Ein Workshop an der Schnittstelle von Kulturtheorie und Neuroforschung mit Wissenschaftlern des Epilepsiezentrums Zürich, der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und der Hochschule der Künste in Zürich widemte sich im November 2009 der Darstellung von Zusammenhängen zwischen dem „decorum“ Effekt und dem Mediensystem der westlichen Kultur. Unter den Teilnehmern waren Hubert Burda, Heiner Mühlmann, Thomas Grunwald, Martin Kurthen, Wolfgang Ulrich, Gerhard Blechinger und Christa Maar. Diesen Beitrag weiterlesen »
19. März 2010 Die Rolle des „decorum“ für die Emotionserzeugung
17. Dezember 2009 Klima visualisiert
Der Blog EagerEyes hat eine Reihe von Klimadaten, die das britische Meteorological Office zur Verfügung gestellt hat, in Bilder verwandelt. An den Charts, Karten und Diagrammen zeigt sich nicht nur anschaulich, was sich auf lange Sicht am Klima verändert, sondern auch, welche Zufallsfaktoren und Unregelmässigkeiten die Messreihen beeinflussen. Was auch immer in der Kälte von Kopenhagen beschlossen wird, die Daten und Bilder weisen in eine eindeutige Richtung.
10. Dezember 2009 Wende wiederkehr Turn: Doris Bachmann-Medick interviewt von Springerin
Die österreichische Kunstzeitschrift Springerin widmet sich in der jüngsten Ausgabe dem Thema “Wende Wiederkehr”. Doris Bachmann-Modick, seit ihrem Buch “Cultural Turns” Fachfrau für Wenden (s. Interview auf Iconic-Turn 2006), hat per E-Mail Christian Höller auf eine Reihe von Fragen zum Thema geantwortet. Der Begriff des Turns bietet ihrer Ansicht etliche Vorteile, vor allem weil er beweglicher ist und nur thematisch fokussiert, ohne eine methodische Festlegung zu erzwingen.
Zwingend ist die Bezeichnung Turn sicher nicht. Aber sie hat Vorteile. Denn damit lässt sich das Feld der kultur- und geisteswissenschaftlichen Forschung anders und offener als bisher strukturieren, ja geradezu »kartieren«. Es ist ein »mapping« entlang von Konzepten, die einen ausdrücklich interdisziplinären und interkulturellen Horizont eröffnen. Dagegen sind bisherige Einteilungen nach Forschungsrichtungen oder Theorieschulen wie Strukturalismus, Poststrukturalismus, Dekonstruktivismus usw. längst nicht so offen für interdisziplinäre und interkulturelle Gelenk- und Anschlussstellen. Diesen Beitrag weiterlesen »
3. November 2009 Charles Kenny’s verkehrte Welt: Fernsehen, nicht Facebook regiert
TV ist und bleibt die grösste Volksbewegung der Welt. Das behauptet Charles Kenny auf Foreign Policy, und sein Blick umfasst tatsächlich die Welt als Ganzes. Dort aus sieht einiges sehr anders aus als im heimeligen Deutschland, wo sich Beststeller-Philosoph Riachard Precht auf den Medientagen ebenso provinziell wie traditionell um die Fragmentierung der Öffentlichkeit sorgt.
Kenny nennt viele Zahlen und erwähnt einige überraschende Seiteneffekte des Fernsehens. Das Fernsehen und nicht die vielgepriesenen Social Networks ist einer der großen Wachstumsmärkte weltweit. Unsere ganzanders gelagerte Wahrnehmung liegt daran, dass wir die andere Seite des digital Divide vergessen – Gebiete, in denen es weder Internet noch Strom, aber viele Menschen gibt. Dort sieht Kenny dank günstiger Stromversorgung ein Wachstums-Potenzial von 150 Millionen neuen TV-Haushalten bis 2013 – lange bevor das Netz ankommen wird. Diesen Beitrag weiterlesen »
28. September 2009 Datamosh Vertov
Leider nicht ins Netz gesetzt hat das Magazin Cargo einen Aufsatz von Ute Holl, in dem sich die Medienwissenschaftlerin über das Verhältnis vom Kino zum Netz ihre Gedanken macht.
Was Kino war und gewesen sein wird, zeigt sich in seiner Netzform deutlicher. Ein Medium verrät immer die Tricks eines anderen – und apropriiert sie, maskiert, als seine eigenen.
Das erinnert von fern an die Weisheit des Medienwissenschaftler Marshall McLuhan, dass neue Medien stets ihre alten Medien zum Inhalt haben.
