Film
Leider nicht ins Netz gesetzt hat das Magazin Cargo einen Aufsatz von Ute Holl, in dem sich die Medienwissenschaftlerin über das Verhältnis vom Kino zum Netz ihre Gedanken macht.
Was Kino war und gewesen sein wird, zeigt sich in seiner Netzform deutlicher. Ein Medium verrät immer die Tricks eines anderen – und apropriiert sie, maskiert, als seine eigenen.
Das erinnert von fern an die Weisheit des Medienwissenschaftler Marshall McLuhan, dass neue Medien stets ihre alten Medien zum Inhalt haben.
Dass Holl die Tricks des Kinos nun ausgerechnet an einem technizistischen kleinen Gimmick wie dem Datamoshing wiederfindet, ist mehr als erstaunlich.
Das Datamoshing ist wohl die erste Technologie digitaler Filmbilder, die in die Struktur des Algorithmus als in die Struktur eines Materiellen der Bilder selbst eingreift. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Philosophie
Dass das Erinnern und das bildliche Vorstellen etwas miteinander zu tun haben, muss man nicht lange erklären. Wie genau Gedächtnis und Bilder zusammenhängen, ist aber alles andere als geklärt. Die Medienwissenschaftlerin Ulrike Kregel hat zu dem Thema ein Buch geschrieben. In dem Band unternimmt sie allerdings einiges mehr als nur eine Theorie des Bildgedächtnisses. Denn tatsächlich kommt sie zum Thema des Gedächtnisses erst auf Seite 155 von 270. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Bildwissenschaft, Iconicturn
Bildausschnitte sind gefährlich. Das sollten Bildwissenschaftler wissen. Der Forschungs-Schwerpunkt Eikones, eines der prominentesten derartigen Zentren im Bereich der deutschsprachigen Bildwissenschaften, hat unter dem Titel Movens Bild einen umfangreichen Tagungsband vorgelegt. Online sucht man nach den Aufsätzen leider vergeblich.
Wer das Cover des Buches erkennt, ahnt ein wenig, was es mit dem Inhalt auf sich hat. Die Fotos aus Thomas Struths Audience Serie können dem Band ein Bild geben, wird lapidar im Vorwort vermerkt. Wie genau das zu verstehen ist, bleibt offen. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Internet, Video
Unter dem Titel Videovortex veranstaltet das Institute of Network Cultures in Amsterdam, eine der produktivsten kulturwissenschaftlichen Forschungsinstitute mit Focus auf das Netz, eine Serie von Konferenzen. Ihr Ziel ist, auf das Phänomen Youtube theoretische Antworten zu finden. Die erste Konferenz fand im Januar 2008 in Amsterdam statt, die zweite im Oktober 2008 in Ankara. Nun steht die dritte Ausgabe im kroatischenSplit kurz bevor.
Zwischenzeitlich haben Gert Lovink und Sabine Niederer eine Auswahl von Vorträgen als Reader herausgegeben. Das Buch steht auch online zum Download zur Verfügung. Es versammelt mehr als 30 Vorträge und Aufsätze. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Design
Digitale Medien haben dazu geführt, dass Daten immer direkter in Design und Grafiken einfließen. Zugleich sorgen sie auch dafür, dass längst nicht mehr alles gedruckt werden muss, um visualisiert zu sein. So tritt dieses Buch, das einen Überblick über den Stand der Dinge in Datenflüssen, Design und Visualisierungen gibt, aus dem Reich des digitalen heraus, indem es die Darstellungsverfahren zurück aufs Papier bringt. Und das hat einen ganz bemerkenswerten Effekt. Denn erst beim Durchblättern hat man die verschiedenen Bilder und Verfahren übersichtlich vorliegen, handhabbar und zugleich in Distanz zu dem Bildschirm, für den die meisten entwickelt wurden.
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Bildwissenschaft
Keines der großen Bücher von W.J.T.Mitchell wurde je ins Deutsche übersetzt, weder die Iconology von 1986, noch Picture Theory von 1994. Beide Werke geistern seither also kleine Unbekannte durch die hiesigen Leselisten zwischen Kunstgeschichte und Bildwissenschaft, ohne wirklich wahrgenommen zu werden. Und das nicht von ungefähr.
Nun legt der Suhrkamp-Verlag eine Auswahl von Aufsätzen Mitchells unter dem etwas irreführenden Titel Bildtheorie auf deutsch vor. Das passt in ein akademisches Umfeld, das hierzulande seit ein paar Jahren Zeit debattiert, wie eine Bildwissenschaft zu gründen wäre. Aber gerade die große Theorie dazu liefert Mitchell nicht, und zwar ganz bewusst nicht. Dazu ist er immer ein viel zu unentschiedener Autor gewesen. Den etwas großspurigen Titeln seiner beiden ersten Bücher zum Trotz hat er nie eine geschlossenes theoretisches Gebäude entwickelt.
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Ethik
Stefan Leifert hat in einem Band zwei Bücher über die Ethik des Visuellen geschrieben. Er versucht, den ganzen Weg von den philosophischen Bildtheorien bis zum alltäglichen Gebrauch der Bilder im Journalismus zurückzulegen. Zwischen Theorie und Praxis kommt es zu einem Bruch, der zugegebenermaßen schwer zu vermeiden ist. Von der Höhe der Bildtheorien Husserls, Sartres und Heidegger unternimmt Leifert einen waghalsigen Sprung in die Tiefe der publizistischen Selbstkontrolle im Bereich des Printjournalismus durch den Deutschen Presserat.
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