Ein Buch mit dem kurzen Titel Bild-Sprache verspricht nicht
weniger als etwas Grundlegendes. Gesche Joost geht es nicht um einen Teil, sondern um Alles, ums Ganze. Um die ganze Sprache des Films.
Wie werden rhetorische Gestaltungsmittel eingesetzt? Welchen Regeln folgt ihr Einsatz? Und wie kann ihre Komposition im Film sichtbar gemacht werden? Das sind die Fragen, die die Autorin beantworten will. Diesen Beitrag weiterlesen »
10. Oktober 2008 Joost: Bild-Sprache – Rhetorik im Film
26. September 2008 Ich habe keinen Fernseher
Hendrik Speck, die große Studie zu Youtube von Frédéric Philipp Thiele und dir ist gerade fertig geworden. Kannst du uns vor der Veröffentlichung schon ein paar Ergebnisse verraten?
Es handelt sich um ein Forschungsprojekt an der FH Kaiserslautern. Im Zug der Studie wurden die öffentlich zugänglichen Seiten von 6 Millionen Nutzern und 5 Millionen Videos auf Youtube erfaßt und untersucht. Das betrifft die Angaben in den Nutzerprofilen, Alter, Geschlecht, Beziehungsangaben, aber auch wie sich die Nutzer verhalten, welche Videos sie ansehen, was sie kommentieren. Diesen Beitrag weiterlesen »
26. August 2008 Netz-TV: Video demokratisieren
In der Theorie hätte das alte Fernsehen allmählich verschwinden sollen, um dem Internetvideo Platz zu machen. Die Bandbreiten sind nahezu vorhanden. Die Zuschauer und Zielgruppen migrieren ohnehin ins Netz. Doch die Konvergenz der beiden allzu ähnlichen Partner stockt. Noch immer klafft eine rätselhafte Lücke zwischen Computerbildschirm und Fernseher, zwischen dem Durchschnittsalter beider Nutzergrupen und den Formaten, zwischen der Auswahl per Suche und dem hergebrachten Programm, zwischen Bürostuhl und Tastatur hier und dort der Couch mit Fernbedienung.
13. August 2008 Virtuelle Welten und das Silo-Problem
Virtuelle Welten haben einen Nachteil, der als Silo-Problem bekannt ist. Ihre Bildräume sind isoliert. Man kann sie nicht verlassen.
So viele Inseln Secondlife auch immer baut, es bleibt selbst eine Insel, solange die Avatare nicht von einer Welt zur nächsten wechseln können. Das heißt: von einem Unternehmen zum anderen. Bis dahin bleibt jede Welt eine geschlossenes Silo. Das erinnert ein wenig an das Modell der Portale im frühen Internet, die so tun wollten, als bestünde das Web nur aus den Seiten einer Firma.
Nun wird von den allen möglichen Seiten daran gearbeitet, die verschiedenen Räume miteinander zu verbinden oder sie gleich ganz ans Internet anzuschließen. Dann benötigt man keine eigene Software mehr, um eine 3-D Welt zu betreten, sondern das Eingangstor ist dasselbe wie das zum Internet. Geschäftsmodelle wie die von Secondlife hätten sich damit weitgehend erledigt. Es würde eine Bildwelt entstehen, die es erlaubt, von einer 3D-Welt zur anderen zu wechseln, so wie man von einer Website zur nächsten springt. Diesen Beitrag weiterlesen »
1. August 2008 Boehm: Wie Bilder Sinn erzeugen
Endlich hat es ein Verlag unternommen, Schriften und Aufsätze von Gottfried Boehm in einem Band zu veröffentlichen, die bislang nur verstreut in Sammelbänden vorlagen oder gar ungedruckt waren. Dabei ist Boehm einer der führenden deutschsprachigen Bild- wissenschaftler, er hat den Begriff des iconic turn geprägt und den Basler Forschungsschwerpunkt für Bildkritik – Eikones – gegründet.