Dass Holl die Tricks des Kinos nun ausgerechnet an einem technizistischen kleinen Gimmick wie dem Datamoshing wiederfindet, ist mehr als erstaunlich.
Das Datamoshing ist wohl die erste Technologie digitaler Filmbilder, die in die Struktur des Algorithmus als in die Struktur eines Materiellen der Bilder selbst eingreift. Diesen Beitrag weiterlesen »
18. September 2009 Tom Holert über Visual Culture
Tom Holert hat einen lesenswerten Artikel über die im Disziplin Visual Cultures geschrieben.
Während man in Deutschland noch etwas provinziell um den Aufbau der hiesigen Bildwissenschaften ringt, gibt es das Fach Visual Cultures in Amerika und England schon seit Jahrzehnten – mit Themen und Theorien, die von dem, was hierzulande diskutiert wird, wenig zu tun haben. In Deutschland regiert noch das Modell der althergebrachten Geisteswissenschaften, ob als Wasserkopf an Methodenreflexion oder Werkinterpretation im Geist der Kunstgeschichte.
Holert holt lang aus, um deutlich zu machen, wie wichtig die Reflexion auf den eigenen Standpunkt ist, als beteiligter und nicht als distanzierter Beobachter. Das macht er mit einer amüsanten Wendung. Er outet sich als Fan der amerikanischen Serie The West Wing.
Die multiplen Verstrickungen in die Textualitäten und Performativitäten der globalen visuellen Kultur sind unausweichlich. Dies zu erkennen und theoretisch zu bearbeiten ist – das wäre eine erste These – eine der zentralen Voraussetzungen dafür, eine politische, also kritisch-transformatives Verhältnis zu den Phänomenen und Prozessen der visuellen Kultur entwickeln zu können. Diesen Beitrag weiterlesen »
31. August 2009 Ist Kunstgeschichte historische Bildwissenschaft – oder umgekehrt?
Einmal mehr ging es beim diesjährigen Kunsthistorikertag um die Frage, wie sich die Kunstgeschichte zur Bildwissenschaft verhält. Und einmal mehr vertrat Bredekamp seine Position, dass Kunstgeschichte schon immer historische Bildwissenschaft gewesen sei. Astrit Schmidt-Burkhardt, Dozentin im Fach Kunstgeschichte an der Freien Universität in Berlin, hat diese These kritisch kommentiert.
Was aber, wenn man diesen Satz paradigmatisch umdreht? Kippt mit der Behauptung ›Historische Bildwissenschaft war immer schon Kunstgeschichte‹ nicht vielleicht eine konsensfähige Doktrin?
Tatsächlich befindet sich die Kunstgeschichte nach wie vor in einer Zwickmühle. Denn einerseits wurde eine große Anzahl von Bildern immer wieder aus dem Bereich der Kunst verbannt. Und andererseits beschränkt sich die Kunst unserer Gegenwart keineswegs mehr auf die Herstellung von Bildern. Die Begriffe Kunst und Bild meinen also keineswegs dasselbe. Diesen Beitrag weiterlesen »
20. August 2009 Vom Kerbholz zu x – Ulrike Kregel: Bild und Gedächtnis
Dass das Erinnern und das bildliche Vorstellen etwas miteinander zu tun haben, muss man nicht lange erklären. Wie genau Gedächtnis und Bilder zusammenhängen, ist aber alles andere als geklärt. Die Medienwissenschaftlerin Ulrike Kregel hat zu dem Thema ein Buch geschrieben. In dem Band unternimmt sie allerdings einiges mehr als nur eine Theorie des Bildgedächtnisses. Denn tatsächlich kommt sie zum Thema des Gedächtnisses erst auf Seite 155 von 270. Diesen Beitrag weiterlesen »
25. Juli 2009 Erklärungsansprüche
Bildtheorien heisst der neueste Sammelband des Chemnitzer Bildwissenschaftlers Klaus Sachs-Hombach. In der Einleitung äussert der Herausgeber einige skeptische Überlegungen zum Begriff des iconic turn.
Die in allen gesellschaftlichen Bereichen gestiegene Relevanz und vor allem die zunehmend intensivere wisssenschaftliche Beschäftigung mit Bildern hat dazu geführt, in mehreren Varianten von einem turn zu sprechen. … Ob es aber berechtigt ist, diese Rede vom turn mit einem dem linguistic turn vergleichbaren Erklärungsanspruch zu vebrinden, ist bisher unklar geblieben.
Erklärungsanspruch lautet das Wörtchen, das uns hier aufhorchen lässt. Diesen Beitrag weiterlesen »
