt mehr als eigenartig. Aus der Auswahl der drei exemplarischen Bildgegenständen spricht eine Vorliebe für martialische Emotionen, die zudem nationalistisch übercodiert sind. Man hätte vielleicht besser eines der erfolgreichen Shooter- oder Strategie-Spiele untersucht, etwa <a href="http://www.unrealtournament.com/">Unreal Tournament</a>, auf dessen Grafik-Algorithmen die Bilder von „America’s Army“ ohnehin <a href="http://www.golem.de/0505/38091.html">zurückgreifen</a>.</p>
<p>Leider fehlt fast vollständig der Bezug auf Bildwelten, die in anderen als mehr oder weniger gewalttätigen, pathetischen oder kultischen Zusammenhängen erscheinen. Dazu zählen unter anderem die emotional hoch effektiven Bilder der Werbung. Ein Unterscheidung zwischen belastenden und entlastenden Bildern, eine gewisse Balance der Emotionen wäre nicht nur dem medialem Erscheinen der Bilder, sondern auch der Breite ihrer möglichen Emotionen gerechter geworden.Die Entscheidung, sich auf einige Schlüsselwerke zu konzentrieren, hat allerdings den Vorteil, dass sich die Aufsätze sehr detailliert mit ihrem Gegenstand befassen können. Der Ansatz der Untersuchungen folgt im wesentlichen einer psychologisch erweiterten Bildwissenschaft, die selten um eine historische (etwa bei Sigrid Weigel) oder eine kulturwissenschaftliche Perspektive (Holger Schulze, Burkhard Lindner) erweitert wird. Es hätte nichts geschadet, der Theorie der Affekte von Gilles Deleuze mehr Platz einzuräumen oder den klassischen Text aus dem Jahr 1916 „The Film: a psychological study“ von Hugo Münsterberg zumindest zu erwähnen. Das Interesse nach einer Erweiterung macht deutlich, dass das Thema „mediale Emotionen“ gut gewählt ist und dass es dem Band gelingt, es zu erschließen.</p>
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