Als Schüler Gadamers kommt Boehm von der Philosophie her. Im Gegensatz zu vielen Philosophen, die am Begriff des Bildes verausgaben, ohne Bilder je zu betrachten, gelingt es ihm, tatsächlich in und mit den Bildern zu denken. Die Macht des Zeigens lautet der Untertitel seines Buches. Boehm vertritt die These, dass Bilder ihrer eigenen Natur nach auf einem doppelten Zeigen beruhen, nämlich etwas zu zeigen und sich zu zeigen. Diesen Beitrag weiterlesen »
23. Juli 2008 W.J.T Mitchell: Bildtheorie
Keines der großen Bücher von W.J.T.Mitchell wurde je ins Deutsche übersetzt, weder die Iconology von 1986, noch Picture Theory von 1994. Beide Werke geistern seither also kleine Unbekannte durch die hiesigen Leselisten zwischen Kunstgeschichte und Bildwissenschaft, ohne wirklich wahrgenommen zu werden. Und das nicht von ungefähr.
Nun legt der Suhrkamp-Verlag eine Auswahl von Aufsätzen Mitchells unter dem etwas irreführenden Titel Bildtheorie auf deutsch vor. Das passt in ein akademisches Umfeld, das hierzulande seit ein paar Jahren Zeit debattiert, wie eine Bildwissenschaft zu gründen wäre. Aber gerade die große Theorie dazu liefert Mitchell nicht, und zwar ganz bewusst nicht. Dazu ist er immer ein viel zu unentschiedener Autor gewesen. Den etwas großspurigen Titeln seiner beiden ersten Bücher zum Trotz hat er nie eine geschlossenes theoretisches Gebäude entwickelt.
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2. Juli 2008 Petabytes: Vom Ende der Anschaulichkeit
Schluss mit Modellen, Schluss mit der Anschaulichkeit, Schluss auch mit Theorie im Ganzen. Die schiere Menge an Daten lässt altertümlichen Luxus dieser Art nicht mehr zu. So ähnlich argumentiert Chris Anderson in der jüngsten Ausgabe von Wired.
Kilobytes were stored on floppy disks. Megabytes were stored on hard disks. Terabytes were stored in disk arrays. Petabytes are stored in the cloud. As we moved along that progression, we went from the folder analogy to the file cabinet analogy to the library analogy to — well, at petabytes we ran out of organizational analogies.
At the petabyte scale, information is not a matter of simple three- and four-dimensional taxonomy and order but of dimensionally agnostic statistics. It calls for an entirely different approach, one that requires us to lose the tether of data as something that can be visualized in its totality.
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23. Juni 2008 Zwei Bücher zur Moral der Bilder
Stefan Leifert hat in einem Band zwei Bücher über die Ethik des Visuellen geschrieben. Er versucht, den ganzen Weg von den philosophischen Bildtheorien bis zum alltäglichen Gebrauch der Bilder im Journalismus zurückzulegen. Zwischen Theorie und Praxis kommt es zu einem Bruch, der zugegebenermaßen schwer zu vermeiden ist. Von der Höhe der Bildtheorien Husserls, Sartres und Heidegger unternimmt Leifert einen waghalsigen Sprung in die Tiefe der publizistischen Selbstkontrolle im Bereich des Printjournalismus durch den Deutschen Presserat.
11. Juni 2008 Stimmung strömt: Moodstream
Dass Stimmungen sich in Bildern und Musik wiederfinden, will Gettyimages mit der Plattform Moodstream nutzen. Wozu genau der Service dienen soll, der Anfang Juni beim Webby Award vorgestellt wurde, lässt sich nicht leicht sagen.
Die Agentur Barbariangroup, die die Idee entwickelt hat, gibt vorsichtshalber gleich mehr als einen Zweck an:
It’s a concepting tool. The modern version of the fireplace. An interactive art piece. TV for the future. It’s a website we created for and with Getty Images to showcase all of their offerings – still, video and sound – and inspire interactive creatives. And it’s really, really fun to use.
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